Ein gesunder Rasen lebt nicht nur oberirdisch. Unter der Grasnarbe arbeitet ein komplexes Gefüge aus
Regenwürmern, Mikroorganismen, Pilzen und Bakterien, die zugunsten der Bodenfruchtbarkeit werkeln. Diese Bodenlebewesen zersetzen organisches Material, bilden Humus, verbessern die Bodenstruktur und sorgen dafür, dass Nährstoffe pflanzenverfügbar werden.
Beim fachgerechten Vertikutieren wird die Grasnarbe nur
oberflächlich (2–3 mm) angeritzt. Die meisten Bodenorganismen leben jedoch tiefer im Boden und werden dadurch kaum beeinträchtigt. Langfristig kann das Vertikutieren sogar positive Effekte haben, da:
- Sauerstoff besser in den Boden gelangt
- Wasser wieder gleichmäßiger versickert
- Mikroorganismen durch verbesserten Gasaustausch aktiver werden
Problematisch wird es jedoch, wenn zu tief vertikutiert oder auf nassem Boden gearbeitet wird. Dann können Bodengefüge zerstört und Regenwurmgänge beschädigt werden. Auch häufiges, unnötiges Vertikutieren stört das natürliche Gleichgewicht.
Für naturnahe Gärten gilt daher: So viel wie nötig, so wenig wie möglich. Wer auf einen lebendigen Boden Wert legt, kombiniert das Vertikutieren mit schonenden Maßnahmen wie Kompostgabe, organischer Düngung und punktuellem Lüften. So bleibt das Bodenleben aktiv – und der Rasen gesund von unten heraus.