Bodenverbesserung im Hausgarten


Leider ist nicht jeder Gartenboden ideal – doch lassen sich die meisten Böden mit etwas Geduld und verschiedenen Hilfsmitteln durchaus verbessern. Vor allem auf noch neu bebauten Grundstücken, gehört der Garten zu den Sorgenkindern Nummer 1. Verdichteter Gartenboden durch Baumaschinen & Co. stellt eine besondere Herausforderung dar.
Allgemeines

Um die unterschiedlichen Bodenarten (Sand, Schluff, Ton, Lehm) gartenbaulich nutzbar zu machen, ist eine Bodenbearbeitung unabdingbar. Umgraben, hacken, düngen, Kompost einarbeiten, mulchen usw. stehen jährlich auf dem Gartenplan. Bei der Bodenbearbeitung gibt es einiges zu beachten. Möchten Sie die Bodenorganismen mit ihrer positiven Auswirkung auf die Bodengesundheit erhalten und vermehren.

Der Regenwurm zählt zu den fleißigen Helfern, die den Boden lockern.

Die Bodenprobe

Zunächst macht es durchaus Sinn den Gartenboden etwas genauer unter die Lupe zu nehmen.

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Durch exakte und regelmäßige Boden-Analysen im ca. 5 Jahrestakt kennen Sie Ihren Boden und können für Ihre Blumen, Gemüse, Obst-, und Ziergehölze wie auch Rasen eine bedarfsgerechte Düngung berechnen. Die Analyse beinhaltet folgende Werte: Bodenart, pH-Wert, Phosphor-Gehalt, Kali-Gehalt, Magnesium-Gehalt und Humus-Gehalt. >> Zum Dehner-Lexikon

Weist der Boden einen Nährstoffmangel oder -überschuss auf, kann es zur Unterversorgung oder auch Festlegung bestimmter Nährstoffe kommen.

Ihre Pflanzen zeigen Mangelerscheinungen. Diese haben Auswirkungen auf Wuchs, Ernteerträge aber auch Krankheits- und Schädlingsanfälligkeit. Genauere Informationen zur Bodenprobe wie auch Art und Weise der Entnahme, im Frühjahr bzw. Spätherbst, finden Sie in folgendem PDF-Dokument:

Die vier Hauptbodenarten

Generell werden die Bodenarten zur Vereinfachung in vier Hauptarten unterteilt: Sand, Schluff-, Ton- oder Lehmböden. Nur selten kommen die Böden in ihrer reinen Form vor. Meist bezeichnet ein Überschuss der jeweiligen Art die Bodenart.

Anhand der Bodenart lässt sich einiges für die Pflege und den Anbau ableiten. Ein sandiger Lehmboden ist demnach gut bis sehr gut zu bearbeiten. Mit einer zusätzlichen Humuszufuhr bzw. Düngung, können Nährstoffe in ausreichendem Maße zur Verfügung gestellt werden. Das Wasserhaltevermögen ist in dieser Kombination dann durchaus als gut zu bezeichnen - wie auch die Wasserversorgung der Pflanzen.

Weitere Eigenschaften von Bodenkombinationen können Sie folgender Tabelle entnehmen:

Eigenschaften je BodenartSandSchluffTonLehm
Bearbeitung des Bodens + + + - - - +
Speicherung der Nährstoffe - - - + + +
Nachlieferung der Nährstoffe - + + + +
Wasserhaltevermögen - - + + + + +
Wassernachlieferung - + + - +
Drainagewirkung + + - - - + -
- - = sehr schlecht; - = schlecht; + - = mittel; + = gut; + + = sehr gut

Gerne beraten Sie unsere Mitarbeiter vor Ort und helfen Ihnen bei Ihrer Bodenanalys. Auch erhalten Sie Empfehlungen zu Erden und Düngemitteln.


Gezielte Maßnahmen zur Bodenverbesserung

Umgraben oder nicht!?

Die Bodenstruktur und -Belüftung können Sie, durch das Umgraben mit dem Spaten im Herbst, fördern. Die so genannte Frostgare der Wintermonate sorgt für feinkrümelige Erde, die sich hervorragend für die nächste Bepflanzung eignet. Diese Variante ist vor allem bei schwereren Böden wie Lehmböden oder bei Neuanlage eines Beetes zu empfehlen.

Nachteil: Gleichzeitig werden durch das Umkrempeln des Bodens viele Bodenlebewesen geschädigt und u. U. Nährstoffe ausgewaschen.

Erde locker und umgraben – mit dem Spaten geht’s ans Werk.

Die Organismen des Bodens schonen und eine Nährstoffauswaschung verhindern können Sie, indem Sie die Bodenoberfläche über den Winter mit Gründüngungspflanzen abdecken und den Boden im Frühjahr oberflächlich lockern. Möchten Sie Kompost oder abgelagerten Mist ausbringen, empfehlen sich ebenfalls die Monate März und April, also kurz vor der Einsaat bzw. dem Einsetzen der Pflanzen.

Nachteil: Bei schweren Tonböden entsteht keine vergleichbare Krümelstruktur – das Anpflanzen wird erschwert.



Dehner-Tipp:

Entfernen Sie bereits beim Umgraben im Herbst alle Samenunkräuter wie z.B. Vogelmiere, Melde und Hirtentäschelkraut oder arbeiten Sie diese im Frühjahr direkt ins Beet ein. Wurzelunkräuter wie z.B. Giersch, Quecken und Winden sollten komplett entfernt werden.

Gehört Ihr Boden zu den leichteren Gartenböden oder möchten Sie Ihren Boden zum Schutz der Bodenorganismen auf keinen Fall grob bearbeiten, können Sie ihn auch mulchen oder Gründüngungspflanzen im Herbst aussäen.

Zur Bodenlockerung arbeiten Sie die Erde dann nach dem Winter mit einem Sauzahn, einer Handegge oder Harke durch. Dabei handelt es sich um Kultivatoren, die den Boden lockern, ohne ihn zu wenden.

Messung des pH-Wertes

Die meisten Pflanzen benötigen einen alkalischen bis schwach sauren pH-Wert (5–7,5) im Boden, da sonst notwendige Spurenelemente und Phosphat im Boden festgelegt werden und nicht mehr pflanzenverfügbar sind.

Um diesem entgegen zu wirken, können Sie nach einem pH-Wert Schnelltest zusätzliche Kalkgaben (z.B. Dehner Gartenkalk bis 14 Tage vor Aussaat oder Meeresalgenkalt) ausbringen. Der beste Zeitpunkt hierfür ist 2–3 Wochen vor der Pflanzung, da dann der Kalk noch in den Boden eingewachsen werden kann.

Generell neutralisiert Kalk Bodensäuren und schafft damit gute Voraussetzungen für ein reges Bodenleben. Eine schwachsaure Bodenreaktion begünstigt den Stoffumsatz im Boden und verbessert die Pflanzenernährung.


Neudorff pH-Bodentest

Mulchen


Eine Mulchschicht aus Stroh schützt Ihre Pflanzen.

Auch das Mulchen des Gartenbodens trägt zur Verbesserung der Bodenstruktur bei. Die Vorteile einer Mulchschicht, liegen klar auf der Hand. So werden Kulturböden vor Witterungseinflüssen, Temperaturschwankungen, Unkräutern usw. geschützt. Der zusätzliche Düngeeffekt ist hierbei nicht zu unterschätzen.

Je nach Bodenart eigenen sich Kompost, Rasenschnitt, Grünabfälle, Unkraut (keine Wurzelunkräuter), Laub und Rindenprodukte, die auf den Boden aufgebracht werden.

Gründüngung

Alternativ können Sie auch eine Gründüngung einsäen. Sie wird vor der Samenreife abgemäht und eingearbeitet. Säen sie im Herbst aus, können Sie die Pflanzen über den Winter stehen lassen und im Frühjahr einarbeiten .


Die Phacelia (Bienenfreund) ist als Gründdüngungspflanze gut geeignet.

Gesteinsmehl

Möchten Sie die Tonmineral- und Humusbildung Ihres Bodens positiv beeinflussen, können Sie auf eine breite Palette an verschiedensten Gesteinsmehlen (Lava-Gesteins-, Urgesteinsmehl & Co.) zurückgreifen. Sie dienen weniger als Dünge- oder Pflanzenschutzmittel, sondern eher als Bodenhilfsstoff. Vor allem die bodenverbessernden Spurenelemente (Kieselsäure und Aluminiumoxid) wirken sich positiv auf den Boden aus.

Kompost


Thermokomposter für einen schnellen Rotteprozess.

Soll der Nährstoffhaushalt des Bodens verbessert werden, eignet sich „das schwarze Gold“ vom hauseigenen, durchgerotteten Kompost sehr gut. Die feinkrümelige Erde und der enthaltene Humus, binden Wasser und dienen als Depotdünger. Dieser gibt bei Bedarf Mineralien und Nährstoffe frei.