Gründüngung – natürlicher geht’s nicht!


Der Anbau von Gründüngungspflanzen verbessert Ihren Gartenboden und dessen Qualität spürbar. Es werden Schädlinge vertrieben, teils Nährstoffe gebildet und der Boden tiefgründig gelockert. Füttern Sie Grünes mit Grünem und nehme Sie die Hilfe der Natur in Anspruch.

Nutzen der Gründüngungspflanzen

Keine Müdigkeit vorschützen – so könnte das Motto dieser Bodenkur durchaus lauten.

Abgeerntete Gemüsegärten, Neubaugrundstücke aber auch Obstflächen profitieren in mehrfacher Hinsicht enorm von der Einsaat einer Gründüngung als Hauptfrucht, Untersaat oder Zwischenfrucht – das wussten bereits unsere Vorfahren.

Stark zehrende Gemüsekulturen wie Kartoffeln, Melonen, Artischocken usw., laugen trotz zusätzlicher Düngergaben den Boden in der Regel aus. Eine passende Fruchtfolge, aber auch bodenverbessernde Maßnahmen wie die Kultur von Gründüngungspflanzen geben dem Boden auf biologischem Wege zurück, was ihm entzogen wurde.

Starkzerrer wie Artischocken benötigen zusätzliche Nährstoffe.
Familie über allem

Auch Insekten sind von Gründüngungspflanzen wie der Tagetes begeistert.

Wichtig bei einer Gründüngung ist die Wahl unkritischer Pflanzenfamilien. Beispielsweise sollte auf abgeernteten Kohlbeeten kein Kreuzblütler wie Gelbsenf, Ölrettich oder Winterraps Einzug erhalten.

Pflanzen aus der gleichen Familie, würden die Bodenmüdigkeit und Verbreitung von Krankheiten wie die Kohlhernie fördern. Ratsamer sind hier hingegen beispielsweise Phacelia, Tagetes & Co.

Bodenverdichtungen ade – Insekten willkommen

Gerade in Neubaugebieten herrschen häufig ungünstige Bodenbedingungen, nachdem schwere Baumaschinen die Böden verdichtet haben. Um das Bodenlebewesen wieder in Schwung zu bringen, Unkrautwuchs auf noch nicht bepflanzten Flächen gering zu halten und den Boden vor Verschlämmung zu bewahren, bietet es sich an, im ersten Jahr, nacheinander zwei- bis drei Gründüngungspflanzen auf die Fläche zu bringen. Gelbe Lupine, Winterraps und Phacelia schaffen es den Boden zu lockern und den Humusanteil zu erhöhen.

Auch im Obstgarten erweist sich die Gründüngung beispielsweise in Form einer Untersaat als wahrer Segen. Bienen werden durch Pollenträger wie Inkarnatklee, Lupinen und Wicken angelockt. Sind die fleißigen Helfer erst mal in der Gegend, lassen sie es sich nicht nehmen, Apfel-, Birnbaum & Co. zu bestäuben.

Düngeeffekt & Übersicht Gründüngungspflanzen

Vor allem gefragt bei einer Grünpflanzendüngung sind  Leguminosen. Nicht nur Ihre Blattmasse geht in den Nährstoffkreislauf ein, auch Ihre Wurzeln weisen eine Besonderheit auf. Sie sind in der Lage mit Hilfe von Rhizobium-Bakterien Stickstoff aus der Luft im Erdinneren zu binden und diese später der Wirtspflanze zur Verfügung zu stellen. Zu ihnen zählen z.B. Wicken, Lupinen aber auch Klee.

Wicken eignen sich prima als Gründüngungspflanze.

Welche Gründüngungspflanze können Sie wann und für welchen Standort nutzen?

ArtSaatzeitStandortKeimdauer (Tage)Besonderheiten
Alexandrinerklee April–Oktober sonnig, feuchte Böden 12–18 unterdrückt Unkraut, Stickstoffsammler
Bienenfreund April–Oktober sonnig, auch für nährstoffarme Böden 10–14 wirkt gegen Nematoden, Bienenweide
Blauer Lein April–Juni Sonne bis Halbschatten 12–15 wurzelt tief, hübsche Blüten
Bunte Mischung März–September sonnig, jeder Boden 10–15 unterdrückt Unkraut, Bienenweide
Düngelupinen April–Oktober Sonne bis Halbschatten, später trockenheitsverträglich 12–15 wurzelt tief, Stickstoffsammler
Futterrüben Eckdogelb April–Mai Sonne und Halbschatten, nährstoffreich 12–18 Blätter und Rüben als Viehfutter verwendbar
Gelbsenf März–September gut für trockene und verdichtete Böden 8–12 Tiefwurzler, unterdrückt Unkraut, fördert Bodengesundheit, ungeeignet vor oder nach Kohlgewächsen
Ölrettich April–September sonnig, besonders für verdichtete Böden 10–15 wurzelt sehr tief, bekämpft Nematoden, ungeeigent vor oder nach Kohlgewächsen
Tagetes Mai–Juni Sonne, Halbschatten, feuchte Böden 6–12 wirkt gegen Nematoden, empfindlich gegen Schneckenfraß


Dehner Tipp:

Nicht winterharte Arten wie Phacelia, Gelbsenf, Ringelblume usw. können während der winterlichen Kälteperiode stehen bleiben und nach dem Winter als Mulchschicht eingearbeitet werden. Winterharte Gründüngungspflanzen wie Winterroggen oder Inkarnatklee werden vor Eintritt der Kälte untergearbeitet, um einen Durchwuchs der Kultur im nächsten Jahr zu verhindern