Igel im Garten

Igel im Garten
Lustig sehen die Igel mit ihren neugierigen Knopfaugen aus, wenn sie durch die Gärten auf Nahrungssuche sind. Doch der natürliche Lebensraum und das Nahrungsangebot der zuverlässigen Schädlingsvertilger werden rar und gerade geschwächte oder spät geborene Tiere brauchen unsere Hilfe. Die gefährdeten Gartenbewohner sind jetzt für Unterstützung bei der Futtersuche oder einem passenden Quartier dankbar und freuen sich im Herbst über die richtige Rücksichtnahme und Aufmerksamkeit.

Warum brauchen Igel Hilfe?

Warum brauchen Igel Hilfe?
Vielerorts in den Gärten sind die Igel jetzt auf der Suche nach Futter, denn instinktiv wissen die Tiere, dass sie nur mit einem guten Fettpolster den Winter überleben. Igel spüren Schnecken, Käfer, Würmer, Larven und andere Insekten in ihren Verstecken nach. Doch der natürliche Lebensraum und das Nahrungsangebot werden für die Tiere knapper. So räumen viele Gartenbesitzer Laub- oder Reisighaufen weg, dichtes Gebüsch und Geäst sind immer seltener zu finden. Diese aufgeräumten Landschaften bieten zunehmend weniger Nahrung und Unterschlupf.

Als Nomaden sind die dämmerungs- und nachtaktiven Igel ständig unterwegs, bis die Temperaturen um den Gefrierpunkt liegen. Je weniger Nahrung sie finden, desto weiter wandern sie durch die Gärten. Doch Zäune und Straßen bilden Barrieren, oder es werden unzählige Tiere beim Überqueren von Straßen überfahren.

Oder untergewichtige Nachzügler, die es nicht rechtzeitig geschafft haben, Fettreserven für den Winter anzulegen aber auch abgemagerte Muttertiere, die sich für ihre Jungen total verausgabt haben.

    Welcher Igel braucht aktive Hilfe?


    Die Aufnahme eines Igels ist jedoch nur ausnahmsweise und bei verletzten, geschwächten oder kranken Tieren erlaubt. Dazu gehören:

    • Jungtiere, die tagsüber außerhalb des Nestes gefunden werden.
    • Igel, die von Parasiten und deren Eiern befallen sind.
    • Im Winter tagaktive oder abgemagerte Igel, die gefunden werden.
    • Tiere mit offensichtlichen Verletzungen.

    Alle anderen Igel bitte gerne mit Unterschlupf und Futter unterstützen, aber in Ruhe lassen!

      Checkliste für die Igel-Erstversorgung

      Checkliste für die Igel-Erstversorgung
      Wird unter den oben genannten Voraussetzungen ein Igel gefunden, bitte prüfen, ob das Tier unterkühlt wirkt. Dies ist der Fall, wenn sich der Bauch des Tieres kühler als die eigene Handfläche anfühlt. Am besten legt man dann eine lauwarme, in ein Handtuch eingewickelte Wärmflasche zum Igel. Gleichzeitig kann man dem Tier etwas Fencheltee anbieten, denn es ist oft nicht nur hungrig, sondern auch dehydriert. Die Wärme regt den Stoffwechsel an und steigert die Bereitschaft zu fressen.
        Ist es noch Herbst und die Temperaturen sinken nachts noch nicht dauerhaft unter 6 °C, kann das Findelkind noch gut im Garten versorgt werden:

        • Immer Futter und Wasser zur Verfügung stellen.
        • Ein passendes Quartier z. B. mit speziellen Igelhäusern oder einer Igelkuppel bauen.
        • Gegebenenfalls Außenparasiten wie Flöhe, Zecken etc. entfernen.
        • Wenn Verletzungen offensichtlich sind, sollte unverzüglich ein Tierarzt aufgesucht werden.
        Ist es schon Spätherbst oder Winter und die Temperaturen liegen schon dauerhaft unter 6 °C:

        • Den Igel auflesen und ihn zum Tierarzt, ins Tierheim oder zu einer Igel-Pflegestation etc. bringen.
        • Den Igel selbst dauerhaft aufnehmen – hier sollten jedoch die nachfolgenden Tipps beachtet werden.
        • Gegebenenfalls Außenparasiten wie Flöhe, Zecken etc. entfernen.
        • Wenn Verletzungen offensichtlich sind, sollte unverzüglich ein Tierarzt aufgesucht werden.

        Checkliste für eine Igel-Aufnahme


        Die dauerhafte Aufnahme eines Igels Zuhause benötigt viel Zeit und Platz, da ist es mit einem Karton nicht getan. Sind die nachstehenden Voraussetzungen gegeben ist eine Aufnahme sinnvoll:

        • Habe ich genug Zeit und Platz, um das Tier/die Tiere zu versorgen?
        • Bin ich bereit, mich umfassend zu informieren?
        • Bei einem verletzten Tier sind ggf. tierärztliche Kontrollen erforderlich.
        • Das Gewicht muss täglich kontrolliert werden.
        • Wasser und artgerechtes Futter muss jeden Tag bereitgestellt werden.
        • Eine passende Unterbringung muss hergerichtet sein.

          Wie sieht eine Überwinterung Zuhause aus?


          Ungefähr im November, spätestens bei Wintereinbruch fallen die Igel in ihren natürlichen Winterschlaf. Wenn Ihr Igel erst kurz vorher das notwendige Gewicht (Idealgewicht: junge Tiere ca. 650 g, erwachsene Tiere ca. 800 g) dafür erreicht hat, sollten Sie ihn bei sich überwintern lassen.

          • Igel in einen kühlen Raum wie Garage, Kellerraum o. ä. bringen.
          • Dort seine Behausung aufbauen.
          • Wie bisher weiter versorgen bis er von alleine in seinen Winterschlaf fällt.
          • Wenn es im Frühjahr (ca. April) aufwacht anfüttern bis das Normalgewicht (junge Tiere ca. 650 g, erwachsene Tiere ca. 800 g) erreicht ist.
          • Möglichst an den ursprünglichen Fundort zurück bringen.

            Dehner Tipp:

            Dehner Tipp:
            Wenn Ihr Igel rechtzeitig vor Wintereinbruch das notwendige Gewicht erreicht hat, können Sie das Tier beruhigt auswildern und natürlich überwintern lassen.

            Wie sieht ein igelfreundlicher Garten aus?

            Wie sieht ein igelfreundlicher Garten aus?
            Jedermann kann die nützlichen Gartenbewohner unterstützen, denn Igeln gefällt es in einem naturnahen Garten ohnehin am besten und ist die beste Hilfe für die schützenswerten Igel.

            • Als Rückzugsort oder Winterquartier dienen Laub- oder Reisighaufen, dichtes Gebüsch und Hecken, Komposthaufen oder Holzstapel.
            • Heimische Gehölze statt exotische und auf englischen Rasen verzichten.
            • Hindernisse wie Zäune und Mauern vermeiden, kleine Öffnungen im unteren Bereich machen die Barriere für Igel passierbar.
            • Auf umweltfreundliche Schädlingsbekämpfung setzen und auf Schneckenkorn, Kunstdünger und Rattengift verzichten, sind sie für Igel giftig und tödlich.
            • Tierfallen wie Kellerschächte und Gruben abdecken.
            • Wassertränke für frisches, sauberes Trinkwasser bereitstellen und regelmäßig Wasser erneuern.
            • Bei einem Gartenteich auf ein flaches Ufer achten.

              Was fressen Igel?

              Was fressen Igel?
              Auf dem natürlichen Speiseplan des Igels als Insektenfresser stehen Käfer, Würmer, Larven, Schnecken, Asseln und andere Insekten. Ein Pflanzenfresser ist der Igel nicht und verzichtet daher sehr gerne auf Gemüse und Obst, denn er kann pflanzliche Nahrung nicht verwerten.

              Bietet man den Igeln ausreichend Nahrung, müssen sie sich erst gar nicht auf eine gefährliche Wanderschaft begeben. Zu spät geborene und geschwächte Tiere sind auf Hilfe und Unterstützung von Gartenbesitzern angewiesen. Verbessern Sie die Situation mit einem Futtervorrat und frischem Wasser. Die Fütterung sollte ganzjährig, mindestens aber von April bis Oktober erfolgen.

              Geben Sie nur artgerechtes Igelfutter – von Milch, Milchprodukten und Speiseresten werden Igel ernsthaft krank, auch Katzenfutter ist kein geeignetes Futtermittel für Igel.

              Beim Igel-Spezialfutter wird auf ausgewogenes und artgerechtes Nassfutter, auf hochwertige Mischungen wie beispielsweise mit proteinreichen Insekten oder einem vollwertigen Mix mit Fleisch, Insekten und Ei zurückgegriffen. Natürlich eignet sich das Igelfutter für eine Ganzjahresfütterung und ist speziell an die Ernährungsbedürfnisse der stacheligen Gartenbewohner angepasst.

              Igel füttern kann man auch ungewürztes gebratenes Hackfleisch oder Rührei. In einem kleinen, oben geschlossenen Kistchen mit zwei 10 x 10 cm großen Schlupflöchern serviert, ist das angebotene Futter vor Vögeln und Regen geschützt.

              Jederzeit sollte für Igel eine Wasserstelle bereit stehen, gerade in der warmen und trockenen Jahreszeit ist dies besonders wichtig. Ist ein Gartenteich vorhanden, können Igel am flachen Ufer ihren Durst stillen.

                Was ist eine passende Igel-Behausung?

                Was ist eine passende Igel-Behausung?
                Begegnen Sie in Ihrem Garten einem Igel, dann ist das ein Kompliment: ein Zeichen für eine naturnahe Gartengestaltung, die Tieren Nahrungsangebot und Rückzugsmöglichkeiten gibt. Was liegt da näher, als dem nützlichen Igel mit einem speziellen Igelhaus bleibendes Wohnrecht einzuräumen. Denn Igel brauchen nicht nur ein Quartier für den Winterschlaf, sondern auch zu anderen Jahreszeiten tagsüber ein sicheres Rückzugsplätzchen. Als Miete wird der Igel die Schnecken, Würmer, Käfer, Larven und andere Insekten in Ihrem Garten dezimieren. Und eine Igelfamilie, die in der Dämmerung Ihr Igelhaus verlässt, um auf Nahrungssuche zu gehen, ist ein Anblick, der jedem Tierfreund das Herz höher schlagen lässt!

                Viel muss man gar nicht tun: Ideal ist ein größerer Haufen aus Reisig, Ästen und trockenem Laub, der in einer Gartenecke aufgetürmt wird. Gern angenommen wird auch ein sogenanntes Igelhaus oder eine Igelkuppel. Darin können auch noch Tiere Unterschlupf finden, die auf der Suche nach Futter ganz einfach vergessen haben, dass der Winterschlaf unmittelbar bevorsteht.

                Stellen Sie das Igelhaus auf, sobald Sie es haben. Sie müssen nicht bis zum Herbst warten, denn der Igel darf sich gerne schon früher damit vertraut machen und ab und zu Probeschlafen. Ideal sind ein Platz unter einer Hecke und eine feste Unterlage, etwa eine Steinplatte. Damit sich die Tiere in ihrem neuen Zuhause besonders wohlfühlen, sollten Sie das Igelheim von oben dick mit Blättern bestreuen und auch das Innere des Hauses mit trockenem Laub, Heu oder Stroh auslegen. Bitte das Igelheim nicht umstellen, Igel sind Gewohnheitstiere!

                Und dann gilt: Psst, während des Winterschlafs nicht stören! Man sollte keinesfalls nachschauen, ob und wie der Igel schläft oder gar den Platz des Igelhauses wechseln. Erst wenn die Tiere im Frühjahr ausgeschlafen haben, wird der Unterschlupf gesäubert.

                  Dehner Tipp:

                  Dehner Tipp:
                  Zum Verhängnis für Igel können auch verschiedene Gartengeräte wie beispielsweise Laubsauger oder ein Rasenmäher werden. Vorsicht ist auch bei Aufräumungsarbeiten oder anderen Gartenarbeiten geboten, deshalb vorher genau hinschauen, ob sich nicht irgendwo ein Igelnest versteckt.

                  Steckbrief Igel

                  Steckbrief Igel
                  Der Igel gehört zu den Ureinwohnern Europas. Dennoch ist er gefährdet und steht bereits in manchen europäischen Ländern auf der Roten Liste. In Deutschland ist er ganzjährig geschützt. Gut 6.000 Stacheln überziehen seinen Rücken, der Bauch ist dagegen stark behaart. Bei Gefahr rollt er sich zusammen – und ist bestens geschützt. Der Insektenfresser ist am liebsten alleine unterwegs. Als Nachttier schläft er tagsüber bis zu 18 Stunden. Ab Ende Oktober, November begibt er sich zur Ruhe und hält bis April Winterschlaf. Dabei reduziert er seinen Stoffwechsel und überdauert mit einem Minimum an Energie die kalte Jahreszeit.
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