#Ausbildung
2. Juli 2026
Lernen durch Praxis-Checks
Von Fachberichten zu Praxis-Checks
Die wöchentlichen Fachberichte waren lange ein fester Bestandteil meiner Ausbildung. In meiner Zoo-Ausbildung habe ich beispielsweise Berichte über die Haltung verschiedener Haustiere oder die Einrichtung eines Aquariums geschrieben. Dafür habe ich mich intensiv in die Themen eingelesen, mich mit meinen Kolleg*innen ausgetauscht und mein Wissen anschließend schriftlich zusammengefasst. Auch wenn diese Berichte sehr lehrreich waren, stand dabei vor allem die Theorie im Vordergrund.
Mit der Einführung der Praxis-Checks wird nun ein anderer Ansatz verfolgt: „Machen statt nur aufschreiben“. Über die dreijährige Ausbildungszeit hinweg absolvieren wir insgesamt elf Praxis-Checks. Diese sind in die Kategorien Verkaufsgespräch, Verantwortungsübernahme und Projektaufgabe unterteilt. Für die einzelnen Aufgaben stehen jeweils drei Monate zur Verfügung, sodass wir ausreichend Zeit haben, uns intensiv mit einem Thema auseinanderzusetzen und unser Wissen direkt im Arbeitsalltag anzuwenden. Dabei stehen Eigeninitiative, die Zusammenarbeit mit den Ausbilder*innen und vor allem die praktische Umsetzung des Gelernten im Mittelpunkt.
Verantwortung übernehmen und Wissen anwenden
Die Praxis-Checks sind bewusst praxisnah gestaltet und unterscheiden sich je nach Kategorie. Bei den Verkaufsgesprächen simuliert man gemeinsam mit dem*r Ausbilder*in eine Beratung zu einem bestimmten Thema. Für einen meiner Checks habe ich mich beispielsweise mit der LED-Beleuchtung im Aquarium beschäftigt und sollte hierzu Kund*innen gut beraten können. Nach einer intensiven Vorbereitungsphase wurde das Simulationsgespräch mit meinem Ausbilder durchgeführt und anschließend gemeinsam besprochen.
Bei der Verantwortungsübernahme geht es darum, über mehrere Wochen eigenständig ausgewählte Aufgaben im Markt zu übernehmen. Dazu gehören beispielsweise die Warenbestellung und -pflege eines bestimmten Bereichs. Dadurch lernt man nicht nur fachliche Zusammenhänge besser kennen, sondern erlebt auch, wie wichtig Organisation, Eigeninitiative und verantwortungsbewusstes Handeln im Arbeitsalltag sind.
Neue Herausforderungen
Besonders spannend finde ich die Projektaufgaben. Bei meinem letzten Praxis-Check war gefordert, eine Teamschulung zum Thema Erstausstattung für Ziervögel vorzubereiten und durchzuführen. Dazu gehörten die Erstellung von Schulungsmaterialien sowie die anschließende Präsentation vor meinen Kolleg*innen. Vor der Schulung war ich ehrlich gesagt ziemlich aufgeregt, denn Vorträge zu halten, fällt mir nicht besonders leicht. Umso erleichterter war ich, als die Präsentation geschafft war. Im Nachhinein bin ich sehr dankbar für diese Erfahrung, denn sie hat mir gezeigt, dass ich über mich hinauswachsen kann.
Reflektieren und über sich hinauswachsen
Unabhängig von der jeweiligen Kategorie wird jeder Praxis-Check anschließend in unserer Ausbildungsmanagement Software dokumentiert. Dort führen wir auch unsere Berichtshefte, also die Dokumentation der betrieblichen Tätigkeiten und der Inhalte aus der Berufsschule. Bei den Praxis-Checks halten wir beispielsweise fest, wie wir uns das Wissen angeeignet haben, wie unsere Vorbereitung aussah und welche Herausforderungen uns begegnet sind. Die Dokumentation gehört zu dem erfolgreichen Abschluss des Praxis-Check dazu.
Die Praxis-Checks als neue Form der Lernerfolgskontrolle helfen mir nicht nur dabei, Fachwissen aufzubauen, sondern stärken gleichzeitig wichtige Fähigkeiten wie Selbstorganisation, logisches Denken, Zeitmanagement und Selbstvertrauen. Zu wissen, dass man echte Verantwortung für einen Bereich übernimmt oder das Team schult, stärkt das eigene Selbstbewusstsein enorm. Deshalb empfinde ich die Umstellung auf die Praxis-Checks als eine Bereicherung, wodurch wir Auszubildenden uns persönlichen und beruflichen weiterentwickeln können.
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