Gewächshaus bepflanzen: Was, wann, wo, wie?

Mit einem Gewächshaus im eigenen Garten eröffnen sich faszinierende Möglichkeiten. Unter Glas & Co. lassen sich die üblichen Grenzen der Saison überwinden und diese verlängern. Entdecken Sie die Geheimnisse einer erfolgreichen Bepflanzung und reichen Ernte, die das Gärtnerherz höherschlagen lässt. Wie das geht, erfahren Sie hier.

Alles beginnt mit einem Pflanzplan

Pflanzpläne geben in der Regel eine gute Übersicht und Unterstützung bei der Ganzjahresplanung. Notizen der letzten Jahre können eine wichtige Planungshilfe für das aktuelle Gewächshausjahr sein. Bevor Sie mit der Bepflanzung Ihrer Anbauoase loslegen, stehen unter anderem folgende Fragen im Raum:

  • Was möchten Sie gerne anbauen?
  • Möchten Sie selbst aussäen oder Jungpflanzen zukaufen?
  • Wie viele Pflanzen passen im ausreichenden Pflanzabstand in Ihr "Haus"?
  • Möchten Sie ganzjährig kultivieren, das Gewächshaus als Kalthaus nutzen, es beheizen oder gar einen Wintergarten?

Die gute Nachricht: Ein Gewächshaus kann nicht nur im Frühjahr, Sommer und Herbst bepflanzt werden. Auch im Winter kann es den Gartenalltag bereichern. Unser Aussaat-, Bepflanzungs- und Erntekalender gibt wertvolle Anhaltspunkte.

Wussten Sie schon? Wenn Sie bei der Anbauplanung die Mischkultur und den Fruchtfolgewechsel beachten, können Sie die Pflanzengesundheit unterstützen wie auch den Ernteerfolg erhöhen. Auch der Boden wird geschont. Denn Starkzehrer wie Tomaten, Gurken und weitere entziehen ordentlich Nährstoffe. Nähere Infos finden Sie in unserem Ratgeber Mischkultur.

Benefit der einzelnen Gewächshäuser 


Gewächshäuser bieten das ganze Jahr über die Möglichkeit zur Bepflanzung mit Gemüse, Kräutern, Obst oder anderweitiger Nutzung wie dem Winterquartier. Sie lassen sich sowohl als Kalthaus als auch als beheiztes Gewächshaus nutzen.  

Generell sollte die Bepflanzung des Gewächshauses an die jeweilige Saison, die vorherrschenden Temperaturen, die Region wie auch Gewächshausgröße angepasst werden.

Folien-Gewächs­häuser

  • Kostengünstige Variante z. B. für die Frühjahrsanzucht von Pflanzen.
  • Optimal für witterungsempfindliche Kulturen wie Tomaten.

Glas-Gewächs­häuser

  • Kann auch als Orangerie genutzt werden und den Wohnraum erweitern.
  • Besonders hohe Lichtdurchlässigkeit, die den Pflanzen zugutekommt.

HKP-Gewächs­häuser

  • Hohlkammerplatten-Gewächshäuser haben eine gute Isolation, die die Temperatur stabiler hält.
  • Gleichmäßiges Wachstum durch bessere Verteilung des einfallenden Lichts.

Glas&HKP-Gewächshäuser

  • Kostengünstiger als ein reines Glasgewächshaus.
  • Eigenschaften beider Varianten verbinden sich zum Besten für den Pflanzenwuchs und die -gesundheit.

Anbau im Frühjahr – rasch zu Vitaminen


Die Gewächshauskultur im Frühjahr bietet die optimale Gelegenheit, den Pflanzenanbau auch bei noch kalten und variablen Temperaturen zu starten. In dem an sich geschlossenen Raum lassen sich die Temperaturen besser kontrollieren. Die Saison beginnt damit deutlich frühzeitiger als im Freiland.

Kälteresistente Pflanzen wie Blattsalate, Spinat und Radieschen können bereits je nach Witterung ab Ende Februar, Anfang März gesät werden. Parallel eignet sich das Treibhaus hervorragend für die Voranzucht von z. B. Kartoffeln.

Wurde im Herbst weder Kompost noch abgelagerter Stallmist eingearbeitet, wird vor der Aussaat ein organischer Dünger eingearbeitet.

Ab April können Sie mit dem Bepflanzen des Gewächshauses beginnen. Am Fensterbrett vorgezogene Jungpflanzen z. B. der Gurken, Tomaten, Paprika oder Auberginen dürfen einziehen. Nach den Eisheiligen, im Mai, können wärmeliebende Gemüsearten im Gewächshaus verbleiben oder ins Freiland umsiedeln.

Gewächshauskultur in den Sommermonaten


Die Gewächshauskultur im Sommer von z. B. Tomaten, Paprikas, Chilis, Salaten & Co. birgt sowohl Vorteile als auch Herausforderungen. Während der Sommermonate können die Temperaturen im Gewächshaus stark ansteigen. Eine effektive Belüftung ist entscheidend, um Hitzestress bei den Pflanzen zu vermeiden.

Eine Beschattung kann hier ratsam sein. Insbesondere bei klarem Sicherheitsglas, um übermäßige Sonneneinstrahlung zu reduzieren und die Temperaturen im Gewächshaus zu regulieren. Mit steigenden Temperaturen steigt auch der Wasserbedarf der Pflanzen. Tropfbewässerungssysteme oder automatische Bewässerungssysteme können unterstützen.

Der Sommer ist oft die Hochsaison für die Ernte im Gewächshaus. Regelmäßiges Ernten schafft Platz für neue Pflanzen bzw. fördert die Bildung weiterer Früchte/Gemüse. Um für Vitaminnachschub zu sorgen, können Sie nun Nachsaaten oder Nachpflanzungen vornehmen. Parallel finden Lückenfüller wie Basilikum, Petersilie & Co. ihren Platz.


Wussten Sie schon?
Treiben die Pflanzen oder haben Sie die Pflanzen frisch gesetzt, empfiehlt es sich, Hornmehl einzuarbeiten. Mit der Blüte starten die Gaben eines z. B. Flüssigdüngers, um die Pflanzen optimal mit Nährstoffen zu versorgen.

Ideale Bepflanzung auch im Herbst  


Zu Beginn der Herbstmonate stehen noch die Hauptkulturen im Häuschen. Neben Blattgemüse und Wurzelgemüse fühlen sich im Beet Kräuter, Salate und z. B. bereits Setzlinge des Wintergemüses im Gewächshaus wohl.

Anfang September lassen sich z. B. Endivien, Winterportulak oder Radieschen vorziehen. Direktsaaten von Mangold oder Rote Bete sind ab Oktober möglich. Besonders interessant können auch Kulturen des Feldsalats oder Spinats sein. Sie können in zwei Sätzen angebaut werden und versorgen so zum Wintereinbruch oder Frühjahr mit Grün aus dem Treibhaus.

Eine Herbstbepflanzung des Häuschens im Garten sorgt nicht nur für vitaminreiche Kost in den kalten Monaten, sondern regt auch das Bodenleben an. Das Austrocknen des Substrats über den Winter wird verhindert. Auch wirkt eine Bepflanzung insgesamt förderlich auf die Bodenstruktur sowie den Humusgehalt. Im Herbst werden keine Dünger mehr im Gewächshaus ausgebracht.

Wichtig zu wissen: In den letzten Monaten des Jahres können die Außentemperaturen wie auch die Luftfeuchtigkeit stark schwanken. Auch die Tageslichtdauer nimmt ab. Damit kann die Intensität des Lichts je nach Region variieren. Der Stoffwechsel der Pflanzen verlangsamt sich wie auch die Wuchsleistung und damit das Wasserbedürfnis. Passen Sie die Bewässerung an die jeweiligen Bedürfnisse Ihrer Pflanzen an.

Eine gute Belüftung ist auch im Herbst wichtig, um eine Überhitzung bei Sonnenschein zu verhindern und um die Luft im Gewächshaus zirkulieren zu lassen. Setzen die ersten Fröste ein, gilt es Vliese & Co. zu nutzen oder an eine zusätzliche Heizvorrichtung zu denken.  

Nutzung des Häuschens im Winter

Nutzung des Häuschens im Winter
Die Gewächshauskultur im Winter bringt einige besondere Herausforderungen mit sich. In die Jahreszeit passen winterharte Pflanzen, die niedrige Temperaturen gut vertragen. Gut geeignet sind: Grünkohl, Feldsalat, winterharte Kräuter oder Wurzelgemüse. Wie auch im Herbst werden die Kulturen nicht mehr gedüngt. Allerdings können zum Auffüllen der Nährstoffe Ende des Winters Pferdemist, Kompost oder auch Bokashi eingearbeitet werden.

Isolationsmaterialien wie Luftpolsterfolien oder spezielle Gewächshausisolierungen können den Anbau unterstützen. Ergänzen Sie das natürliche Licht mit einer künstlichen Beleuchtung, insbesondere in Regionen mit kurzen Wintertagen. Für die Bewässerung gilt: Reduzieren Sie die Wassermenge, um Staunässe zu vermeiden. Eine effektive Belüftung ist auch im Winter wichtig, um Feuchtigkeit abzuleiten und Kondensation zu verhindern.

Wenn Schnee auf dem Gewächshausdach liegt, kommt kaum Licht hindurch. Entfernen Sie den Schnee regelmäßig, um sicherzustellen, dass die Pflanzen ausreichend Sonnenlicht erhalten und auch um Schneebruch zu vermeiden. Sollten Sie Ihr Gewächshaus im Winter nicht bepflanzen, bieten sich die kalten Monate zur Reinigung, für Reparaturen wie auch zur Bodenvorbereitung an.   


Wussten Sie schon?
Mit der Aussaat einer Gründüngung können die Wintermonate ebenfalls optimal genutzt werden. Mit ihr lässt sich der Humusvorrat im Boden aufbessern und die Bodenfruchtbarkeit erhalten. In unserem Ratgeber "Gründüngung" erfahren Sie mehr. 

Organisation im Gewächshaus

Organisation im Gewächshaus
Mit diesen einfachen Tipps & Tricks lässt sich das Gewächshaus und dessen Fläche besonders gut "ausnutzen":

  • Verwenden Sie Töpfe oder Hochbeete, um den Raum besser zu organisieren.
  • Auch Ampeln für Erdbeeren oder Kräuter schaffen zusätzliche Raumebenen.
  • Nutzen Sie Gitter oder Rankhilfen, um kletternde Pflanzen wie Gurken oder Bohnen zu unterstützen. 
  • Schaffen Sie einen Bereich für Töpfe, Werkzeuge und andere Gartenutensilien.
  • Ermöglichen Sie leicht zugängliche Arbeitsflächen für das Umtopfen oder Pflegen der Pflanzen.

Hilfreiches Equipment für den Anbau

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