Kompost - Kreislauf der Natur

Kompost - Kreislauf der Natur
In der Natur werden organische Stoffe, die verrotten, zum Ausgangspunkt für neue Pflanzen. Bodenlebewesen und Mikroorganismen zersetzen Pflanzenreste und bilden damit wertvollen Humus – den Bodenverbesserer überhaupt. Eigene Komposterde herstellen können Sie relativ simple, wenn Sie einen Thermokomposter oder je nach Wunsch einen Haufenkomposter in Ihrem Garten platzieren.

Diesen Komposter hol ich mir

Bei der Wahl des geeigneten Komposters kommt es zunächst auf die eigenen Vorlieben an. Darüber hinaus spielen der Zeitfaktor des Kompostierens wie auch die zu kompostierende Menge eine Rolle. Verschiedene Varianten stehen zur Wahl - wir stellen die beiden gängigsten vor:

    • Thermokomposter: In diesem geschlossenen System erfolgt die Zersetzung am schnellsten und die Feuchtigkeit lässt sich am leichtesten regulieren. Die Kompostierung dauert in der Regel nur 5 8 Wochen.

  • Haufenkomposter: Bei offenen Systemen wie dem Haufenkomposter findet eine bessere Durchlüftung des Kompostmaterials statt. Allerdings dauert der Rotteprozess länger und auch die Gewinnung des schwarzen Golds ist zeitintensiver.

Standortwahl für Komposter

Standortwahl für Komposter



Bei der Gewinnung von Humus spielt der ideale Standort des Kompostes eine wesentliche Rolle. Dieser sollte leicht schattig und windgeschützt sein. Von Vorteil ist es, wenn der Kompost gut zu erreichen ist. Denn dadurch lässt er sich bestens im Gartenalltag integrieren und auch Bioabfälle aus der Küche finden leicht ihren Weg.

Achten Sie bei der Kompostierung darauf, dass der Untergrund des Kompostplatzes nicht mit Beton oder sonstigen Materialien abgedichtet ist.

Für die Bodenlebewesen ist es wichtig, dass sie ungehindert vom Boden in den Kompost übersiedeln können. Des Weiteren können Temperatur- und Feuchtigkeitschwankungen durch den direkten Bodenkontakt besser ausgeglichen werden. Ungebetenen Gästen wie Ratten oder Mäusen wird der Zutritt durch Drahtgitter verwehrt. 

Klein, aber Oho - Kompostieren auf engstem Raum

Klein, aber Oho - Kompostieren auf engstem Raum
Auch auf kleinstem Raum können Sie Ihren eigenen Kompost produzieren und dabei Ihre Küchenabfälle hervorragend verwerten. Bokashi, so heißt der fermentierte Kompost, der gemäß der japanischen Eimer-Methode mit Hilfe von effektiven Mikroorganismen gebildet wird.

Der Komposter für die Küche kann auch dort seinen Platz finden, da die Fermentierung / Kompostierung völlig geruchlos von statten geht. Bereits nach kürzester Zeit kann der so genannte Gärrest als flüssiger Pflanzendünger verwendet werden. Ca. 4 Wochen später folgt der wertvolle Kompost, der für Balkonpflanzen, Kübelpflanzen und auch im Garten genutzt werden kann.

Kompostierung im ganzjährigen Verlauf

Im Grunde kann ein Komposthaufen ganzjährig aufgebaut werden. Am besten geeignet ist jedoch der noch frostfreie Herbst, da hier die meisten Gartenabfälle anfallen. Schnittgut & Co. bilden die besten Augangsmaterialien zum Start in das eigene Kompostieren.


Was darf auf den Kompost?

Nicht alle Abfälle, die im Haushalt und im Garten anfallen, sind für den Komposthaufen und dessen fleißige Helfer geeignet. In der nachfolgenden Tabelle finden Sie eine Übersicht über die Dinge, die auf den Kompost gehören und weniger geeignete Kompostbestandteile.


Geeignet

  • Dünne Äste
  • Laub
  • Gras
  • Blumenreste
  • Obst -und Gemüsereste
  • Tee -und Kaffeesud
  • Speisereste und Eierschalen
  • verdorbene Milchprodukte
  • Holzreste und Hobelspäne
  • Topferde

Bedingt geeignet

  • Kranke Pflanzenteile
  • Fleisch und Knochen (unbedingt abdecken)
  • Samentragende Unkräuter (vor der Samenbildung)
  • Speiseölreste (nur in sehr kleinen Mengen)
  • Papier und Pappe
  • Haustiermist
  • Asche
  • Südfruchtschalen (aus dem Bioanbau)

Ungeeignet

  • Zigaretten
  • Staubsaugerbeutel
  • Kunststoffe
  • Farben
  • Textilien
  • Öle
  • Pflanzenschutzmittel
  • Bauschutt
  • Nussschalen (zu lange Rottezeit)

Häckseln - so klein wie nötig und möglich

Vor dem Kompostieren müssen große Abfälle wie z.B. Äste, Zweige, sehr große Stauden zerkleinert werden, damit sie von den Bodenlebewesen überhaupt zersetzt werden können. Hierzu werden in der Regel Häcksler verwendet, die mit rotierenden Messern oder Fräswalzen das Schnittgrün zerkleinern.

Nur starke Äste lassen sich in frischem Zustand besser verarbeiten. Wenn möglich sollten sich keine Erdklumpen am Häckselgut befinden – so lässt sich ein Abstumpfen der Messer vermeiden. Nicht nur zum Kompostieren kann das gehäckselte Schnittgut verwendet werden, sondern auch als Mulch. Zu diesem Zweck wird es locker unter Bäumen, Büschen und Sträuchern verteilt. Der Boden trocknet langsamer aus, Unkraut wird unterdrückt und im Winter ist ein leichter Frostschutz gegeben.
Dehner-Tipp: Ein regelmäßiges Nachschärfen und Erneuern der Messer führt zu einer höheren Verarbeitungsgeschwindigkeit und einer besseren Auslastung bzw. Effizienz des Gerätes. Das Häckselgut sollte möglichst trocken sein, bevor es zerkleinert wird.

Richtig geschichtet, ist die halbe Miete

Richtig geschichtet, ist die halbe Miete
Für die unterste Schicht eignet sich grobes Material, z. B. Holzhäcksel, Baumschnitt und Schnittgrün. So ist für eine gute Durchlüftung des Kompostes gesorgt.

Für die weitere Kompostierung einfach die anfallenden Abfälle übereinander schichten. Dabei sollten Sie darauf achten, dass die Abfälle immer gut gemischt sind und in vielfältiger Zusammensetzung in den Kompost kommen.

Bringen Sie alle 20 – 30 cm eine ca. 5 cm hohe Erdschicht auf. Die Bodenlebewesen und Mikroorganismen werden dadurch angeregt und die Kompostierung beschleunigt.

Die Höhe eines Komposthaufens sollte 1,50 m nicht überschreiten, da sonst der Kompostiervorgang zu lange dauert und sich die Abfälle nicht richtig zersetzen.

Durch die Zugabe von einem Kompostbeschleuniger können Sie den Kompostiervorgang wie bei einer Thermokompostierung antreiben.



Wohlfühlklima für Bodenorganismen & Co.


Der richtige pH-Wert, die Temperatur, der Feuchtigkeits -und Sauerstoffgehalt wie auch Nährstoffgehalt spielen bei der Kompostierung eine wesentliche Rolle. Damit sich die Hauptakteure des Zersetzungsprozesses "heimisch" fühlen, ist es von Vorteil optimale Bedingungen zu schaffen.

pH-Wert: Die Lebensaktivität, Vermehrung wie auch Kompostzusammensetzung lebender Organismen werden durch den pH-Wert beeinflusst. In einem sauren Millieu fühlen sich vor allem Pilze wohl und vermehren sich stärker. Für Bakterien gilt eine leicht alkalische Umgebung als optimal. Messen Sie ab und an den pH-Wert Ihres Kompostes und passen Sie diesen durch Zugabe organischen oder mineralischen Materials an.

Feuchtigkeitsgehalt: Generell sollte der Kompost in etwa so feucht sein wie ein ausgepresster Schwamm. Zu viel Feuchtigkeit lässt den Kompost faulen. Haufenkomposter müssen deshalb bei starkem Regen abgedeckt werden. Bei längerer Trockenheit hingegen, kann der Rotteprozess durch zusätzliches Wässern in Gang gehalten werden.

Dehner-Tipp: Mit Grasschnitt lässt sich die Feuchtigkeit des Kompostes wunderbar regulieren. Ist das Kompostiergut zu trocken, kann feuchter Rasenschnitt untergemischt werden. Ist der Kompost zu feucht, kann getrockneter Rasenschnitt Abhilfe schaffen.

Sauerstoffgehalt: Für eine gute Belüftung können Sie sorgen, indem Sie z. B. mit einer Hake in den Kompost stechen oder diesen umschichten. Letzteres empfiehlt sich vor allem bei Haufenkompostern. Auch können Sie im Frühsommer (nach der Winterruhe der Nützlinge) Ihren Komposthaufen umsetzen bzw. durchmischen. Die Aktivität der Mikroorganismen wird durch die Durchlüftung gefördert. Vermeiden Sie anschließend Verdichtungen, um die Sauerstoffzufuhr zu gewährleisten.

Temperatur: Gerade im Sommer gilt es zudem die Temperatur des Kompostes im Auge zu behalten. Zu Beginn des Rotteprozesses sind 60 °C durchaus normal. Steigen die Temperaturen höher, sterben die Bodenorganismen den Hitzetod. Eine gute Durchlüftung verhindert neben der passenden Standortwahl den Temperaturanstieg.

Nährstoffgehalt: Um sich aktiv zu vermehren, benötigen Mikroorganismen viel Stickstoff. Sorgen Sie für nährstoffreiches Kompostgut und achten Sie auf die Menge nährstoffarmen Materials. Ausgewogenheit ist das Ziel. Ein "zu viel" an Stickstoff führt zur Zersetzung der Humus-Moleküle, ein "zu wenig" bringt den Rotteprozess zum Erliegen.

Ende des Kompostierens

Ende des Kompostierens

Der Kompost ist “fertig”, wenn sich der Abfallhaufen in krümelige, lockere, braune Erde “verwandelt” hat. Bei Haufenkompostern dauert dies mindestens 9 Monate, bei Thermokompostern ca. ein Vierteljahr. Ob der Kompost verwendet werden kann oder noch zu frisch ist und etwas liegen bleiben sollte, kann mittels des Kressetests geprüft werden.

So funktioniert es:

Eine Handvoll Humus wird gut gewässert und beispielsweise in ein kleines Anzuchtgewächshaus gegeben. Die schnell keimenden Kressesamen werden ausgesät und dann leicht angedrückt. Als Blindprobe und zur Kontrolle kann zusätzlich ein Test auf Watte durchgeführt werden. Beide Proben sollten bei gleichen Bedingungen im geschlossenen Häuschen für 3­4 Tage gleichmäßig feucht gehalten werden.

Keimt das Saatgut nicht, sollte der Kompost weiter reifen, da er noch zu frisch und pflanzenunverträglich ist. Färben sich die ersten Blättchen innerhalb der nächsten 6­8 Tage gelblich oder werden braun, kann der Kompost u. U. in einem Mix mit „alter“ Erde ausgebracht werden. Hier ist allerdings das Mischungsverhältnis entscheidend.

Zeigen sich die Kressepflänzchen von ihrer grünen Seite, kann der Kompost vollends gesiebt und ausgebracht werden.

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