Zebrafinken im Interview


Selten halten sich Tierpaare so die Treue wie bei den Zebrafinken. Fröhlich und unternehmenslustig entdecken sie zu zweit die Welt. Unser Erkennungszeichen ist der leuchtend rote Schnabel.

Allgemein

Ein leuchtend roter Schnabel ist das Erkennungszeichen der lebensfrohen Vögel, die wie die Wellensittiche aus Australien stammen und bis zu zehn Jahre alt werden. Wie ihre Artgenossen aus „Down Under“ möchten Zebrafinken eines auf keinen Fall: allein sein!

Nur als Paar oder in größeren Gruppen sind sie glücklich. Dann zeigen sie ihr interessantes Sozialverhalten, bei dem es immer etwas zu beobachten gibt. Lediglich beim Schlafen sitzen die Vogelzwerge mal ruhig im Nest, sonst sind sie praktisch ständig aktiv und erkunden ihr Umfeld.

Salat bringt Abwechlung in den Speiseplan

Wer sich viel bewegt, braucht vor allem Platz: Die Voliere für ein Paar sollte mindestens eine Grundfläche von 80x60 cm haben und an einem hellen, ruhigen Platz stehen. Damit sie ihre Flügel mal richtig strecken können, sollte man den Vögeln einmal täglich Freiflug in der Wohnung gewähren.

Neben Wasser- und Futternapf sowie Schlafnest darf bei der Inneneinrichtung eine Badegelegenheit nicht fehlen. Die neugierigen Kerle freuen sich außerdem über Spielzeug in Form von gut verzweigten Ästen, Schaukeln und Seilen aus Sisal oder Strohbüscheln.

Fürs leibliche Wohl benötigen die Finken neben Körnerfutter auch Mineralstoffe. Frisches Grün wie Salat bringt Abwechslung in den Speiseplan. Sie können dafür selbst Sprossen heranziehen oder draußen in Garten und Natur nach Wildkräutern suchen.

Interview mit den Zebrafinken



Hallo, ihr beiden! Ihr macht alles gemeinsam, oder?

Männchen: Uns Zebrafinken gibt es nur im Doppelpack, wenn wir erst einmal zueinander gefunden haben.

Und? War es Liebe auf den ersten Blick?

Weibchen: Nein, das hab‘ ich mir vorher schon gut überlegt! Er hat mir natürlich erst einmal vorsingen müssen. In der Natur haben wir Zebrafinken-Frauen hunderte Männer zur Auswahl. Und wir prüfen mehrere Wochen, wer zu uns passt. Drum prüfe, wer sich ewig bindet …

Hat der schicke rote Schnabel vielleicht auch Einfluss auf die Entscheidung der Vogelfrauen?

Weibchen: Eher nicht, bei uns Zebrafinken zählen eher die inneren Werte. Mit so einem Springinsfeld, der die ganze Zeit nur ziellos herumhüpft, kann man keine Familie gründen. Die Männer müssen ausdauernd bei der Futtersuche sein, um bei uns Damen anzukommen. Schließlich muss irgendwann mal eine Familie versorgt werden.

Kinderwunsch ist bei den Zebrafinken also vorhanden?

Männchen: Auf jeden Fall, darum kreist unser ganzes Leben. Wir sind ständig am Nestbauen. Strohhalme, Wollfäden, Federn, alles verwenden wir dafür. Gern suchen wir unser Nistmaterial selbst zusammen, wenn wir aus dem Käfig dürfen. Fasern aus den Sofakissen oder dem Teppich, Papierfetzen – so eine Menschenwohnung hat einiges zu bieten! Wir sind richtig traurig, wenn wir nicht herumfliegen, Nester bauen und unsere Eier ausbrüten dürfen.

Wie sieht das Zusammenleben von einem Zebrafinken-Paar aus, wenn es nicht mit dem Nachwuchs beschäftigt ist?

Männchen: Oh, wir leben auch gern in einer Voliere mit mehreren Paaren in größeren Gruppen zusammen. In unserer Heimat Australien sind wir in riesigen Schwärmen unterwegs, ähnlich wie die Wellensittiche. Aber wir schätzen auf jeden Fall die Zweisamkeit.

Wie verbringt ihr euren Tag zu zweit?

Weibchen: Wir schlafen am liebsten zusammen in einem geschützten Schlafnest. Wir fressen gemeinsam, fliegen gemeinsam, baden gemeinsam. Schön, wenn immer wieder was Neues in der Voliere ist, Spielzeug aus Stroh oder Sisal beispielsweise. Gern haben wir auch einen Freisitz in der Wohnung, immer im Käfig herumsitzen ist einfach langweilig. Kontaktsitzen ist auch sehr wichtig. Dabei kuscheln wir uns aneinander und kraulen uns gegenseitig.

Lasst ihr euch gerne liebkosen?

Männchen: Ja, beispielsweise am Kopf oder am Hals und überall, wo wir selbst nicht hinkommen. Man muss schon auf die Körperpflege achten! Meine Frau senkt immer den Kopf, wenn sie am Nacken gekrault werden will. Dann weiß ich, was ich tun muss. Und das natürlich mit dem größten Vergnügen!

Zebrafinken im Interview

Dürfen wir uns vorstellen?

Bezeichnung: Wir australische Zebrafinken (Taeniopygia guttata castanotis) gehören zur Familie der Prachtfinken.

Lebenserwartung: Bei einer artgerechten Zebrafinkenhaltung können wir bis zu 10 Jahre alt werden.

Gelege: Als Zebrafinken-Frau lege ich ca. 4–6 Eier und die Brutdauer umfasst ca. 14 Tage.

Farbzeichnungen: Es gibt uns in ca. 100 be-
schriebenen Farbschlägen und -variationen.

Quelle: Dehner Magazin 03/2016