
Steckbrief Posthornschnecke
Ordnung: Lungenschnecken (Pulmonata)
Familie: Tellerschnecken (Planorbidae)
Gattung: Planorbarius
Größe: bis zu 2 cm
Alter: ca. 2 Jahre
Verhalten: tag- und nachtaktives Tier, friedlich
Wasser: Bevorzugt langsam fließende oder stehende Gewässer wie Seen oder Tümpel, pH-Wert von 6,5–8, wenig Sauerstoffbedarf
Temperatur: große Temperaturtoleranz von 4–26 °C, ideal aber von 18–26 °C
Futter: Allesfresser
Vergesellschaftung: gut kombinierbar mit anderen Artgenossen oder Fischen,
jedoch nicht mit Krebsen, Krabben oder anderen Fressfeinden wie Schmerlen oder Barben
Autorin: Cornelia Förster
In unseren Märkten zu finden
Kleiner Schnecken Exkurs
Weltweit gibt es, so schätzen Experten, über 100.000 verschiedene Schneckenarten. Hier ein paar interessante Fakten über die kleinen Kriechtiere:
- Es gibt Nacktschnecken sowie Gehäuseschnecken, wobei das Gehäuse entweder asymmetrisch oder muschelähnlich ist.
- Sie können sowohl zu Land als auch zu Wasser leben.
- Manchen Schneckenarten sind intersexuell und weisen sowohl männliche als auch weibliche Geschlechtsmerkmale auf.
- Als Aasfresser sind sie wichtig für das Ökosystem.
- Schnecken bewegen sich zwar sehr langsam, dafür können sie aber auch senkrecht oder über Kopf kriechen.
- Schnecken haben einen ausgesprochen guten Geruchssinn und können Nahrung bis zu ca. 50 m Entfernung riechen und sehen – beides passiert über die Fühlerspitzen.
Schon gewusst? Das Rätsel um die Schleimspur: Eine am Kopfende sitzende Düse produziert die für die Schnecken lebenswichtige Schleimspur. Auf ihr können die Tiere nicht nur besser gleiten und haften, sie schützt auch vor dem Austrocknen und Krankheiten. Der Schleim kann für Bakterien nämlich tödlich sein.
Wissenswertes
Die Posthornschnecke ist eine der bekanntesten Wasserschnecken aus der Familie der Tellerschnecken. Zwar gehört sie zu den Lungenschnecken, nimmt den Großteil des benötigten Sauerstoffs jedoch nicht über ihre Lunge, sondern über die Haut auf. Zum Atmen muss sie daher an die Wasseroberfläche. Als einzige europäische Schneckenart besitzt sie den Blutfarbstoff Hämoglobin, der wie auch beim Menschen das Blut rot färbt. Durch die hohe Sauerstoffbindungskapazität des Hämoglobins ist die Posthornschnecke in der Lage, selbst in sauerstoffarmen Gewässern zu überleben.
Haltung & Pflege
Anpassungsfähig, friedlich, pflegeleicht, natürliche Reinigungskraft – alles Charakteristika, welche die tag- und nachtaktive Posthornschnecke zu einem beliebten Bewohner in Teichen und Aquarien macht. Hier die Unterschiede der beiden Haltungsformen:
Tipp: Für Posthornschnecken eignet sich feiner Sand oder feiner Kies als Bodengrund, da er das Kriechen erleichtert und den empfindlichen Fuß schont. Weiche Substrate verringern zudem den Gehäuseabrieb, der bei grobem Kies entstehen kann. Feinkörniger Boden fördert außerdem das Wachstum von Algen und Mikroorganismen – eine natürliche Nahrungsquelle für die Schnecken.
Nahrung
Als Allesfresser finden die Posthornschnecken immer und überall genug Futter. Sie verzehren Pflanzenteile wie Algen und Beläge, schnappen sich Futterreste anderer Teich- oder Aquariengenossen, erfreuen sich aber auch an Frostfutter. Die glitschigen Tierchen greifen auch bei Aas genüsslich zu, was eine wichtige Bedeutung für das natürliche Gleichgewicht hat. Indem das Aas (= Fleisch eines toten Tieres) verzehrt wird, werden sowohl die Kadaver entfernt als auch die Nährstoffe über die natürliche Ausscheidung wieder in den ökologischen Kreislauf gebracht. Eine Posthornschnecke kann somit ein echter Matchwinner in einem Biotop sein.
Posthornschnecken sind in vielen Dehner Märkten erhältlich. Unser Team berät Sie gerne zur richtigen Teichgröße und zur passenden Filterung und Gestaltung Ihres Teichbiotops.





