Kompost - Kreislauf der Natur

Kompost - Kreislauf der Natur
In der Natur werden organische Stoffe, die verrotten, zum Ausgangspunkt für neue Pflanzen. Bodenlebewesen und Mikroorganismen zersetzen Pflanzenreste und bilden damit wertvollen Humus – den Bodenverbesserer überhaupt. Eigene Komposterde herstellen können Sie relativ simple, wenn Sie einen Thermokomposter oder je nach Wunsch einen Haufenkomposter in Ihrem Garten platzieren.

Diesen Komposter hol ich mir

Bei der Wahl des geeigneten Komposters kommt es zunächst auf die eigenen Vorlieben an. Darüber hinaus spielen der Zeitfaktor des Kompostierens wie auch die zu kompostierende Menge eine Rolle. Verschiedene Varianten stehen zur Wahl wir stellen die beiden gängigsten vor:

Standort: Komposter in Position

Standort: Komposter in Position



Der ideale Standort eines Komposters leicht schattig und windgeschützt. Ist der Kompost gut zu erreichen lässt er sich bestens im Gartenalltag integrieren und auch Bioabfälle aus der Küche finden leicht ihren Weg.

Der Untergrund des Kompostplatzes sollte direkten Erdkontakt besitzen, da die Bodenlebewesen nur so vom Boden in den Kompost übersiedeln können. Des Weiteren können Temperatur- und Feuchtigkeitschwankungen durch den direkten Bodenkontakt besser ausgeglichen werden. Ungebetenen Gästen wie Ratten oder Mäusen wird der Zutritt durch Drahtgitter verwehrt. 

Kompostierung im ganzjährigen Verlauf

Im Grunde kann ein Komposthaufen ganzjährig aufgebaut werden. Am besten geeignet ist jedoch der noch frostfreie Herbst, da hier die meisten Gartenabfälle anfallen. Schnittgut & Co. bilden die besten Augangsmaterialien zum Start in das eigene Kompostieren.


Was darf auf den Kompost?

Nicht alle Abfälle, die im Haushalt und im Garten anfallen, sind für den Komposthaufen und dessen fleißige Helfer geeignet. In der nachfolgenden Tabelle finden Sie eine Übersicht über die Dinge, die auf den Kompost gehören und weniger geeignete Kompostbestandteile.


Geeignet

  • Dünne Äste
  • Laub
  • Gras
  • Blumenreste
  • Obst -und Gemüsereste
  • Tee -und Kaffeesud
  • Speisereste und Eierschalen
  • verdorbene Milchprodukte
  • Holzreste und Hobelspäne
  • Topferde
Bedingt geeignet

  • Kranke Pflanzenteile
  • Fleisch und Knochen (unbedingt abdecken)
  • Samentragende Unkräuter (vor der Samenbildung)
  • Speiseölreste (nur in sehr kleinen Mengen)
  • Papier und Pappe
  • Haustiermist
  • Asche
  • Südfruchtschalen (aus dem Bioanbau)
Ungeeignet

  • Zigaretten
  • Staubsaugerbeutel
  • Kunststoffe
  • Farben
  • Textilien
  • Öle
  • Pflanzenschutzmittel
  • Bauschutt
  • Nussschalen (zu lange Rottezeit)

Richtig geschichtet, ist die halbe Miete

Richtig geschichtet, ist die halbe Miete
Für die unterste Schicht eignet sich grobes Material, z. B. Holzhäcksel, Baumschnitt und Schnittgrün. So ist für eine gute Durchlüftung des Kompostes gesorgt.

Für die weitere Kompostierung einfach die anfallenden Abfälle übereinander schichten. Dabei sollten Sie darauf achten, dass die Abfälle immer gut gemischt sind und in vielfältiger Zusammensetzung in den Kompost kommen.

Bringen Sie alle 20 – 30 cm eine ca. 5 cm hohe Erdschicht auf. Die Bodenlebewesen und Mikroorganismen werden dadurch angeregt und die Kompostierung beschleunigt.

Die Höhe eines Komposthaufens sollte 1,50 m nicht überschreiten, da sonst der Kompostiervorgang zu lange dauert und sich die Abfälle nicht richtig zersetzen.

Durch die Zugabe von einem Kompostbeschleuniger können Sie den Kompostiervorgang wie bei einer Thermokompostierung antreiben.



Wohlfühlklima für Bodenorganismen & Co.


Der richtige pH-Wert, die Temperatur, der Feuchtigkeits- und Sauerstoffgehalt wie auch Nährstoffgehalt spielen bei der Kompostierung eine wesentliche Rolle. Damit sich die Hauptakteure des Zersetzungsprozesses "heimisch" fühlen, ist es von Vorteil optimale Bedingungen zu schaffen.

pH-Wert: Messen Sie ab und an den pH-Wert Ihres Kompostes und passen Sie diesen durch Zugabe organischen oder mineralischen Materials an. Ein saures Millieu fördert Pilze, ein alkalisches Bakterien.

Feuchtigkeitsgehalt: Der Kompost sollte in etwa so feucht sein wie ein ausgepresster Schwamm. Zu viel Feuchtigkeit lässt ihn faulen. Haufenkomposter müssen deshalb bei starkem Regen abgedeckt werden. Bei längerer Trockenheit heißt es wässern.

Sauerstoffgehalt: Für eine gute Belüftung können Sie sorgen, indem Sie z. B. mit einer Hake in den Kompost stechen oder diesen umschichten. Letzteres empfiehlt
sich vor allem bei Haufenkompostern. Auch können Sie im Frühsommer (nach der Winterruhe der Nützlinge) Ihren Komposthaufen umsetzen.
Temperatur: Gerade im Sommer gilt es zudem die Temperatur des Kompostes im Auge zu behalten. Zu Beginn des Rotteprozesses sind 60 °C durchaus normal. Steigen die Temperaturen höher, sterben die Bodenorganismen den Hitzetod. Eine gute Durchlüftung verhindert neben der passenden Standortwahl den Temperaturanstieg.

Nährstoffgehalt: Um sich aktiv zu vermehren, benötigen Mikroorganismen viel Stickstoff. Sorgen Sie für nährstoffreiches Kompostgut und achten Sie auf die Menge nährstoffarmen Materials. Ausgewogenheit ist das Ziel. Ein "zu viel" an Stickstoff führt zur Zersetzung der Humus-Moleküle, ein "zu wenig" bringt den Rotteprozess zum Erliegen.
Dehner-Tipp: Mit Grasschnitt lässt sich die Feuchtigkeit des Kompostes wunderbar regulieren. Ist das Kompostiergut zu trocken, kann feuchter Rasenschnitt untergemischt werden. Ist der Kompost zu feucht, kann getrockneter Rasenschnitt Abhilfe schaffen.

Ende des Kompostierens

Ende des Kompostierens

Der Kompost ist “fertig”, wenn sich der Abfallhaufen in krümelige, lockere, braune Erde “verwandelt” hat. Bei Haufenkompostern dauert dies mindestens 9 Monate, bei Thermokompostern ca. 3 Monate. Ob der Kompost verwendet werden kann oder noch zu frisch ist und etwas liegen bleiben sollte, kann mittels des Kressetests geprüft werden.

So funktioniert es:

Eine Handvoll Humus wird gut gewässert und beispielsweise in ein kleines Anzuchtgewächshaus gegeben. Die schnell keimenden Kressesamen werden ausgesät und dann leicht angedrückt.

Keimt das Saatgut nicht, sollte der Kompost weiter reifen, da er noch zu frisch und pflanzenunverträglich ist. Zeigen sich die Kressepflänzchen von ihrer grünen Seite, kann der Kompost vollends gesiebt und ausgebracht werden.

Klein, aber Oho - Kompostieren auf engstem Raum

Klein, aber Oho - Kompostieren auf engstem Raum
Auch auf kleinstem Raum können Sie Ihren eigenen Kompost produzieren und dabei Ihre Küchenabfälle hervorragend verwerten. Bokashi, so heißt der fermentierte Kompost, der gemäß der japanischen Eimer-Methode mit Hilfe von effektiven Mikroorganismen gebildet wird.

Der Komposter für die Küche kann auch dort seinen Platz finden, da die Fermentierung / Kompostierung völlig geruchlos von statten geht. Bereits nach kürzester Zeit kann der so genannte Gärrest als flüssiger Pflanzendünger verwendet werden. Ca. 4 Wochen später folgt der wertvolle Kompost, der für Balkonpflanzen, Kübelpflanzen und auch im Garten genutzt werden kann.
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