Der
Dreistachlige Stichling ist ein kleiner, aber faszinierender Fisch, der seinen Namen den drei Stacheln vor der Rückenflosse verdankt. Diese werden bei Gefahr aufgerichtet und signalisieren deutlich: „Bis hierhin und nicht weiter!“
Besonders bemerkenswert ist sein ausgeprägtes Sozial- und Brutverhalten. Im Frühjahr baut das Männchen mit Pflanzenteilen und Schleim ein kunstvolles Nest am Boden, zu dem er Weibchen mit einem auffälligen „Zickzack-Tanz“ lockt. Nach der Eiablage übernimmt er die alleinige Brutpflege: Er bewacht das Gelege, sorgt durch ständiges Fächeln mit den Flossen für frisches, sauerstoffreiches Wasser und verteidigt das Nest energisch gegen Eindringlinge.
Auch nach dem Schlupf kümmert er sich um die Jungfische, führt sie ins Nest zurück und schützt sie, bis sie selbstständig sind. Stichlinge gelten zudem als „Modellorganismus“ in der Verhaltensforschung. Ihr stark ausgeprägtes Reaktionsmuster – etwa auf die rote Kehle rivalisierender Männchen – machte sie zu einem wichtigen Studienobjekt, um tierisches Instinkt- und Balzverhalten besser zu verstehen.
So zeigt der kleine Fisch mit einer Körperlänge von nur 4–6 cm, dass Fürsorge, Anpassungsfähigkeit und spannendes Sozialverhalten auch im Miniaturformat beeindrucken können.