
Hund vermisst
Vielleicht kennen Sie die Situation aus persönlicher Erfahrung oder von einem Bekannten. Sie rufen den Namen Ihres Hundes, aber er kommt einfach nicht zurück. Nervös und sorgenvoll stellen Sie fest, dass Ihr Hund entlaufen ist. Ob durch eine offene Tür, durch ein lautes Geräusch erschreckt oder beim Spaziergang aus dem Sichtfeld entwischt – es passiert meist ganz schnell. Jetzt heißt es ruhig bleiben und gezielt handeln.
Autorin: Silvia Schröder
Finden Hunde allein wieder nach Hause?
Ist der Vierbeiner von zu Hause weggelaufen, findet er in der Regel auch wieder nach Hause. Ist er unterwegs vom Weg abgekommen, kehrt er meistens an die Stelle zurück, wo er zuletzt bei Ihnen war.
Wieso das so ist? Schon in den ersten Lebenswochen werden die kleinen Welpen von der Mutter dahingehend trainiert, die Umgebung zu erkunden und dann aber wieder in ihr “Nest” zurückzukehren. Ein ausgeprägter Gedächtnissinn ermöglicht es unseren Fellfreunden, sich an das Zuhause oder eben den letzten gemeinsamen Ort zu erinnern.
Ist Ihr Hund unterwegs abhandengekommen, so ist die Empfehlung mindestens 2–3 Stunden an der Stelle zu warten, an der Sie den Verlust gemerkt haben. Mobilisieren Sie Freunde und Verwandte, die Umgebung abzusuchen, damit Sie an Ort und Stelle bleiben können.
Schon gewusst? Die Überlebensdauer eines vermissten Hundes in freier Umgebung hängt von mehreren Faktoren ab. Es spielen Größe, Rasse, Wetterbedingungen, Nahrungsquelle und eventuelle Gefahren eine entscheidende Rolle. Grundsätzlich aber greift der Überlebensinstinkt des Hundes rasch ein und er wird von Natur aus alles tun, um die neue Situation meistern zu können.
Vorsorgetipps
Im Idealfall kommt es erst gar nicht dazu, dass Ihr Hund entläuft. Steuern Sie durch ein paar einfache Maßnahmen präventiv diesem Szenario entgegen:
Sichere Umgebung: Zäune sollten hoch genug und ohne Schlupflöcher sein. Haus-, Garten- und Hoftüren stets geschlossen halten. Gegebenenfalls bietet sich auch ein Absperr- oder Schutzgitter für den Garten an.
Keine Stresssituationen: Angstauslösende Geräusche (Feuerwerk, Gewitter oder feindliche Hunde) am besten vermeiden.
Beim Spaziergang: Achten Sie auf ein gut sitzendes Halsband oder Geschirr, das mit Ihren Kontaktdaten versehen ist. Lassen Sie den Hund nur von der Leine, wenn er dem Rückruf folgt.
Richtige Erziehung: Trainieren Sie regelmäßig den Rückruf, bis er zuverlässig funktioniert.
Optimale Kennzeichnung: Ein Chip oder eine Marke helfen den Hundebesitzer zu finden, falls der Hund doch entwischt.
Punktgenaue Ortung: Mittels eines GPS-Trackers, das an Halsband oder Geschirr angebracht wird, kann der Hund präzise über eine passende App geortert werden.
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Erste Maßnahmen
Egal ob Sie zu Hause auf die Rückkehr Ihres Lieblings warten oder unterwegs. Sie sollten sofort reagieren und erste Maßnahmen ergreifen. Nicht Ihr Hund? Sich selbst einzubringen und aktiv an der Suche zu beteiligen, nimmt dem Wartenden die Belastung und das Gefühl des schier endlosen Wartens.

- Freunde und Nachbarn bei der Suche um Hilfe bitten
- Ist Ihr Hund registriert? Bei Tasso, Findefix oder der IFTA den Verlust melden
- Informieren Sie das nächstgelegene Tierheim, die Gemeinde und/oder die Polizei
- Gerne können Sie auch Tierärzten und Tierkliniken Bescheid geben
- Vermisstenplakat mit einem Foto und Detailangaben (Rasse, Größe, Auffälligkeiten etc.) zu Ihrem Verbeiner sowie Kontaktdaten erstellen und im Ort verteilen
Dehner Tipp: Ihr Hund ist noch nicht gechippt und registriert? Dann sollten Sie sich überlegen, dies zu tun. Der Chip ist wie ein personalisiertes Kennzeichen, das dem Hund vom Tierarzt eingepflanzt wird und in der Regel oft das ganze Hundeleben lang hält. Er enthält alle wichtigen Daten zum Hund und dessen Besitzer. Verschwindet Ihr Hund, kann er dadurch schnell wieder gefunden werden. Andernfalls ist es empfehlenswert, dem Hund zumindest ein Halsband mit Ihrer Adresse und Kontaktdaten anzulegen.
Entlaufenen Hund gefunden – was tun?
Ruhe bewahren & annähern: Sind Sie sicher, dass das Tier allein ist, dann nähern Sie sich ohne hektische Bewegungen an den Hund an, um ihn nicht zu verschrecken. Vielleicht können Sie mit einem Leckerli sein Vertrauen gewinnen.
Sicherheit gewährleisten: Falls möglich, sicheren Sie den Hund mit einer Leine oder improvisierten Hilfsmitteln, um ihn vor Verkehr oder anderen Gefahren zu schützen.
Kennzeichen prüfen: Hat der Hund ein Halsband mit einer Marke, können Sie den Besitzer direkt kontaktieren. Hat er keines, dann informieren Sie die örtliche Tierschutzorganisation, das Tierheim oder die Polizei.
Tierarzt oder Tierheim informieren: Ein Tierarzt oder Tierheim kann den Chip des Hundes auslesen und so den Halter ermitteln.
Hund nicht einfach behalten: Es ist wichtig, dass Sie den rechtmäßigen Besitzer suchen. Falls sich niemand meldet, können Sie mit dem Tierheim oder der Polizei das weitere Vorgehen besprechen.






