#Jobeinblicke
23. Juli 2026
Richtig gießen im Sommer
Als Gruppenleitung Blumen & Pflanzen habe ich heute die wichtigsten Tipps und Tricks für dich dabei.
Outdoor- vs. Zimmerpflanzen
Für Garten- und Balkonpflanzen sind die frühen Morgenstunden die beste Zeit zum Gießen. Der Boden ist noch kühl, die Wurzeln können die Feuchtigkeit gut aufnehmen und die Blätter trocknen – im Vergleich zum Gießen in den Abendstunden – schnell ab. Gießen in der prallen Mittagssonne sollte dagegen vermieden werden, da die Pflanzen zusätzlich gestresst werden. Wichtig ist außerdem, möglichst direkt auf die Erde und nicht über Blätter oder Blüten zu gießen. So beugst du Verbrennungen, Pilzkrankheiten und Fäulnis vor.
Bei Zimmerpflanzen steigt im Sommer ebenfalls der Wasserbedarf, da die Raumluft trockener wird. Meine wichtigsten Pflegetipps für ein gesundes Wachstum:
- Feste Gießzeiten, damit nichts vertrocknet
- Regelmäßige Kontrolle der Übertöpfe, um Staunässe zu vermeiden
- Gelegentliches Besprühen, um die Luftfeuchtigkeit zu erhöhen
Woran erkennt man den Wasserbedarf?
Nicht nur Trockenheit, sondern auch zu viel Wasser kann schaden. Steht eine Pflanze dauerhaft im Wasser, ersticken und verfaulen ihre Wurzeln. Ein einfacher Helfer ist die Fingerprobe: Stecke den Finger einige Zentimeter tief in die Erde. Fühlt sie sich dort trocken an, darf gegossen werden. Bleibt das Wasser nach dem Gießen länger als 15 Minuten im Untersetzer stehen, war es meist zu viel. Wirkt eine Pflanze trotz feuchter Erde welk, lohnt sich ein Blick auf die Wurzeln. Hellbraune oder weißliche Wurzeln sind gesund, dunkle und modrig riechende Wurzeln deuten auf Fäulnis hin. In diesem Fall sollten die beschädigten Stellen entfernt und die Pflanze in frische Erde gesetzt werden. Beim anschließenden Gießen nicht zu viel Wasser verwenden.
Hitze, Wasserqualität und besondere Sommerbedingungen
An extrem heißen Tagen können Pflanzen selbst bei ausreichender Wasserversorgung schlapp wirken. Dann hilft oft eher eine Schattierung durch ein Netz oder Vlies als zusätzliches Gießen. Verwende außerdem Wasser mit Umgebungstemperatur, da eiskaltes Wasser den Pflanzenzellen schadet. Viele Arten bevorzugen Regen– oder Teichwasser, da Leitungswasser häufig viel Kalk oder auch Chlor enthält. Das gefilterte Wasser, sogenanntes Osmosewasser, ist ebenfalls nicht zum Gießen geeignet, da es den Pflanzen eher Nährstoffe entzieht, anstatt sie zuzuführen. Nur durch das Anreichern mit einer Nährlösung oder zum Ausspülen von Substrat, sollte es einmal zu einer Überdüngung gekommen sein, kann es gezielt eingesetzt werden.
Mein persönlicher Tipp
Wenn du dir unsicher bist, wie viel Wasser eine Pflanze braucht, schau dir ihren natürlichen Lebensraum an. Pflanzen aus sumpfigen Gebieten benötigen in der Regel deutlich mehr Wasser als Arten, die ursprünglich an trockenen, steinigen Standorten wachsen. Wer den Naturstandort seiner Pflanzen kennt, versteht ihre Bedürfnisse meist viel besser – und hat lange Freude an einem gesunden, grünen Sommer – ob indoor oder outdoor.
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