Vegane Ernährung für Hunde

Massentierhaltung, Klimaschutz, ethische Gründe und gesundheitliche Aspekte, sind meist allein oder in Summe ausschlaggebend für den Veganismus beim Menschen. Auch vegetarisch lebende Zweibeiner sehen einen Nutzen in ihrer Ernährungsform und leben diese meist mit Passion. Kein Wunder, dass sich Veganer und Vegetarier mit dem Gedanken befassen – ist die gleiche Ernährungsform für meinen Vierbeiner ebenfalls von Vorteil? Ist sie artgerecht oder wider der Natur?

Kann ein Hund vegan ernährt werden?

Immer mehr Menschen entdecken den veganen Lebensstil für sich. Verschiedene Beweggründe lassen sie ihre Ernährung umstellen und sich mit dem Thema eingehend befassen. Häufig entsteht dabei der Wunsch, den "besten Freund" in gleicher Weise zu ernähren. Während in England ein veganes Füttern für Vierbeiner verboten ist, ist dies in Deutschland nicht der Fall. So können Hunde in unseren Breiten vegan ernährt werden. Tatsächlich ist die Studienlage dazu aktuell jedoch noch sehr dünn und ausbaufähig. 

Laut bislang durchgeführter Studien kann eine richtig durchdachte vegane Ernährung auch für den Hund positive Effekte auf die Gesundheit haben. 1994 veröffentlichte z. B. PETA eine Umfrage zum Gesundheitszustand von 300 Hunden. Die Tiere wurden für mindestens 5 Jahre beobachtet. Sie hatten bessere Blutwerte, ein geringeres Risiko an Krebs, Infektionen, Schilddrüsenunterfunktion oder Fettleibigkeit zu erkranken als ihre Artgenossen.

An der University of Winchester, Großbritannien, wurde von Prof. Andrew Knight hierzu passend eine Vergleichsstudie durchgeführt. Sie wurde 2022 veröffentlicht. Insgesamt wurden dafür 2500 Hunde in Gruppen eingeteilt (BARF, konventionell und vegan) und erhielten ein Jahr lang das entsprechende Futter. Die Gruppe der BARF-Hunde ließ sich dabei aus Altersgründen nicht mit der veganen Gruppe vergleichen. Bei dieser Studie soll sich herausgestellt haben, dass vegan ernährte Hunde weniger häufig zum Tierarzt mussten und weniger Medikamente brauchten als die anderen Probanden.

Prinzipiell lautet die Antwort also: Ein Hund kann vegan oder vegetarisch ernährt werden. Umfangreiche Langzeit-Studien dazu fehlen jedoch. Inwieweit die tatsächliche Nährstoffaufnahme der Tiere aus einer rein pflanzlicher Kost gewährleistet ist oder ob sich im Laufe der Zeit Mangelerscheinungn ergeben ist damit noch nicht geklärt.

Auch bei der Frage "ob eine vegane bzw. vegetarische Ernährungsweise für den Hund artgerecht ist", scheiden sich die Geister. Tatsächlich hat sich durch das Zusammenleben mit dem Menschen, der Verdauungstrakt vom Hund angepasst. Doch auch wenn Hunde sich im Laufe der Zeit an Kohlenhydrate in ihrer Ernährung gewöhnt haben, spricht ihre Anatomie für einen Fleisch- oder zumindest Allesfresser. Sowohl das Gebiss als auch der Darmtrakt sind entsprechend angelegt. Interessant ist in diesem Zusammenhang allerdings, dass Hunde inzwischen, verglichen mit dem Wolf eine andere Enzymausstattung besitzen mit welcher Kohlenhydrate viel besser verdaut und verwertet werden können. 

Alles in allem ist es Ihre Entscheidung als verantwortungsvoller Hundebesitzer, ob oder ob Ihr Hund nicht vegan ernährt wird.

Vorteile & Nachteile einer veganen Hundeernährung im Überblick

Vorteile
  • ✓ Leichte Verdaulichkeit
  • ✓ Intensiver Geschmack
  • ✓ In der Regel eine hohe Akzeptanz
  • ✓ Ideal für Gewichtsmanagement geeignet
  • ✓ Positiver Effekt auf täglichen Flüssigkeitsbedarf
Vorteile
  • ✓ Einfache Portionierung 
  • ✓ Verströmt nur einen geringen Duft
  • ✓ Unterstützt die tägliche Zahnreinigung
  • ✓ Energiereich durch geringen Wasseranteil 
  • ✓ Lange Haltbarkeit trotz geöffneter Verpackung

Worauf ist bei einer veganen Ernährung zu achten?

Worauf ist bei einer veganen Ernährung zu achten?

Möchten Sie Ihren Vierbeiner auf eine vegane Lebensweise umstellen, sollte dies Schritt für Schritt erfolgen. Nach und nach wird der z. B. Gemüseanteil in der sonst gewohnten Ernährung erhöht und der Fleischanteil reduziert. Dabei ist auf eine ausreichende und angemessene Nährstoffzufuhr zu achten. Die sogenannten Makronährstoffe: Proteine, Kohlenhydrate und Fette sowie alle Mikronährstoffe müssen in ausreichender Qualität und Menge vorhanden sein. Hier sollte unbedingt ein Ergänzungsmittel verwendet werden, das für Hunde vorgesehen sind. 

Dabei muss genauer als bei einer konventionellen, also herkömmlichen Ernährung mit normalem Hundefutter, auf die jeweiligen Inhaltsstoffe geachtet werden. Während Proteine, sprich alle notwendigen Aminosäuren über eine pflanzliche Ernährungsweise abgedeckt werden können müssen andere ergänzt werden. Dies betrifft den Menschen wie seinen treuen Wegbegleiter gleichermaßen. Dazu zählen z. B.: B12, Vitamin E und Mineralstoffen wie Jod, Eisen, Phosphor, Kalzium, das fettlösliche Vitamin D und vor allem Taurin und L-Carnithin. Sie sind besonders bei einer veganen Hundeernährung im Auge zu behalten.

Ob selbstzugeführte Supplemente schlechter sind, als Supplemente die über die tierische Kost aufgenommen wurden, sei dahingestellt. Denn häufig werden auch normalem Futter Nährstoffe zugemengt, da diese durch Produktionswege etc. in nicht ausreichender Menge im Futtermittel vorhanden sind. 

Bei Welpen, trächtigen Tieren, Hunden mit gesundheitlichen Themen oder älteren Tieren sollte auf Grund fehlener Datenlage auf eine vegane Ernährungsweise verzichtet werden. Eine vegetarische Ernährungsweise sollte wie auch eine vegane Ernährungsform so oder so mit dem Tierarzt abgestimmt werden.  

Den Nährstoffbedarf decken – womit?


Prinzipiell ist es relativ einfach tierische Proteine etc. durch rein pflanzliche zu ersetzen. Teils ist die Resportionsfähigkeit für einzelne Nährstoffe u. U. zunächst schlechter. Kombinationen einzelner Nahrungsmittel kann diese jedoch wieder verbessern. So können eisenhaltige Futtermittel wie Blumenkohl in Kombination mit Vollkorngetreide bereits besser resorbiert werden.

Besonders wichtig ist es, dass Ihr Hund mit allen essentiellen Nährstoffen versorgt wird. Eine Möglichkeit ist der Zukauf von veganem Fertigfutter. Die andere Möglichkeit besteht darin die veganen Mahlzeiten selbst zuzubereiten. Bei einer veganen Ernährung fallen z. B. im Vergleich zur vegetarischen Ernährung zusätzlich zum Fleisch Eier, Milch und Milchprodukte weg, die wichtige Eiweiße enthalten. Geeignete Quellen sind Hülsenfrüchte, Kichererbsen, Süßlupinien, geschälte Hanfsamen oder auch ein pflanzliches Proteinpulver. 

Was darf neben Fertigfutter in den Futternapf? Was gehört nicht hinein?

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Kohlenhydrate & Proteine

  • Wurzelgemüse wie: Möhren, Rote Bete
  • Kohlarten wie: Brokkoli
  • Hülsenfrüchte wie: Erbsen, Bohnen, Linsen, Kichererbsen
  • Mais/Polenta, Reis, Kartoffeln
  • Sojabohnen
  • Obst wie: Äpfel, Beeren oder Bananen

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Fette bzw. Öle

  • • Besonders gut geeignet zur Omega 3-Versorgung: Leinöl
  • • Weitere Öle Hanföl, Walnussöl oder Rapsöl

Toxische Lebensmittel

  • • Ungeeignet für Vierbeiner sind: Avocados, Weintrauben wie auch Rosinen
  • • On top: Zwiebeln, Knoblauch, Hopfen und Macadamianüsse
  • • Darüber hinaus: Schokoklade, Birkenzucker (tödlich), Kaffee, Tee

Wussten Sie schon? Gemüsearten, die roh ungenießbar sind und toxisch wirken, können durch das Kochen auf den Speiseplan des Vierbeiner wandern. Dazu gehören z. B.: Kartoffeln, Auberginen, Bohnen, Rhabarber, Holunder, Hülsenfrüchte 

Viele der für Hunde verträglichen Obst- und Gemüsesorten lassen sich auch im eigenen Garten anbauen. Je nach Saison können Sie damit den Speisezettel ihres Vierbeiners aufpeppen und ergänzen. 

Saisonkalender

Welches Gemüse und Obst berreichert wann den Speisezettel?

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