Die Farbratte im Interview

Farbratte im Interview

Ratten müssen bei Menschen nach wie vor gegen viele Vorurteile kämpfen. Obwohl Farbratten sehr intelligent, sehr reinlich und sozial sind und auch ausgesprochen gerne schmusen.

Interview der Farbratte

Hallo, du Ratte!

Das hört sich aber jetzt nicht besonders nett an! Ganz geheuer scheine ich euch Menschen ja nicht zu sein.

Naja, Ratten haben ja nicht gerade den besten Ruf. Sie sollen Krankheiten übertragen ...

Ja, das war früher einmal. Ratten, die von Flöhen mit dem Pestbakterium befallen waren, haben die Pest im Mittelalter verbreitet. Aber das waren Hausratten! Ich bin ein Nachfahre der Wanderratten, wir stammen von zahmen Labortieren ab.

Dann braucht man da also keine Angst um seine Gesundheit zu haben?

Nein – viel häufiger fangen sich Ratten Krankheiten bei ihrem Menschen ein, beispielsweise eine Erkältung. Im Ernst: Ratten sind ganz reinliche Tiere, die sich ausgiebig putzen. Den Käfig muss natürlich unser Besitzer sauber machen – wir können das nicht! Wir haben zwar einen leichten Eigengeruch, müffeln aber nur, wenn etwas mit der Hygiene nicht stimmt. Und das stinkt uns auch, wir haben nämlich ein empfindliches Näschen.

Aber dein nackter Schwanz sieht schon ein bisschen komisch aus!

Der ist nicht nackt, sondern da wachsen Haare dran. Streichelt doch mal sanft darüber, der ist ganz angenehm warm und dazu hochsensibel.

Magst du es denn, wenn man dich angefasst?

Oh, wir schmusen ausgesprochen gern mit unserem Menschen. Meist lassen wir uns schon nach wenigen Tagen hochnehmen und streicheln. Wir gewöhnen uns umso schneller ein, wenn man leise mit uns spricht und keine hastigen Bewegungen macht. Gern sitzen wir auf der Schulter oder im Ärmel von unserem Besitzer. Und wenn wir jemanden besonders gern haben, knabbern wir an seinem Ohr rum. Aber mich bitte nie am Schwanz greifen oder ziehen, denn dies kann zu schweren Verletzungen führen.

Ach, dann seid ihr ja fast so zutraulich wie ein Hund?

Naja, ganz so ist es doch nicht. Wir Ratten möchten gerne Artgenossen um uns herum haben. In der Natur leben wir in großen Familienverbänden mit bis zu 60 Tieren. Am besten kommen wir in der Gruppe mit gleichgeschlechtlichen Ratten aus. Selbst wenn ein Mensch viel Zeit hat – ganz kann er andere Ratten keinesfalls ersetzen.

Dann sollte wohl euer Mensch nicht nur abends für euch Zeit haben?

Im Gegenteil. Tagsüber kuscheln wir Artgenossen miteinander, putzen uns gegenseitig und spielen. Dabei kommunizieren wir im Ultraschallbereich miteinander. So richtig wach werden wir erst in der Dämmerung.

Und was braucht eine Ratte sonst noch?

Reichlich Platz zum Laufen und Klettern! Ein geräumiges Gehege, möglichst auf unterschiedlichen Etagen, ist ideal. Wir fressen gerne Körnerfutter oder Pellets, frisches Obst und Gemüse. An Snackstangen, aber auch an Ästen oder Stroh können wir unsere Nagezähne abnutzen. Wir sind keine reinen Pflanzenfresser. Magerquark oder Joghurt schmecken uns prima, ebenso ein hart gekochtes Ei.

Farbratte im Interview

Darf ich mich vorstellen?

Bezeichnung: Wir Farbratten (Rattus norvegicus forma domestica) stammen von der Wanderratte ab und sind auch als Großmaus bekannt.

Lebenserwartung: Wir können ein Alter von 1 1/2 bis
3 Jahren erreichen.

Größe: Wir erreichen eine Länge von ca. 22–26 cm ohne Schwanz, dieser kann etwa 18–22 cm lang werden.

Gewicht: Rattenweibchen erreichen 250–350 g, die Männchen sogar 350–500 g.

Farb- und Fellzeichnungen: Uns gibt es mittlerweile in vielen verschiedenen Farbvarianten, einfarbig oder mit unterschiedlichen Zeichnungen.

Quelle: Teilweise Dehner Magazin 01/2016