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Bokashi herstellen und verwenden

Bokashi herstellen und verwenden

Bokashi kommt aus dem Japanischen und bedeutet soviel wie "fermentiertes Allerlei". Aus Küchenabfällen und anderen organischen Materialien wird ein hochwertiger biologischer Dünger gezaubert, von dem Zimmer- und Gartenpflanzen gleichermaßen profitieren. Erfahren Sie hier, wie Sie Schritt für Schritt aus Ihren Abfällen nährstoffreichen Bokashi-Saft gewinnen.
Autorin: Cornelia Förster

Bokashi – das neue Kompostieren für zuhause

Kompostieren war gestern – heute heißt es Bokashi. Die aus Japan stammende Methode macht Küchenabfälle nachhaltig nutzbar: Mithilfe effektiver Mikroorganismen fermentieren organische Reste zu hochwertigem Dünger. Besonders praktisch: Ein Bokashi-Eimer benötigt kaum Platz und eignet sich ideal für den Haushalt, doch auch im Garten findet er immer mehr Anklang.

Während der Fermentation entstehen der Bokashi-Saft und der Feststoff-Bokashi im Eimer. Während der geruchlose Saft unmittelbar als Kurzzeitdünger eingesetzt werden kann, fungiert der im Laufe der Zeit gebildete Rest als Langzeitdünger im Garten.
Das wird zur Herstellung gebraucht

Das wird zur Herstellung gebraucht

  • Bokashi-Eimer für die Küche oder ein dicht verschließbares Gefäß (z. B. Regenfass) für draußen
  • Effektive Mikroorganismen, die Sie permanent nachkaufen können
  • Späne oder Streumaterial bei zu hoher Feuchtigkeit
  • Küchenabfälle
  • Etwas Geduld
Bokashi-Eimer entdecken

Was darf in den Bokashi-Eimer?

Effektive Mikroorganismen sind wenig wählerisch: Küchenabfälle wie Obst- und Gemüsereste werden ebenso verwertet wie Gartenabfälle. Selbst Fleisch, Fisch, andere tierische Produkte oder Schokolade können verarbeitet werden. Sollen schwer umsetzbare Abfälle wie tierische Produkte bokashiert werden, empfiehlt es sich, mehr Mikroorganismen hinzuzugeben. Dies unterstützt eine raschere Fermentierung und einen damit schnelleren Abbau. Dank der effektiven Mikroorganismen ist der Vorgang geruchsneutral

Größere Mengen Flüssigkeit oder Alkohol stören die Fermentation und sollten vermieden werden. Auch Fette, Öle, Knochen und Papier eignen sich nicht für den Bokashi-Eimer und sollten anderweitig entsorgt werden.
Schritt für Schritt zum Küchen-Bokashi

Schritt für Schritt zum Küchen-Bokashi

Kompost ist ein wertvoller Pflanzendünger – doch nicht jeder hat Platz für einen Komposthaufen, und die Umwandlung braucht Zeit. Mit einem Bokashi-Eimer gelingt das schneller und auf kleinstem Raum.

Je nach Menge der Küchenabfälle ist der Eimer in etwa 1–2 Wochen gefüllt. Für eine optimale Fermentation sollte er bei konstanten 20–23 °C stehen – idealerweise in der Küche. So können anfallende Abfälle direkt und unkompliziert eingebracht werden.
Bokashi-Eimer entdecken

Und so wirds gemacht:

    • 1. Zerkleinern der Küchenabfälle

      1. Zerkleinern der Küchenabfälle

      Bei kleingeschnittenen Küchenresten ist die Oberfläche größer, sodass die effektiven Mikroorganismen schneller wirken und die Fermentation zügig starten kann. Gleichzeitig fördern die entstehenden Luftzwischenräume den Prozess zusätzlich.

    • 2. Befüllen des Eimers

      2. Befüllen des Eimers

      Zwischen Sieb und Schichtmaterial kann eine dünne Schicht Zeitungspapier gelegt werden. Alternativ kann der Boden mit Salatblättern beschichtet werden. Krümel können so nicht in den Saft gelangen.

    • 3. Aktivator hinzugeben und verschließen

      3. Aktivator hinzugeben und verschließen

      Über jede neue Schicht an Abfällen kommen ca. 3 Sprühstöße des Aktivators. Ist bereits ein fertiger Bokashi vorhanden, können 2 EL des "alten" Bokashi dazugegeben werden. Anschließend werden die Schichten gut vermischt und z. B. mit einem Kartoffelstampfer festgedrückt. Der Bokashi wird luftdicht verschlossen. 

    • 4. Bereit zur Verwendung

      4. Bereit zur Verwendung

      Der gesamte Prozess dauert rund drei Wochen. Bereits ab dem 4. Tag kann regelmäßig Bokashi-Saft abgezapft werden – das verhindert Fäulnis und steigert die Düngewirkung. Der Bokashi-Saft ist ab dann bereits so weit fermentiert, dass er gelagert werden kann. Gut geeignet sind Plastikflaschen, die Sie für die max. Lagerdauer von 4 Wochen in den Kühlschrank stellen können. 

    Nach der Bokashi-Gewinnung ist vor der Reinigung: Reinigen Sie den Eimer mit heißem Wasser und wenn nötig etwas Essigessenz oder Zitronensäure. Nach dem Trocknen kann der Bokashi-Eimer wieder eingesetzt werden. Empfehlenswert ist jedoch so oder so ein zweiter Eimer, der während des Fermentierungsprozesses des ersten Eimers gefüllt werden kann.

    Bokashi aus Rasenschnitt herstellen

    Was in der Küche funktioniert, lässt sich im Sommer auch draußen umsetzen. Statt eines kleinen Bokashi-Eimers eignet sich beispielsweise eine Plastik-Regentonne für größere Mengen.

    Als Ausgangsmaterial ist Rasenschnitt besonders gut geeignet. Statt auf dem Kompost zu verrotten, kann er sinnvoll zu Bokashi verarbeitet werden. Dazu wird der Rasen gemulcht und kurz angetrocknet – an heißen Tagen reichen 30–60 Minuten. Anschließend wird das Mähgut mit effektiven Mikroorganismen besprüht, bevor es luftdicht verpackt wird. Hierfür eignet sich eine Regentonne, ein Eimer mit Deckel wie auch ein Müllsack. Das Füllgut sollte fest angedrückt werden, um möglichst viel Luft rauszupressen.

    Die Fermentationszeit beträgt 3–6 Wochen. Zu erkennen ist das fertige Produkt an der graugrünen Färbung und einem säuerlichen Geruch. Der Rasenbokashi ist 1–2 Jahre haltbar.

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    Verwendung des Bokashi-Saftes

    Bevor der feste Bokashi genutzt werden kann, entsteht der flüssige Anteil. Bereits nach 4 Tagen kann der Bokashi-Saft genutzt werden. Er hat zu diesem Zeitpunkt eine eher schwache Düngewirkung. Diese nimmt je weiteren Tag zu. Nach weiteren 5 Tagen spricht man von einer optimalen Düngewirkung. Der fertige Saft eignet sich zum Gießen von Zimmer-, Balkon-, Terrassen- und Gartenpflanzen.
    Auf die Dosis kommt es an!

    Auf die Dosis kommt es an!

    So wird der Bokashi richtig dosiert:
    • Pflanzgefäße: 1 x wöchentlich, 2–3 ml pro L Wasser
    • Boden, Beete, Rasen: 1 x wöchentlich, 5 ml pro L Wasser
    • Gartenteiche: alle 2 Monate, 1 ml pro 10 L Wasser
    Zu den Gießkannen

    Glühbirnen-Icon 

    Gut zu wissen: Bokashi eignet sich hervorragend zur Reinigung. So können Sie 2 x wöchentlich 10 ml Saft pro L Wasser in Abflussrohre, die Toilette oder das Abwasser geben. Effektive Mikroorganismen verrichten auch dort ihr Werk und werden aktiv. 

    Nutzung des Bokashi-Feststoffs

    Nach etwa drei Wochen ist der feste Bokashi einsatzbereit. Die noch recht saure Masse kann direkt im Garten vergraben werden. Da der frische Fest-Bokashi wie erwähnt recht sauer ist, sollte ein Mindestabstand von 20 cm zu Pflanzenwurzeln eingehalten werden.

    Eine Möglichkeit der sofortigen Verwendung besteht im Mischen mit Komposterde. Der Bokashi ist damit weniger scharf und kann mit entsprechender Vorsicht auch bei empfindlicheren Pflanzen eingesetzt werden.

    Alternativ reift er in einem separaten Topf nach: Dazu schichtweise Erde und Bokashi einfüllen und den Topf anschließend umgedreht ins Beet setzen – ebenfalls mit ausreichendem Abstand zu Pflanzen.

    Generell sorgt diese Art der Langzeitdüngung für eine verbesserte Bodengesundheit, unterstützt das Wachstum von Nutzpflanzen, hemmt den Unkrautwuchs, erhöht die Resistenzen der Pflanzen und schreckt sogar Schnecken ab.

    FAQs: Häufige Fragen zum Bokashi – wir antworten!

    • Was ist Bokashi? Bokashi ist die Fermentation von organischen Küchenabfällen ohne Sauerstoff, aber mit Hilfe von effektiven Mikroorganismen.
    • ​​​​​​Was ist der Unterschied zwischen Bokashi und Kompost? Bokashi ist mehr oder weniger ein Zwischenprodukt, welches noch im Boden verrotten muss. Kompost hingegen ist eine natürliche Verrottung mit Sauerstoff, die letztlich in Komposterde mündet. 
    • Welche Küchenabfälle darf ich verwenden? Es dürfen alle organischen Küchenabfälle wie Obst, Käse, Fleisch, Fisch, Kaffeesatz, Teebeutel etc. verwendet werden. Gesüßte oder verschimmelte Lebensmittel sind hingegen nicht geeignet. 
    • Wieso wird ein spezieller Bokashi-Eimer gebraucht? Ein spezieller Bokashi-Eimer ist nötig, dass der Fermentationsprozess richtig abläuft. Ein normaler Eimer oder Mülleimer erfüllt nicht die Voraussetzungen für den anaeroben Prozess. 

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