Meerschweinchen

Steckbrief Meerschweinchen
Ordnung: Nagetiere (Rodentia
Art: Cavia aperea f. domestica
Ursprungsgebiet: Südamerikanische Anden
Größe: Rasseabhängig ca. 20–36 cm Länge
Verhalten: Keine Einzelhaltung, tagaktiv
Alter: 6–10 Jahre
Futter: Grundfutter, Kräuter, Obst, nicht blähendes Gemüse
Besonderheiten: Sehr kommunikativ, extrem gutmütig, ideal für umgangsbewussste Kinder

Wissenswertes

Wissenswertes
Eigentlich haben Meerschweinchen nur bedingt mit dem Meer oder Schweinen zu tun. Ihre Quieklaute erinnern zugegeben ein bisschen an Schweinchen. In ihrer ursprünglichen Heimat, leben sie in freier Wildbahn sowohl im Gebirge, als auch im Flachland. Um Unterschlupf zu finden, nutzen sie die Bauten von anderen Tierarten oder gehen selbst unter die Buddler. Sie wurden bereits ca. 3000 vor Christi Geburt gehalten. Heute sind sie weltweit verbreitet.

Inzwischen gibt es viele verschiedene Rassen, die mit ihrem "Kurzhaarschnitt", glatten, gelockten, langen Fell entzücken. Auch warten sie mit zahlreichen Farben oder Farbkombinationen auf. Vollfarben oder im Mix: Bei Meerschweinchen sind Schwarz, Weiß, Beige, Rot, Gold, etc. zu finden. Die Geschlechtsreife erlangen Männchen und Weibchen nach ca. 3–4 Wochen. Meist werden sie 6–8 Jahre alt, selten bis 12 Jahre.

Verhalten

Verhalten
Auch wenn die Heimtierrassen der Meerschweinchen sich äußerlich von der Wildform unterscheiden, ihre Verhaltensweisen sind ihnen geblieben. Meerschweinchen sind hauptsächlich tag- bis dämmerungsaktiv, aber auch nachts zeigen sie Aktivitätsphasen.

Neben einem stark ausgeprägten Rückzugsverhalten wird der Bewegungsdrang bei Meerschweinchen "großgeschrieben". Sie sprinten, popcornen (springen wild herum) und zeigen ihr Lebensfreude. Sie besitzen einen hohen Anteil an sozialer Verhaltensweise. Lautes Pfeifen, unterschiedliche Lautäußerungen, tiefe Töne der Zufriedenheit stehen bei ihnen an der Tagesordnung. Stellen sie einmal ihr Fell auf und gehen hochbeinig, heißt es aufgepasst. Diese Gebärden des Ärgerns und Drohens werden dann nicht selten mit dem Jagen quer durch den Käfig oder Anspringen und Zähne klappern begleitet.

Haltung der Meerschweinchen

Die intelligenten Nager leben in der freien Natur in größeren Rudeln aus weiblichen Tieren mit einem Männchen. Aus diesem Grund sollten Sie stets mindestens zwei Meerschweinchen, besser noch drei oder gleich eine ganze Gruppe zusammenhalten. Am besten eignen sich mehrere Weibchen oder weibliche Tiere mit einem kastrierten Böckchen.

Ein Kaninchen eignet sich nicht als Lebenspartner, da die Tiere verschiedenen Arten angehören und einfach zu unterschiedlich sind. Für eine Dauerhaltung von zwei bis vier Meerschweinchen sollte eine Grundfläche von mindestens 2 m² zur Verfügung stehen, für jedes weitere Tier muss die Fläche um mindestens 0,5 m² vergrößert werden. Dafür kommen mehrere Haltungssysteme in Frage: z. B. Zimmergehege und ganzjährige Außenhaltung. Ein Käfig muss mindestens 120 x 60 x 50 cm groß sein und kann in das Gehege integriert sein. 

Der Standort sollte erhöht und zugluftgeschützt sein, nicht in unmittelbarer Nähe einer Heizung und ohne direkte Sonnenstrahlung. Temperaturen über 28 °C werden nur schlecht vertragen.

Wussten Sie schon? Eine ganzjährige Außenhaltung von Meerschweinchen ist möglich. Vor allem kurzhaarige Meerschweinchen sind geeignet, wenn sie von Mai bis spätestens September an die Außenbedingungen gewöhnt werden. Jedes Tier benötigt mindestens 2 m². Jedes weitere Tier benötigt 0,5 m² mehr. Ein Rückzugsort, Schutz vor Fraßfeinden und Witterung gehören zum Pflichtprogramm wie alle übrigen Maßnahmen der Pflege.

Pflege der Meerschweinchen

Pflege der Meerschweinchen
Zum täglichen Pflege-1x1 gehören: Wasserbehälter gründlich reinigen und befüllen, nicht gefressenes Futter ersetzen und Urin und Kot entfernen. Ein regelmäßiger Check-up der Schneidezähne, des Gewichts, der Krallen und Körperöffnungen sollte ebenfalls erfolgen.

Meerschweinchen können anfänglich noch scheu und etwas zurückhaltend sein. Mit etwas Geduld und Einfühlungsvermögen werden die Tiere jedoch zutraulich. Hilfreich ist, die Tiere an diese Routine zu gewöhnen, um Stress zu vermeiden.

Nahrung


Da Meerschweinchen von Natur aus den ganzen Tag mit Fressen verbringen, sollte ihnen auch bei Ihnen zu Hause aromatisches Wiesenheu ständig unbegrenzt zur Verfügung stehen. Es liefert alle nötigen Nährstoffe, hält die Verdauung in Schwung und die Zähne gesund. Gut zu wissen: Meerschweinchen können Vitamin C nicht selbst herstellen und müssen dieses über die Nahrung (Frischfutter – 200g pro kg Körpergewicht) zu sich nehmen. Geeignet sind: Karotten, Paprika, Gurke, Zucchini, Tomaten, Salate mit Bitterstoffen (Chicorée, Lollo rosso, Blattspinat, Ruccola, Pflücksalat), Staudensellerie, Broccoli, Äpfel, Trauben, Birnen, Wassermelone, Erdbeeren (die ganze Pflanze).

Zusätzlich freuen sich die Schweinchen über reichlich frisches Gras und Wiesenkräuter, an die sich der empfindliche Magen aber erst langsam gewöhnen muss. Auf den Speiseplan gehört außerdem mindestens einmal am Tag frisches Gemüse, ab und zu Salat und gelegentlich Zweige zum Abnagen.

Als Ergänzung können Sie maximal einen Teelöffel Trockenfutter pro Tag und Tier reichen. Frisches Wasser sollte wie Heu stets unbegrenzt vorhanden sein und täglich erneuert werden. Kotfressen ist keine Verhaltensauffälligkeit, sondern dient der Aufnahme von Vitaminen und Eiweißen.

Beschäftigung


Egal, wie groß das Nagerheim Ihrer Meerschweinchen ist, sollten Sie Ihren Tieren täglich die Möglichkeit zum Freilauf geben. Besitzen Sie einen Balkon oder Garten, können die Schweinchen in einem Freigehege nicht nur mehr Bewegungsfreiheit, sondern auch frische Luft genießen. Parallel können sie vielleicht sogar nach Herzenslust Grashalme knabbern.

Besonderheiten


Meerschweinchen gehören zwar zu den Fluchttieren, gewöhnen sich aber auch mit etwas Geduld an den Menschen. Die Tiere sind "geeignet" für Erwachsene und Kinder ab dem Grundschulalter unter Aufsicht der Eltern. Ihre Gutmütigkeit ist beinahe erstaunlich und sollte berücksichtigt werden. Ständiges Herausheben aus dem Käfig ist gerade anfänglich ungut. 

Die gemeinsame Bindung lässt sich z. B. mit einem Klicker-Training stärken und macht Groß und Klein sicher Spaß. Mit der Zeit werden die kleinen Vierbeiner Vertrauen fassen und vor Freude und zur Begrüßung vielleicht quieken.
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