FAQs: Fragen und Antworten zu Hunden

Das wollten Sie schon immer wissen oder Sie suchen nach Antworten auf Ihre Fragen rund um den besten Freund des Menschen?

Hier finden Sie eine kleine Auswahl häufig gestellter Fragen:

  1. Gegen welche Erkrankungen kann man einen Hund impfen lassen?

    Dehner:

    Staupe: Die Staupe wird durch einen Virus verursacht. Die Infektion mit diesem Virus erfolgt durch Kontakt mit einem erkrankten Tier, aber auch durch Einschleppung des Menschen! Drei Formen der Staupe sind bekannt. Leidtragende Organe sind entweder Lunge, Magen und Darm oder auch das Nervensystem. Die Behandlung erkrankter Tiere beschränkt sich häufig nur auf eine Linderung der Symptome. Diese Erkrankung endet leider häufig tödlich. Tiere, die diese Erkrankung überleben, kann man auch später an den zerstörten Zähnen, den rissigen Ballen oder auch einer kaputten Nasenspitze erkennen.

    Hepatitis: Die virusbedingte Leberentzündung wird ebenfalls von Tier zu Tier, aber auch durch den Menschen übertragen. Erkenntlich betroffen sind der gesamte Verdauungstrakt und die Mundhöhle. Äußerst schmerzhafte Milz- und Leberschwellungen, Mandelentzündungen, die zur Futterverweigerung führen, sowie auch Augenentzündungen sind für das betroffene Tier häufig Folgen der Erkrankung. Wenn auch noch eine Blutzersetzung hinzukommt, kann man zumeist für das betroffene Tier nichts mehr tun. Die Hepatitis contagiosa canis endet gerade bei Jungtieren häufig tödlich.

    Parvovirose: Diese durch Viren verursachte Darminfektion stellt die größte Bedrohung für den Welpen dar. Eine Infektion im Welpenalter verläuft häufig tödlich, aber auch erwachsene Tiere können erkranken und daran sterben. Diese klassische Durchfallerkrankung kann sich auch auf die Herzleistung auswirken. Unstillbare Durchfälle, wässrig und übelriechend, später blutig, schädigen das Jungtier so stark, dass es aufgrund des Wasserverlustes zu einem regelrechten Austrocknen des Tieres kommt. Nicht jedes erkrankte Tier stirbt, aber die Entwicklung des Tieres ist nachhaltig verlangsamt. Besonders unangenehm ist es, dass dieser Virus ein regelrechter Überlebenskünstler ist und auch draußen jahrelang überleben kann.

    Zwingerhusten: Der sogenannte Zwingerhusten kommt nicht nur im Zwinger vor. Die Krankheit wird durch mehrere Faktoren ausgelöst, nachgewiesen ist eine Beteiligung verschiedener Bakterien, Viren und vor allem von Stress. Gerade die Abgabe eines Tieres für die Urlaubszeit in eine Pension, einen Zwinger o.ä. bedeutet für den Hund eine enorme Belastung. Die Tiere leiden an Nasenausfluss und extremem, trockenem Husten. Die Erkrankung ist behandelbar. Sie ist jedoch aufwendiger und langfristiger als bei einem normalen Husten.

    Leptospirose: Die diese Krankheit verursachenden Bakterien leben in anderen Hunden, in Nagern, aber auch in hier überall vorkommenden Fleeten und Tümpeln finden die Bakterien ideale Vermehrungsbedingungen. Müdigkeit, Lustlosigkeit und fehlender Appetit sind die ersten Krankheitsanzeichen. Obwohl die Erkrankung nicht tödlich verläuft, kommt es zu einer lebenslangen Schädigung der Leber sowie der Nieren. Die Leptospirose ist eine echte Zoonose, d.h. hier kann der Hund sein Herrchen oder Frauchen mit den Leptospiren infizieren.

    Tollwut: Die Tollwut kann alle Säugetiere befallen. Verantwortlich für die Erkrankung ist ein Virus, der durch den Speichel von befallenen Füchsen auf den Hund und von da aus auch auf den Menschen übertragen werden kann. Die Behandlung infektionsverdächtiger Tiere ist streng verboten; zumeist wird eine Tötung nicht geimpfter Tiere in Gegenden mit Tollwutverdacht von der Gesundheitsbehörde angeordnet. Das gilt natürlich auch für Tiere, bei denen der Verdacht auf einen Kontakt mit einem erkrankten Tier vermutet werden kann. (Achtung bei Wald- und Feldnähe.)

    Borreliose: Die Borreliose ist eine Erkrankung, die über den Zeckenspeichel übertragen wird. Die Krankheitserreger der Borreliose sind Bakterien, die sich am häufigsten im Holzbock, also der verbreitetsten Zeckenart finden lassen. Die Zecken wiederum infizieren sich am Anfang ihres Lebens durch das Blut von Mäusen, in denen die Borrelien leben, ohne der Maus zu schaden. Schon durch einen Biss einer infizierten Zecke kann sich der Hund mit der Krankheit infizieren. Tage bzw. Wochen später beginnen dann die zunächst untypischen Symptome, die dann häufig zu Auffälligkeiten im Bewegungsapparat führen. Die Behandlungsmöglichkeiten sind zwar vorhanden, aber ausgesprochen langwierig und aufgrund der starken Lahmheit des Hundes sehr schmerzhaft.

  2. Wann und wie oft wird ein Hund geimpft?

    Dehner:

    Die Impfintervalle hängen stark von der Lebenssituation und den Haltungsbedingungen ab, hier fragt man am besten den Tierarzt. Falsch ist es aber zu denken, dass ein Hund im Alter nicht mehr geimpft werden muss, denn praktisch alle Krankheiten, gegen die geimpft werden kann, kann der Hund auch im Alter bekommen. In den letzten Jahrzehnten wurde der Hund einmal im Jahr geimpft, nachdem eine Grundimmunisierung im Welpenalter vorgenommen wurde. Seit kurzem haben sich aber die Impfintervalle geändert, da sich zum Teil auch die Impfstoffe verändert haben oder die Bundesregierung im Rahmen eines EU-Beschlusses die Impfintervalle verlängert hat. Ob das sinnvoll ist, können Sie am besten mit dem Tierarzt Ihrer Wahl klären. Bislang gibt es nur wenig Erfahrung mit den neuen Impfintervallen.

  3. Was muss ich bei einem Welpen beachten?

    Dehner:

    Ein Welpe ist wie ein kleines Kind und hat ganz andere Bedürfnisse als ein erwachsener Hund. So ist der Welpe zunächst nicht in der Lage, seine Geschäfte so lang anzuhalten, bis man ihn nach draußen lässt. Ein Welpe schläft mehr, braucht dann aber auch mehr Aufmerksamkeit, wenn er wach ist. Man muss damit rechnen, dass ein Welpe ebenfalls noch nicht viel in seiner Umgebung kennt, das heißt, er ist ständig auf Entdeckungstour und kann sich selbst und auch andere gefährden. Er wird noch nicht so hören wie ein erwachsener Hund das tun sollte. Er bekommt anderes Futter und muss ebenfalls an die meisten für ihn neuen Situationen vorsichtig herangeführt werden.

  4. Darf mein Hund Gras fressen?

    Dehner:

    Wenn ein Hund ab und an mal Gras frisst, ist das nicht gefährlich, sollte er das aber ständig und ausdauernd tun, kann man davon ausgehen, dass der Hund krank ist oder zumindest spezielle Hilfe braucht. Meist weist das Grasfressen auf Bauchweh hin; hier kann der Tierarzt die eigentliche Ursache untersuchen.

  5. Darf mein Hund Schnee fressen?

    Dehner:

    Nein, viele Hunde sind interessiert am Schnee und spielen gerne im Schnee herum, aber es besteht die Gefahr, dass Schnee in größeren Mengen zu Schäden an der Magenschleimhaut führt. Viele Hunde werden im Winter oft in der Tierarztpraxis mit auf Schneefressen basierenden Problemen vorgestellt.

  6. Mein Hund würgt und keucht, hat er womöglich einen Stock verschluckt?

    Dehner:

    Tritt das spontan auf, ist es durchaus möglich. Hier sollte sich der Halter wenn möglich die Mundhöhle des Hundes ansehen, ob ihm etwas Ungewöhnliches auffällt. Wenn die Symptome nicht nachlassen, sollte der Tierarzt aufgesucht werden. Wenn der Hund das schon länger macht, ist es eher ein Hinweis auf eine andere Erkrankung, auch dann sollten Sie zum Tierarzt gehen.

  7. Mein Hund hat Durchfall, muss ich damit zum Tierarzt?

    Dehner:

    Viele Hunde stöbern und einige nehmen auch, vom Halter unbemerkt, etwas auf, was normalerweise nicht auf ihrem Speisezettel steht. Häufig ist die Folge dann ein plötzlich auftretender Durchfall, der aber nach kurzer Zeit, meist schon beim nächsten Kotabsatz, vorbei ist. Erste Maßnahme des Halters bei Durchfall sollte der Futterentzug sein. Ausreichend Wasser sollte jedoch immer zur Verfügung stehen. Hält der Durchfall länger als 24 Stunden an, sollten Sie auf jeden Fall den Tierarzt aufsuchen.

  8. Müssen Hunde auch die Krallen geschnitten bekommen?

    Dehner:

    Bei sehr kleinen und leichten Hunden sollten öfter die Krallenlänge kontrolliert werden, da bei ihnen häufiger die Krallen geschnitten werden müssen. Bei großen Hunden nutzen sich die Krallen aufgrund des Gewichtes der Tiere eher ab. Hier sollten Sie im Alter und auch, wenn der Hund sich nicht soviel bewegt, ein Auge darauf haben. Eine spezielle Erkrankung sind extrem stark gebogene Krallen, in diesem Fall müssen die Krallen regelmäßig kontrolliert werden, da sie sich bei dieser Krallenform nicht abnutzen.

  9. Kann ich meinen Hund auch selber baden oder soll ich ihn zum Hundefriseur geben?

    Dehner:

    Wenn Sie es sich zutrauen und auch die entsprechende Möglichkeiten haben, können Sie den Hund selber Zuhause baden. Wichtig ist es aber, ein spezielles Shampoo für Hunde zu benutzen, da die Haut des Hundes einen anderen pH-Wert aufweist, als die des Menschen. Vermutlich wehrt sich das Tier beim ersten Mal, schlimmstenfalls beißt er sogar. Daher lassen viele ihren Hund vom „Profi“ baden.

  10. Was bedeutet es, wenn die Nase meines Hundes trocken oder warm ist?

    Dehner:

    Durch die ständige Tränenproduktion und das Ableiten der Tränenflüssigkeit im vorderen Nasenbereich ist der Nasenspiegel des Hundes in der Regel immer etwas feucht und zumeist aufgrund der normalen Durchblutung auch immer etwas warm. Ohne andere Symptome ist daher ein trockener oder leicht warmer (Handrückentemperatur) Nasenspiegel in der Regel nichts Besorgniserregendes.

  11. Woran erkenne ich, dass mein Hund Schmerzen hat?

    Dehner:

    Auffällige Verhaltensweisen wie vermehrtes Schmusen, der Hund sucht ständig die Nähe des Menschen, um Aufmerksamkeit zu erlangen, oder ein extremes Sich-Zurückziehen können Hinweise sein, dass es Ihrem Liebling nicht gut geht. Viele Hunde stellen auch die Futteraufnahme ein. Ebenso kann ein Ausweichen des Hundes beim üblichen Umgang mit ihm ein Hinweis auf Schmerzen sein.

  12. Woran erkenne ich, dass mein Hund Fieber hat?

    Dehner:

    Das beste und sicherste Mittel ist es, mit einem üblichen Fieberthermometer, welches mit Vaseline o.Ä. gleitfähig gemacht wird, im After die Temperatur zu messen. Diese sollte beim Hund in Ruhe nicht mehr als 38,5 Grad Celsius betragen. Auch ein vermehrtes Trinken kann ein Hinweis auf eine erhöhte Körpertemperatur sein.

  13. Wie lange soll ich eigentlich mit meinem Hund spazieren gehen?

    Dehner:

    Das hängt stark vom Alter und auch von der Rasse des Hundes ab. Grundsätzlich würde ich immer von zwei bis drei Stunden pro Tag ausgehen. Wer nicht so viel Zeit hat, sollte dem Hund den Auslauf am Rad beibringen und kann dann ca. eine Stunde weniger einplanen. Ausnahmen sind extrem junge Hunde (rasseabhängig unter 5 bis 8 Monaten) sowie auch alte Hunde (rasseabhängig über 7 bis 10 Jahre), die in der Regel deutlich weniger geballte Bewegung brauchen. Hier wird der Hund aber auch zeigen, wann er nicht mehr kann.

  14. Mein Hund hat grässlichen Mundgeruch. Liegt das am Futter?

    Dehner:

    Da ein Hund sich nicht die Zähne putzt, riecht die Mundhöhle eines Hundes immer etwas stärker als die eines Menschen. Der Geruch sollte an das Futter erinnern, was ihm gegeben wurde. Mundgeruch, der faulig, nach Aas oder sauer riecht, ist jedoch auch bei einem Hund nicht normal. Dann sollte das Tier auf jeden Fall auf Zahnstein, Entzündungen oder andere Veränderungen in der Mundhöhle vom Tierarzt untersucht werden.

  15. Wie oft muss ich meinen Hund entwurmen?

    Dehner:

    Grundregel ist hier ca. viermal im Jahr. Natürlich hängt das auch mit der Lebenssituation zusammen. Ein Schoßhund, der praktisch nie draußen läuft und wenig Kontakt zur Natur und zu anderen Tieren hat, läuft weniger Gefahr, sich mit Würmern zu infizieren, als der freilaufende Hund, der durch Feld und Wald streift. Auf jeden Fall sollte der Hund vor dem Impfen entwurmt werden.

  16. Sind eigentlich die Würmer, die ein Hund haben kann, auch für den Menschen gefährlich?

    Dehner:

    Ja, leider. Daher sollte ein Hund regelmäßig entwurmt werden, um eine Infektion des Menschen zu verhindern. Gerade Kinder sind hier besonders gefährdet. Wurmkuren sind in der Regel gut verträglich und am einfachsten direkt beim Tierarzt zu bekommen.

  17. Welches Spielzeug eignet sich für meinen Labrador?

    Dehner:

    Bei der Auswahl ist zu beachten, dass das Spielzeug an die Größe des Hundes und seine Fähigkeiten angepasst ist. So macht es keinen Sinn, Ballschleudern für große Distanzen bei z.B. Pekinesen einzusetzen. Bei den meisten Spielzeugen müssen Sie allerdings daran denken, dass der Hund auch erst lernen muss, damit zu spielen. Ungeeignete Spielzeuge sind Tennisbälle (Oberfläche schadet den Zähnen), Flummis oder Tischtennisbälle (zu klein, können verschluckt werden), Kinderspielzeug (Kleinteile können abgehen und verschluckt werden), Puppen (die Synthetikfaser-Füllung wird häufig gefressen und kann zu Verstopfungen führen), Gegenstände aus Metall, nicht speichelechte Plastikgegenstände, stark gefärbte Spielzeuge oder auch Hohlgummitiere.

  18. Mein Hund mag es gar nicht, wenn ich ihn an den Ohren kraulen will. Früher hat er das immer gemocht?

    Dehner:

    Hinter dieser Reaktion kann, vor allem wenn der Hund das früher genossen hat, eine Ohrenentzündung stehen. Schauen Sie zunächst mal, ob die Ohren schon von außen verschmutzt sind oder auch übel riechen. Wenn das der Fall ist, liegt häufig eine Ohrenentzündung vor, die sich, wenn man nicht unverzüglich etwas unternimmt, schnell verschlimmern kann. Sollte der Hund sich nicht nur dem Ohrenkraulen entziehen, sondern sogar Schmerzen zeigen (schreien, jaulen), könnte sogar ein Fremdkörper die Ursache sein. Auch in diesem Fall ist dringendst der Tierarzt aufzusuchen, der die geeigneten Instrumente hat, um den Fremdkörper zu entfernen. Sehr häufige Fremdkörper sind Getreidegrannen, die ins Ohr fallen, wenn der Hund durchs Gebüsch läuft und sich immer tiefer ins Ohr hinein bewegen.

  19. Ich habe zwei Hunde, eine Hündin und einen Rüden. Jetzt hab ich schon öfter gesehen, dass meine Hündin bei meinem Rüden aufspringt und sich wie ein Rüde verhält. Ist sie etwa "andersrum"?

    Dehner:

    Nein, davon ist eher nicht auszugehen. Die „Rüdenrolle“ bei einem anderen Hund zu übernehmen hat etwas mit dem Dominanzverhalten des Hundes zu tun. In der Regel ist der Hund, der aufspringt, ranghöher als derjenige, der es duldet. Daher kommt es vor, dass auch eine Hündin bei einem Rüden aufspringt.

  20. Ich habe seit kurzem ein Hundebaby. Ab wann darf es Treppen steigen?

    Dehner:

    Grundsätzlich gilt: Solange die Gelenke noch nicht vollständig ausgereift sind, kann eine so besondere Belastung wie das Treppensteigen Schäden in den Gelenken hervorrufen, die irreparabel sind. Da die Entwicklung verschiedener Hunderassen ganz unterschiedliche Zeit in Anspruch nimmt, sollten Sie sich bei ihrem Hund auch etwas genauer informieren. Wir empfehlen, vor dem sechsten Lebensmonat das Treppensteigen über mehrere Stockwerke möglichst zu vermeiden – bei der einen oder anderen Rasse kann es sinnvoll sein noch etwas länger zu warten (meist Rassen über 35 kg Endgewicht).