
Pflanzenkrankheiten erkennen, vorbeugen und behandeln
Entdecken Sie, wie Sie Ihre Pflanzen vor Krankheiten schützen und ihnen zu neuer Kraft verhelfen. Mit unseren wertvollen Tipps und Produkten können Sie Pilzbefall und Schädlinge erfolgreich bekämpfen – für einen blühenden, gesunden Garten voller Leben.
Autorin: Cornelia Förster
Apfelschorf
Schadbild: Wenn Obstgehölze im Frühjahr austreiben, besteht bei feuchter Witterung die Gefahr eines Befalls. Der pilzliche Erreger wird mit dem Wind auf die jungen, feuchten Blätter übertragen, wo er zu keimen beginnt. Auf den Früchten entstehen zunächst kleine runde Flecken, die sich ausdehnen können. Bei starkem Befall reißt die Schale des Obstes auf, während die Blätter graubraune Flecken entwickeln, die zunächst der Rußfleckenkrankheit ähneln.
Vorbeugende Maßnahmen: Entfernen Sie infiziertes Falllaub und Obst, entsorgen Sie es im Biomüll. Schneiden Sie Ihre Obstgehölze regelmäßig, um eine ausreichende Luftzirkulation und ein schnelles Abtrocknen zu ermöglichen. Bei Neupflanzungen wählen Sie resistente Sorten wie Alkmene, Berlepsch, Ingrid Marie und Jonathan.
Birnengitterrost
Schadbild: Ab Mai zeigen Birnbäume orangerote Flecken, die bei starkem Befall zusammenfließen. Auf den Flecken bilden sich dunkle Punkte, die Sporen enthalten. Im Sommer entstehen auf der Blattunterseite warzenförmige Verdickungen, dann wechselt der Pilz auf den Wacholder und überwintert. Im Frühjahr führt der Befall bei Birnbäumen zu Blattverlust und schwächt Ernte und Wachstum, während der Wacholder absterben kann.
Vorbeugende Maßnahmen: Dezimieren Sie den Infektionsdruck, indem Sie die Wirtspflanze, den Wacholder in nächster Nähe entfernen. Schneiden Sie einzelne, betroffene Partien bei Ihrem Wacholder bis ins gesunde Holz zurück. Spritzen Sie Anfang Mai die gallertartigen Sporenträger beim Wacholder mit einem harten Wasserstrahl ab. Schneiden Sie bei geringem Befall die ersten betroffenen Blätter Ihres Birnbaums aus. Beachten Sie jedoch, dass Sie die Photosyntheseleistung beeinträchtigen.
Blütenendfäule
Schadbild: Auf den Früchten entstehen zunächst kleine Flecken, die bis ins Fruchtfleisch reichen und sich vergrößern. Später sinken die braunschwarzen Stellen ein und verhärten. Oft sind nur einzelne Früchte betroffen. Ursache ist Kalziummangel, ausgelöst durch Stickstoffüberdüngung oder hohe Kalium- und Magnesiumwerte sowie unregelmäßiges Gießen oder Trockenperioden.
Vorbeugende Maßnahmen: Bringen Sie im Herbst Gartenkalk oder nach dem Pflanzen Gesteinsmehl aus, da durch Gießen und Wachstum Nährstoffe ausgewaschen werden. Achten Sie auf ausgewogene Düngung und vermeiden Sie übermäßigen Stickstoff. Eine gleichmäßige Wasserversorgung sichert den Nährstofffluss. Entfernen Sie Blätter unter dem ersten Fruchtstand, damit Kalzium den Früchten zugutekommt.
Echter Mehltau
Schadbild: Nach dem Winter erscheint ein weißlicher Belag auf Blättern, Stielen und Knospen. Der Pilz breitet sich schnell aus, verursacht Blattaufhellungen, die zu Verbräunungen und Verkrüppelungen führen. Dank Pilzgeflecht und Sporen übersteht er den Winter und wird im Frühjahr durch Wind oder Insekten verbreitet. Im Vergleich zum Falschen Mehltau, der auf der Blattunterseite anzutreffen ist, ist der Echte Mehltau abwischbar.
Vorbeugende Maßnahmen: Wählen Sie optimale Standortverhältnisse, denn verschiedene Einflüsse wie Licht- und Nährstoffmangel oder starke Temperaturschwankungen begünstigen den Befall mit Echtem Mehltau. Fördern Sie die natürlichen Feinde des Echten Mehltaus wie beispielsweise Marienkäfer.
Falscher Mehltau
Schadbild: Auf der Blattoberseite bilden sich blassgelbe Flecken, die sich später braun färben. Sie sind durch Blattadern begrenzt und wirken oft eckig. Kurze Zeit später folgt die Blattunterseite – hier zeigt sich ein bräunlich, weißer Pilzrasen, der das Blatt vom Rand aus absterben lässt. Neben Blättern und Stängeln können auch Früchte oder Blütenknospen befallen werden. Sie verschrumpeln, vertrocknen, fallen ab und sind nicht mehr genießbar. Der Pilz überwintert auf Falllaub und auf Pflanzenresten.
Vorbeugende Maßnahmen: Achten Sie auf ausreichenden Pflanzenabstand, damit Ihre Pflanzen nach Regen oder Gießen schnell abtrocknen. Gießen Sie früh, damit die Blätter tagsüber trocknen. Regelmäßiges Schneiden von Gehölzen wie Wein und Rosen fördert die Luftzirkulation. Wählen Sie den richtigen Standort, versorgen Sie Pflanzen mit Nährstoffen und stärken Sie sie mit Pflanzenstärkungsmitteln gegen Falschen Mehltau.
Grauschimmel
Schadbild: Faulende Blätter sterben bis zum Stängelgrund ab und zeigen einen grauen Sporenrasen, während Blüten und Früchte braune Stellen und Schimmelbeläge entwickeln. Auf jungen Früchten erscheinen Geisterflecken mit hellen Ringen. Triebe verkümmern und sterben ab. Die Infektion breitet sich über Pflanzenmaterial und Wind aus, begünstigt durch kühle, feuchte Witterung. Temperaturen von 15-20 °C fördern das Auskeimen. Hinweis: Befallene Früchte sind ungenießbar!
Vorbeugende Maßnahmen: Wählen Sie einen lockeren Standort und sorgen Sie für gute Belüftung Ihrer Pflanzen. Optimale Bedingungen und Pflanzenstärkungsmittel unterstützen das Wachstum. Vermeiden Sie Überdüngung, um stabiles Gewebe zu fördern. Setzen Sie auf resistente Sorten und verwenden Sie bei Erdbeeren Stroh als Mulch. Entfernen Sie befallene Pflanzenteile und entsorgen Sie sie im Hausmüll. Nehmen Sie die oberste Erdschicht ab.
Kraut- und Braunfäule
Schadbild: Der Erreger der Kraut- und Braunfäule überwintert auf infizierten Pflanzenteilen im Boden und verbreitet sich im Frühjahr mit dem Wind. Besonders Freilandtomaten sind gefährdet. Bei Temperaturen von 12-15 °C und Nässe breitet sich der Pilz schnell aus. Graugrüne, später braune Flecken erscheinen auf den Blättern, während die Blattunterseite bei hoher Luftfeuchtigkeit einen grauweißen Belag zeigt. Infizierte Tomaten entwickeln runzlige, braune Flächen. Triebe zeigen braunschwarze Flecken. Hinweis: Die Früchte sind ungenießbar!
Vorbeugende Maßnahmen: Um einer Infektion mit Kraut- und Braunfäule vorzubeugen, pflanzen Sie Kartoffeln weit entfernt von Tomaten und achten Sie auf die Windrichtung, um Sporenanflug zu vermeiden. Schützen Sie Tomaten durch ein belüftetes Gewächshaus oder Terrassendach vor Nässe. Wählen Sie widerstandsfähige Sorten und stärken Sie Ihre Pflanzen mit Pflanzenstärkungsmitteln, die sie von innen unterstützen.
Obstbaumkrebs
Schadbild: Offene Wunden bei der Herbsternte oder im Frühjahr bieten dem Obstbaumkrebs eine Eintrittspforte. Infizierte Stellen zeigen platte Stellen, wo die Rinde einfällt und abblättert. Rund um befallene Triebe stirbt die Rinde, oft mit hellen Sporen sichtbar. Schneiden Sie die Wunde aus, um zu prüfen, ob ein weißer Rand vorhanden ist – dann kann der Ast gerettet werden. Tote Äste müssen komplett entfernt werden. Halten Sie die Wunde klein und verschließen Sie größere Verletzungen mit Wundbalsam.
Vorbeugende Maßnahmen: Düngen Sie möglichst ausgewogen. Eine stabile und optimale Nährstoffversorgung sorgt für gesunde und weniger anfällige Pflanzen. Lichten Sie Ihre Obstgehölze regelmäßig aus, um Luft in den Baum zu bringen und die Schnittwunden klein zu halten. Entfernen Sie infiziertes Schnittgut aus dem Gartenkreislauf.
Pilze im Rasen
Schadbild: Die Pilze sind meist schwarz, weiß oder gelblich-braun und sprießen einzeln oder in Gruppen aus dem Boden. Sie sind meist kreis- oder bogenförmig in sogenannten Hexenringen angeordnet. Pilze sind prinzipiell ganzjährig vorhanden und wachsen bevorzugt ab dem feuchtwarmen Spätsommer, da hier optimale Bedingungen herrschen. Besonders bei Staunässe nach starkem Regen oder übermäßigem Gießen sprießen sie aus der Erde.
Vorbeugende Maßnahmen: Pilze wachsen oft an Stellen mit alten Wurzelresten, daher vor der Rasenaussaat den Boden gut umgraben und Pflanzenreste entfernen. Vermeiden Sie Staunässe, indem Sie den Rasen belüften und verdichtete Böden mit Sand auffüllen. Vertikutieren Sie Moos und Filz, um Pilznahrung zu beseitigen. Entfernen Sie Schnittgut und Laub, um feuchtwarme Bedingungen zu verhindern. Ein Langzeitdünger stärkt den Rasen, fördert Wachstum und erhöht die Widerstandskraft.
Rosenrost
Schadbild: Der Rosenrost zeigt sich im Frühjahr mit gelbroten Flecken auf der Blattoberseite und orangeroten Sporenlagern auf der Unterseite. Bei starkem Befall sind auch Triebe und Hagebutten betroffen. Der Pilz breitet sich im Sommer über den Wind aus. Bei 20 °C und 2–4 Stunden Nässe sind Infektionen begünstigt. Befallene Blätter verbräunen und fallen ab. Der Pilz überwintert auf Falllaub und Holz.
Vorbeugende Maßnahmen: Achten Sie auf eine ausgewogene Düngung mit Rosendünger, um die Pflanzen zu stärken. Pflanzenstärkungsmittel und Brühen stabilisieren die Zellwände und erschweren Pilzbefall. Vermeiden Sie, Rosenblätter mit Gießwasser zu benetzen. Sammeln Sie das Falllaub befallener Rosen sofort ein und entsorgen es im Biomüll. Behandeln Sie betroffene Rosen ab dem Knospenaustrieb mit Fungiziden und achten Sie besonders auf die Blattunterseite. Setzen Sie auf resistente Rosensorten, um Rosenrost vorzubeugen.
Sternrußtau
Schadbild: Sternrußtau zeigt sich früh im Jahr mit unregelmäßigen gelben, später schwarzbraunen Flecken auf den Blättern. Bei optimaler Witterung breitet sich die Krankheit schnell aus, die Blätter vergilben und fallen ab, und bei starkem Befall sind die Rosen bereits im Sommer kahl. Hohe Luftfeuchtigkeit, Blattnässe und Temperaturen über 15 °C fördern den Pilz. Er überwintert auf Trieben, Blättern und Knospen und übersteht Temperaturen bis -20 °C.
Vorbeugende Maßnahmen: Zu den wichtigsten Präventivmaßnahmen gehört das Entfernen von Falllaub und befallenen Trieben. Vermeiden Sie Überkopfbewässerung und achten Sie auf ausreichenden Pflanzabstand, um die Rosen vor Sternrußtau zu schützen. Mulchen Sie die Flächen, um Infektionen durch Spritzwasser zu reduzieren. Wählen Sie resistente Sorten und stärken Sie die Pflanzen von innen mit Ackerschachtelhalm-, Beinwell- oder Knoblauchbrühen. Pflanzenschutzmittel helfen ebenfalls, Ihre Rosen zu schützen.
Schrotschusskrankheit
Schadbild: Im Mai/Juni erscheinen rotbraune Flecken mit rotem Hof auf jungen Blättern. Innerhalb von 14 Tagen stirbt das infizierte Gewebe ab, und die 3–10 mm großen Flecken fallen heraus, wodurch die Blätter löchrig wirken. Bei starkem Befall vergilben die Blätter und fallen ab, was die Photosyntheseleistung verringert und die Pflanze schwächt. Auch Früchte, Knospen, Blüten und Triebspitzen können betroffen sein, was zu Verkrüppelungen und vertrockneten oder faulenden Pflanzenteilen führt.
Vorbeugende Maßnahmen: Entfernen Sie befallene Pflanzenteile so rasch wie möglich und entsorgen Sie diese in der Biotonne. Düngen Sie sparsamer, weniger Stickstoff betont und nutzen Sie Pflanzenstärkunsgmittel, um Ihre Pflanze gegen Schwächeparasiten wie Pilze zu schützen.


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