
Die Mirabelle: Kleine Frucht, großer Geschmack
Ein Obstbaum im Garten ist weit mehr als nur ein Früchtebringer: Er spendet wohltuenden Schatten, bietet Insekten einen wertvollen Lebensraum und zieht mit seinem frischen Laub alle Blicke auf sich. Wie wäre es zum Beispiel mit einer Mirabelle? Ihre süßen, saftigen Früchte sind nicht nur köstlich, sondern auch gesund.
Autorin: Cornelia Förster
Wissenswertes
Die Mirabelle (Prunus domestica subsp. Syriaca), auch gelbe Pflaume genannt, ist eine Unterart der Pflaume und gehört zur Familie der Rosengewächse (Rosaceae). Das Fruchtfleisch der kleinen, runden Steinfrucht ist gelb bis grüngelb und schmeckt sehr süß mit einer leicht säuerlichen Note. Durch ihren geringen Säuregehalt sind Mirabellen gut verdaulich. Mirabellen sind aber nicht nur schmackhaft, sondern auch gesund. Sie enthalten reichlich Ballaststoffe für eine gute Verdauung, einen tollen Mix aus den Vitaminen A, C, E und B, die wichtigen Mineralien Kalium, Magnesium und Eisen sowie wertvolle Antioxidantien – ein echtes Rundumpaket.
Ursprünglich stammt die Mirabelle aus Vorderasien und gelangte Anfang des 20. Jahrhunderts nach Europa. Der schön klingende Name deutet auf eine italienische Namensgebung hin, abgeleitet von „mirabella“ – die Wunderschöne.
Interessanter Fakt: Oft verwechselt aber nicht die gleiche Frucht: Die Marille. Sie ist die österreichische Bezeichnung für Aprikose, welche etwas größer und samtartig behaart ist.
Sorten Vielfalt entdecken
Es gibt eine Vielzahl an Mirabellen, die sich in Wuchs (Busch oder Mirabellenbaum), Aussehen (gelb bis rötlich, rund bis oval) und natürlich dem Geschmack (von süß über sehr süß bis zu würzig) unterscheiden. Hier eine kleine Auswahl der bei Dehner erhältlichen Sorten.
Anbau & Pflege der runden Vitaminfreunde
Pflanzen Sie die Mirabelle in einen durchlässig lockeren, nährstoffreichen, humosen Boden mit einem pH-Wert von 6–7. Ein großzügiges Pflanzloch unterstützt das gesunde Wurzelwachstum. Bei mehreren Bäumen empfiehlt sich ein Abstand von 3–5 m. Obwohl die meisten Mirabellensorten Selbstbefruchter sind, lohnt es sich, geeignete Begleiter wie Pflaumen- oder Zwetschenbäume, aber auch Lavendel oder Ringelblumen in unmittelbarer Nähe zu pflanzen. So fördern Sie Wachstum, Gesundheit und Ertrag der Früchte.
Mirabellen bevorzugen ein helles, warmes Plätzchen. Je mehr Sonne sie auftanken, desto besser reifen und schmecken sie letztlich auch. Achten Sie bei der Wahl des Standortes auf guten Windschutz.
Ab und zu etwas Dünger, ein Rückschnitt nach der Ernte (nur an frostfreien Tagen), mulchen und eine Auslichtung der Krone für eine bessere Fruchtqualität reichen an Pflegemaßnahmen aus.
Gut zu wissen! Mirabellenbäume sind winterhart und vertragen in Mitteleuropa Temperaturen bis -20 °C. Besonders junge Bäume brauchen im Winter aber etwas Schutz durch Jutesäcke, Vlies, Laub, Mulch oder weißes Kalken gegen Frostrisse.
Blüte & Ernte
Die Blütezeit der Mirabellen liegt zwischen März und Mai. Sobald sich die kleinen Blüten öffnen, bilden sie Dolden. Mirabellen sind meist selbstfruchtbar, profitieren jedoch deutlich von einer Fremdbestäubung durch andere Pflaumen- oder Mirabellensorten. Eine gute Nachbarschaft zu blühenden Zwetschgen oder Renekloden kann den Ertrag steigern. Bestäubt werden die Blüten vor allem von Bienen, Hummeln und anderen Insekten. Ein bienenfreundlicher Garten mit vielen Blühpflanzen rund um die Bäume fördert eine reiche Ernte
Ab Juli lassen sich die Früchte leicht vom Stiel lösen. Zum Aufbewahren sollten Mirabellen ungewaschen in einem Beutel maximal 3 Tage im Kühlschrank gelagert werden, um die samtartige Schutzschicht zu erhalten.
Verwendung
Ob frisch vom Baum, als Marmelade, getrocknetes Obst oder zu Mirabellen-Knödeln verarbeitet – die saftigen Früchte sind vielseitig und lecker. Lassen Sie sich von ein paar Rezeptideen inspirieren und setzen Sie Ihre kulinarischen Pläne um.
FAQs: Häufige Fragen zu Mirabellen – wir antworten!
- Wann hat die Mirabelle Saison? Die Früchte sind ab ca. Juli reif, sobald sie sich einfach vom Stiel lösen lassen.
- Was muss bei der Pflege beachtet werden? Die Mirabelle darf ab und zu gedüngt werden und freut sich auf einen Rückschnitt nach der Ernte.
- Wieso blüht die Mirabelle nicht? Neben falscher Standortwahl, mangelender Nährstoffzufuhr, zu starkem Rückschnitt oder Schädlingsbefall kann auch schlichtweg das zu junge Alter des Mirabellenbaumes für das Ausbleiben der Blüte sorgen. Junge Bäume brauchen teilweise bis zu 5 Jahren, um das erste Mal zu blühen.
- Wie wird ein Mirabellenbaum überwintert? Nutzen Sie die klassischen Schutzmaßnahmen wie Vlies, Jutesäcke oder Weißanstrich, um die Bäume gut durch den Winter zu bringen.
- Welche Krankheiten und Schädlinge können einen Mirabellenbaum befallen? Zu den häufigsten Schädlingen gehören Blattläuse und Pflaumenwickler. Bei den Krankheiten treten vor allem die Monilia-Spitzendürre (Pilzbefall) sowie die Schrotschusskrankeit (Flecken auf den Blättern) auf. Passende Begleitpflanzen, natürliche Nützlinge oder Pflanzenjauchen stärken den Baum und machen ihn weniger anfällig.














