So fühlt sich der Igel im Garten wohl

Jeden Herbst treffen wir vermehrt auf Igel im Garten, wenn sie auf Nahrungssuche sind. Doch der natürliche Lebensraum und das Nahrungsangebot der zuverlässigen Schädlingsvertilger werden rar. Die gefährdeten Gartenbewohner sind jetzt für Unterstützung bei der Suche nach Futter und einem passenden Quartier dankbar und freuen sich im Herbst über die richtige Rücksichtnahme und Aufmerksamkeit.

Der Igel als Freund des Gartenbesitzers

Ein Igel im Garten ist nicht nur niedlich anzuschauen, sondern zudem überaus nützlich. Die stacheligen Besucher ernähren sich von Insekten, Regenwürmern, Ohrwürmern, Schnecken, Hundert- und Tausendfüßer sowie Spinnen und sind damit ganz natürliche Schädlingsbekämpfer. Indem sie Schädlinge vertilgen, sorgen Igel für ein ökologisches Gleichgewicht im Garten.

Die Tiere wiederum profitieren von igelfreundlichen Gärten als Lebensraum, in denen sie neben Nahrung auch einen Platz zum Überwintern finden. Igel sind besonders in Städten auf Gärten als Unterschlupf angewiesen – sowie auf Rücksichtnahme und Aufmerksamkeit der Gartenbesitzer.

Einen igelfreundlichen Garten gestalten

Einen igelfreundlichen Garten gestalten
Jeder Einzelne kann die nützlichen Gartenbewohner unterstützen, indem er einen naturnahen Garten gestaltet, der Igeln als Lebensraum dient. Hier einige Tipps:

  • Laub- oder Reisighaufen, dichtes Gebüsch, Hecken, Komposthaufen oder Holzstapel bieten Unterschlupf und Rückzugsmöglichkeiten
  • Heimische statt exotische Gehölze pflanzen
  • Auf englischen Rasen verzichten
  • Hindernisse wie Zäune und Mauern vermeiden oder kleine Öffnungen im unteren Bereich schaffen
  • Keine chemischen Dünger, Schneckenkorn und Rattengift verwenden
  • Tierfallen wie Kellerschächte und Gruben abdecken
  • Wassertränke für frisches, sauberes Trinkwasser bereitstellen
  • Bei einem Gartenteich auf ein flaches Ufer achten

Wussten Sie schon? Gartengeräte wie Laubsauger, Rasenmäher oder Mähroboter können für Igel zum Verhängnis werden. Deshalb sollten Mähroboter möglichst nicht in der Dämmerung und nachts in Betrieb sein, wenn die kleinen Igel aktiv sind. Vorsicht ist auch bei Aufräumungsarbeiten im Garten geboten, denn Igelnester können sich an unvermuteten Stellen verbergen.

Ein bequemer Unterschlupf für Igel

Begegnen Sie in Ihrem Garten einem Igel, dann ist das ein Kompliment: Ihre naturnahe Gartengestaltung stellt den Tieren ausreichend Nahrung und Rückzugsmöglichkeiten zur Verfügung. Was liegt da näher, als dem nützlichen Tierchen einen Unterschlupf und ein bleibendes Wohnrecht zu gewähren? Igel benötigen nicht nur ein Quartier für den Winterschlaf, sondern auch tagsüber einen sicheren Rückzugsort.

Es braucht nicht viel für den Unterschlupf: Ideal ist ein großer Haufen aus Reisig, Ästen und trockenem Laub, den Sie in einer Gartenecke auftürmen. Auch ein sogenanntes Igelhaus oder eine Igelkuppel wird gerne von den Stacheltieren angenommen.

Wussten Sie schon? Psst, während des Winterschlafs nicht stören! Es ist nicht ratsam nachzuschauen, ob und wie der Igel schläft oder den Platz des Igelhauses zu wechseln. Erst wenn die Tiere im Frühjahr ausgeschlafen haben, können Sie den Unterschlupf säubern.

Was fressen Igel?

Auf dem natürlichen Speiseplan des Igels stehen Käfer und andere Insekten sowie Würmer, Larven und Schnecken. Ein Pflanzenfresser ist der Igel nicht: Er verzichtet auf Gemüse und Obst. Auch Milchprodukte und Essensreste verträgt der Igel nicht und kann ernsthaft daran erkranken.

Wenn Sie einen Igel füttern möchten, bietet es sich an, auf Igel-Spezialfutter zurückgreifen – ein ausgewogenes und artgerechtes Nassfutter, das aus einer Mischung aus proteinreichen Insekten oder einem vollwertigen Mix aus Fleisch, Insekten und Ei besteht. Abgesehen davon können Sie Igel auch mit ungewürztem Hackfleisch und Rührei füttern.

Nicht vergessen: Es sollte für Igel immer eine Wasserstelle im Garten bereitstehen, die im besten Fall täglich gereinigt wird. Das ist besonders in der warmen Jahreszeit wichtig.

Igel gefunden: So erkennen Sie, ob er Hilfe braucht

Igel gefunden: So erkennen Sie, ob er Hilfe braucht
Wenn Sie einen Igel im Garten finden, sucht er sich in der Regel selbst einen Unterschlupf und Futter. Allerdings gibt es einige Tiere, bei denen Handlungsbedarf besteht:

  • Verwaiste Jungtiere: Sie kriechen tagsüber über den Rasen, fiepen laut oder liegen dehydriert auf der Seite.
  • Unterernährte Igel: Sie haben meist eingefallenen Flanken und eine deutliche Einbuchtung hinter dem Kopf.
  • Kranke Igel: Sie sind meinst tagaktiv, apathisch und mager. Zudem haben sie eingefallene Augen.
  • Igel, die von Parasiten und deren Eiern befallen sind. Ein von Parasiten übersäter Igel sieht aus, als hätte er sich in Sägespänen gewälzt.
  • Igel, die nach Wintereinbruch noch aktiv sind.
  • Tiere mit Bisswunden oder anderen offensichtlichen Verletzungen.

Igel im Garten: Was tun? Tipps für die Igel-Erstversorgung

Haben Sie einen offensichtlich hilfebedürftigen Igel gefunden, sollten Sie diesen nur mit Handschuhen anfassen. Nicht nur die Stacheln des Tiers sprechen dafür, sondern auch die Gefahr einer Übertragung einer Pilzinfektion oder der Befall von Parasiten.

Prüfen Sie, ob das Tier unterkühlt ist. Das ist der Fall, wenn sich der Bauch kühler als die eigene Handfläche anfühlt. Dann kann es helfen, wenn Sie eine Wärmflasche in ein Handtuch wickeln und es zum Igel legen.

Handelt es sich um Findelkinder? Diese sind meist nicht nur hungrig, sondern auch dehydriert. Fencheltee und spezielles Igelfutter schaffen hier Abhilfe.

Hat der Igel deutliche Verletzungen? Dann bringen Sie das Tier nach Möglichkeit direkt zum Tierarzt.

Die To-Dos je nach Außentemperatur 

Die Außentemperatur liegt über 6 °C

  • Igel im Garten versorgen
  • Futter und Wasser zur Verfügung stellen
  • Unterschlupf anbieten
  • Außenparasiten entfernen

Die Außentemperatur liegt unter 6 °C

  • Igel zum Tierarzt, Tierheim oder zur Auffangstation bringen
  • Alternativ den Igel selbst aufnehmen & pflegen
  • Futter, Wasser und Unterschlupf bereitstellen
  • Außenparasiten entfernen
  • Tägliche Gewichtskontrolle
Igel beherbergen – die ersten Schritte:
  • Legen Sie einen Pappkarton oder eine Plastikwanne mit einer Größe von ca. 50 x 80 x 40 cm dick mit Zeitungen, Zewa und Laub aus.
  • Bieten Sie dem Igel ein Schlafhaus sowie Schälchen mit Futter und Wasser an.
  • Zweige, trockene Blätter & Co. erinnern den Igel an seinen natürlichen Lebensraum und sorgen für Beschäftigung.
  • Achten Sie darauf, dass Sie den Igel bei einer Temperatur von 18–20 °C in einem hellen Raum mit Tageslicht aufziehen.

Parasiten entfernen – so geht's:
  • Fliegeneier, Maden, Flöhe & Co. werden zunächst mit Hilfe einer Zahnbürste aus dem Igel gekämmt. Ein Besuch bei einem erfahrenen Igelpfleger oder dem Tierarzt ist jedoch unumgänglich.
  • Zecken können mit Hilfe einer abgewinkelten Pinzette, einer Zeckenzange oder -schlinge entfernt werden.

Igel überwintern lassen: Das gibt es zu beachten


Ungefähr im November, spätestens bei Wintereinbruch, fallen Igel in ihren natürlichen Winterschlaf. Wenn ein Igel, den sie gepflegt haben, erst kurz vorher das notwendige Gewicht (Idealgewicht: junge Tiere ca. 650 g, erwachsene Tiere ca. 800 g) dafür erreicht hat, ist es ratsam, ihn bei Ihnen zu Hause überwintern zu lassen:

  • Bringen Sie den Igel in einen kühlen Raum, zum Beispiel in die Garage oder den Keller.
  • Bauen Sie dort seine Behausung auf.
  • Versorgen Sie den Igel weiter wie bisher, bis er von alleine in seinen Winterschlaf fällt.
  • Wenn das Tier im Frühjahr (ca. April) aufwacht, füttern Sie ihn, bis das Normalgewicht (junge Tiere ca. 650 g, erwachsene Tiere ca. 800 g) erreicht ist.
  • Bringen Sie den Igel möglichst an den ursprünglichen Fundort zurück.

    Igel im Garten

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