
Kiwi – exotischer Genuss aus dem eigenen Garten
Ob als Saft, im Müsli, zum Löffeln oder als Topping auf Kuchen – die Kiwi begeistert mit ungewöhnlichem Aussehen und herrlichem Geschmack. Das vitaminreiche Obst hat weltweit Fans gewonnen. Sowohl in Neuseeland als auch im heimischen Garten ranken Kiwis ihre langen Triebe an Spalieren in die Höhe. Bei der Ernte heißt es: genießen ohne Reue!
Autorin: Cornelia Förster
Wissen kompakt zur chinesischen Stachelbeere
Kiwis bereichern im asiatischen Raum bereits seit über 1000 Jahren den Speisezettel. Auch wenn die Gattung der Kiwi aus mehreren Arten besteht, hat sich der schlichte Name Kiwi etabliert. Weniger bekannt ist der Name "Chinesische Stachelbeere", der auf die Herkunft des Strahlengriffelgewächses hinweist. Am bekanntesten ist wohl die große, behaarte und grüne Kiwi (Actinidia deliciosa). Doch auch die glattschaligere Variante mit gelbem Fruchtfleisch hat sich inzwischen durchgesetzt und ist dank ihres geringeren Säuregehalts und ihrer Farbe vor allem bei Kindern sehr beliebt.
Der richtige Standort für die Kiwibeere
Der Platz sollte windgeschützt, warm und hell sein. Perfekt geeignet ist eine Hauswand mit Südwest- oder Westausrichtung. Ein warmer und geschützter Standort wirkt sich sowohl auf die Wüchsigkeit der Pflanze als auch auf den Geschmack der Früchte aus: Je wärmer der Standort, desto süßer die Früchte.
Kiwipflanzen können vom Frühjahr bis zum Herbst in den Boden. Ein humoses, durchlässiges Substrat fördert das Wachstum der Kiwi. Auf trockenen und kalkhaltigen Böden wachsen die Pflanzen eher spärlich.
Kiwis sind starkwindende Kletterpflanzen, die ca. 2–3 m hoch werden und eine passende Stützhilfe benötigen. Haben Sie sich für die Großfruchtler entschieden, sollte ein Pflanzenabstand von 2,5–4 m gewählt werden. Bei den kleinfruchtigen Varianten reichen 2–3 m.
Damit Kiwis fruchten, brauchen sie ihren Partner. Eine männliche Pflanze kann mit Hilfe von Bienen und Hummeln bis zu acht Kiwidamen mit Pollen versorgen. Wichtig ist, dass der Abstand weniger als 20 m beträgt. Kiwipflanzen, die aus Sämlingen gezogen wurden, blühen und fruchten das erste Mal nach 3–4 Jahren. Es gibt jedoch auch selbstfruchtbare Kiwipflanzen, z. B. die Kiwi 'Issai'.
Kiwipflanzen können auch in größeren Kübeln auf der Terrasse ihren Platz finden. Auch die Wüchsigkeit der Pflanzen ist nicht zu unterschätzen. Gern wird sie deshalb auch mit einem Baum verwechselt. Dank der Kletterfreude lassen sich Pergolen, Carports & Co. wunderbar begrünen. Auch als Sichtschutz kann die Kiwi somit ihren Platz finden. Wie wäre es z. B. mit der kleinfruchtigen und leckeren Weiki, die samt Schale in den Mund wandern darf.
Rankhilfen
So ranken Ihre Kiwis fast bis zum Himmel hoch
Kiwis gehören zu den rankenden Kletterpflanzen. Ein Gerüst aus Holz an der Hauswand befestigt oder Metallkonstruktionen kommen dem Klettermaxe entgegen. Wichtig sind für einen besseren Halt ab und an waagrechte Streben bzw. Seile.
Welche Schnittvariante darf es sein?
- Großfruchtige Kiwi schneiden: In den ersten zwei Jahren wachsen sie ohne große Schnittmaßnahmen heran. Ab dem dritten Jahr werden sie Ende Februar/Anfang März auf wenige Knospen zurückgeschnitten. Um eine Fruchtbildung zu fördern, folgt dann im August der Rückschnitt zwischen dem 5. und 6. Blatt oberhalb des Fruchtansatzes. Gerade großfruchtige Kiwis sind wärmebedürftig. Der entsprechende Winterschutz ist essentiell.
- Kleinfruchtige Kiwi schneiden: Die "Kleinen" werden alle 2–4 Jahre ausgelichtet. Am besten via Winterschnitt im zeitigen Februar. Die 2 m langen Sommertriebe sollten stehen bleiben, um wertvolle Reserveknospen zu erhalten und die Frostgefahr zu dezimieren. Kleinfruchtige Mini-Kiwis sind frosthart und vertragen Minustemperaturen bis -20 °C. Entsprechende Winterschutzmaßnahmen schaden aber auch den Minis nicht.






