
Pflanzenschädlinge erkennen, vorbeugen und behandeln
Schützen Sie Ihre Pflanzen vor lästigen Schädlingen und bewahren Sie Ihren Garten vor Schaden. Mit unseren Tipps und Lösungen können Sie Blattläuse, Schnecken und Co. effektiv bekämpfen, damit Ihre Pflanzen wieder gesund und kräftig gedeihen.
Autorin: Cornelia Förster
Ameisen
Schadbild: Unsere heimischen Ameisen sind im Garten nützlich und sorgen für Ordnung. Allerdings werden sie durch ihre Vorliebe für Blattläuse und Honigtau oft als unerwünschte Gäste betrachtet. Ameisen siedeln Blattläuse in die Nähe ihres Haufens, um den Honigtau zu nutzen, und schützen sie vor Fressfeinden. Die eigentliche Pflanzenschädigung erfolgt durch die Blattläuse, die Viren und Bakterien übertragen.
Vorbeugende Maßnahmen: Behalten Sie Blattlaus-Kolonien im Auge. Rücken Sie ihnen an den Kragen, schalten Sie von vornherein eine mögliche Nahrungsquelle der Ameisen aus und dezimieren deren Anzahl. Ihre Trittplatten im Garten und auf der Terrasse können Sie schützen, indem Sie statt Sand Kies als Plattenfundament verwenden. Ameisen nisten nicht im Kies.
Tipp: Bevor Sie zur Chemiekeule greifen, können Sie den Ameisen ein neues Zuhause bieten. Stellen Sie einen Topf mit Holzwolle auf eine Ameisenstraße. Die Ameisen ziehen mit etwas Geduld um. Mit einer Schaufel oder glattem Gegenstand, der sich unterschieben lässt, sollte das Nest über 30 m umgesiedelt werden. Ist die Distanz kürzer, kehren die Ameisen zurück in ihr altes Heim.
Apfelwickler
Schadbild: Der Apfelwickler ist tagsüber schwer zu erkennen, da er auf der Baumrinde sitzt und gut getarnt ist. Ab Mitte Mai, bei Temperaturen ab 15 °C, fliegen die weiblichen Falter und legen bis zu 80 Eier an Früchten oder Blättern ab. Nach 7–16 Tagen schlüpfen die Larven, bohren sich in das Fruchtfleisch und hinterlassen nach ca. 4 Wochen die befallenen Früchte. Sie spinnen sich in einen Kokon ein, um sich zu verpuppen oder zu überwintern. Ein Befall zeigt sich an Fraßlöchern und bräunlichem Kot auf der Frucht.
Vorbeugende Maßnahmen: Beim Apfelwickler ist Vorbeugung entscheidend. Haben die Weibchen ihre Eier auf den Früchten abgelegt, ist das Obst oft bereits verdorben. Untersuchen Sie im Winter Baumstämme auf Puppen oder Kokons. Ab Ende Juni können Sie Wellpappe-Fanggürtel anbringen, um Raupen zu fangen und zu vernichten. Pheromonfallen locken Apfelwicklermännchen an und verhindern die Begattung, wodurch die Eiablage ausbleibt. Fördern Sie Nützlinge wie Meisen, Fledermäuse, Spechte und Ohrwürmer, die den Apfelwickler natürlich bekämpfen.
Blattläuse
Schadbild: Blattläuse verursachen durch Saugen deformierte, gekräuselte Blätter und befallene Triebspitzen. Die Blätter vergilben oder sterben ab, während der klebrige Honigtau, der Ameisen anzieht, im Licht schimmert. Ab April vermehren sich Blattläuse rasch, legen 40–100 Eier oder gebären lebend. Sie treten in Kolonien auf, entziehen Pflanzen Nährstoffe und übertragen Viren. Der Honigtau fördert zudem das Wachstum von schwarzem Rußtau.
Vorbeugende Maßnahmen: Prävention ist der Schlüssel im Kampf gegen Blattläuse. Fördern Sie Nützlinge wie Marienkäfer, Florfliegenlarven, Schlupfwespen, Ohrwürmer und Schwebfliegen, die natürliche Feinde der Blattlaus sind. Pflanzen Sie Bohnenkraut gegen schwarze Blattläuse oder Lavendel, dessen ätherische Öle abschreckend wirken. Eine Mischkultur hilft ebenfalls. Vermeiden Sie stickstoffbetonte Düngung, um Blattläusen nicht zu viel Nahrung zu bieten.
Buchsbaumzünsler
Schadbild: Ab Ende Februar/Anfang März erscheinen die Larven des Buchsbaumzünslers und verursachen erhebliche Fraßschäden. Die ca. 5 cm langen Raupen fressen gesellig von innen nach außen. Sie sind an ihrem grünen Körper mit schwarz-weißen Streifen, schwarzen Flecken und dunklem Kopf leicht zu erkennen. Grünliche Kotkrümel und Gespinste deuten auf Befall hin, der auch die Rinde schädigen kann. Der Buchsbaumzünsler überwintert als Raupe in einem Kokon und beginnt ab 5–7 °C wieder zu fressen, mit bis zu 3–4 Generationen im Jahr.
Vorbeugende Maßnahmen: Kontrollieren Sie Ihre Buchspflanzen immer wieder auf Gespinste und Raupen. Da der Schaden zunächst gut verdeckt im inneren Bereich stattfindet, werden die Schädlinge häufig erst spät entdeckt. Regelmäßige Präventivkontrollen sind deshalb umso wichtiger. Biegen Sie die Zweige auseinander und sammeln Sie die Raupen gegebenenfalls sofort ab. Entfernen Sie die Gespinste, indem Sie die betroffenen Partien großzügig zurückschneiden.
Dickmaulrüssler
Schadbild: Die lästigen Käfer sorgen mit ihrem berühmt berüchtigten Buchtenfraß für ein eher unschönes Aussehen der Pflanzen. Vor allem die Larven stellen eine Bedrohung dar. Diese leben im Wurzelbereich und schädigen die Fein- und Hauptwurzeln, welche die Pflanzen zur Wasser- und Nährstoffaufnahme benötigen. Kümmerwuchs und Welkeerscheinungen sind die unerwünschte Folge der betroffenen Pflanzen.
Vorbeugende Maßnahmen: Achten Sie bei der Auswahl Ihrer Pflanzen auf eine gute Qualität und bringen Sie diesen Schädling erst gar nicht in Ihren Garten.
Engerlinge
Schadbild: Engerlinge besitzen einen bis zu 6 cm langen, C-förmig gekrümmten Körper in Hellgrau, Braun oder Gelb. Ihre Kopfkapsel ist bräunlich und sie besitzen sechs Brustbeine. Engerlinge sind vor allem in der Abenddämmerung zwischen Juli und September aktiv. Ist Ihr Rasen von den Schädlingen befallen, zeigen sich braune Kahlstellen, die sich nach und nach vergrößern. Haben sich Engerlinge in die Erde von Kübelpflanzen eingenistet, verkümmern diese.
Vorbeugende Maßnahmen: Mai- und Junikäfer legen zwischen Mai und Juni Eier und werden von Lichtquellen angezogen. Vermeiden Sie in dieser Zeit Lampen im Garten. Schützen Sie Ihre Pflanzen mit Wurzelschutzgittern und engmaschigen Drahteinlagen. Engerlinge bevorzugen festen Boden, daher sollten Sie Ihren Rasen regelmäßig hacken und vertikutieren. Fördern Sie natürliche Feinde wie Igel und Vögel durch Futterplätze und Schlafquartiere.
Gut zu wissen: Um zu überprüfen, ob Engerlinge an Ihrer verkümmerten Kübelpflanze schuld sind, tauchen Sie den Blumentopf in einen Eimer mit Wasser und warten wenige Stunden. Engerlinge mögen keine Nässe und erscheinen von allein an der Oberfläche.
Gallmilben
Schadbild: Gallmilben sind 0,1–0,2 mm groß und verursachen durch Saugen Erhebungen im Pflanzengewebe, die rötlich oder bräunlich gefärbt sein können. Haarfilz auf der Blattunterseite und verkrüppelte Blattränder sind typisch. Knospen und Früchte können anschwellen. Befallene Blätter vertrocknen und fallen ab. Gallmilben überwintern in Rindenritzen.
Vorbeugende Maßnahmen: Bevorzugen Sie bei der Wahl Ihrer Obstgehölze frühe Sorten. Halten Sie den Boden rund um Ihre Pflanze feucht, durch z.B. eine Mulchschicht aus Rasenschnitt. Vermeiden Sie eine Überdüngung mit Stickstoff, da das Pflanzengewebe weich und leicht zu befallen ist. Schneiden Sie Ihre Pflanzen regelmäßig zurück und entfernen Sie mit dem Schnitt die Schädlinge. Vernichten Sie befallene Blätter inkl. Falllaub und Fruchtmumien in der Biotonne und nicht auf dem Kompost.
Schildläuse
Schadbild: Schildläuse treten an vielen Nutz- und Zierpflanzen auf und verbreiten sich schnell. Ein Befall zeigt sich durch 1–3 mm große braune, schwarze oder rötliche Schilde an Stängeln und Blättern. Schäden wie gelbliche Flecken entstehen durch Saugen, und der klebrige Honigtau fördert Rußtaupilz. Die Verbreitung erfolgt durch bewegliche Larven.
Vorbeugende Maßnahmen: Treten Schildläuse im Haus auf, liegt dies meist an trockener, warmer Heizungsluft. Aber auch im Außenbereich besiedeln Schildläuse Pflanzen, wenn diese an einem ungünstigen Standort stehen, damit geschwächt sind oder auch ein Nährstoffmangel vorliegt. Sorgen Sie deshalb soweit möglich für optimale Standortbedingungen und kontrollieren Sie Ihre Pflanzen regelmäßig auf Schildläuse.
Schnecken
Schadbild: Schnecken hinterlassen unverkennbare Spuren wie Lochfraß, Blattrandfraß und schleimige, weißlich glänzende Schleimspuren auf Pflanzen und Erde. Besonders bei feuchtem Wetter tritt oft ein Massenbefall auf, da sie nachts aktiv sind und sich tagsüber vor Sonne schützen. Ab dem späten Frühjahr legen Schnecken, als Zwitter, 300–400 Eier im Boden ab. Die Jungtiere entwickeln sich rasch und sorgen bald selbst für Nachkommen.
Vorbeugende Maßnahmen: Gießen Sie Pflanzen nur morgens, um Schnecken nicht anzulocken. Hacken Sie regelmäßig den Boden, besonders im Herbst, um Unterschlupfwinkel zu vermeiden. Entdecken Sie Schneckeneier, zerstören Sie sie mit heißem Wasser oder entsorgen sie im Müll. Igel, Vögel und andere Tiere fressen Schnecken, und Pflanzen wie Bohnenkraut oder Senf halten sie fern. Kaffeepulver vertreibt Schnecken, bei hoher Konzentration wirkt es tödlich. Schutzringe aus Sägemehl oder Steinmehl sowie Schneckenzäune bieten zusätzlichen Schutz.
Spinnmilben
Schadbild: Die Rote Spinne (Spinnmilbe) saugt an Pflanzenblättern und verursacht weißlich-gelbe Aufhellungen. Typisch sind feine, dünne Gespinste, die jedoch nicht alle Arten dieser Milbengattung bilden. Schon die frisch geschlüpften Larven entziehen Pflanzenzellen den Saft. Hinweis: In Innenräumen tritt die Rote Spinne oft bei trockener Heizungsluft auf.
Vorbeugende Maßnahmen: Reinigen Sie Ihr Gewächshaus gründlich, sollte im Vorjahr bereits ein Spinnmilbenbefall stattgefunden haben. Vermeiden Sie es, spinnmilbenanfällige Zierpflanzen wie Hibiskus oder Palmen mit Gurken in einem Gewächshaus zu kultivieren. Viele der Spinnmilbenarten, so auch die Rote Spinne, siedeln schnell auf Ihre Gemüsepflanzen über. Achten Sie in geschlossenen Räumen auf ausreichend Luftfeuchtigkeit.
Thripse
Schadbild: Spinnmilben verursachen ein ähnliches Schadbild, jedoch sind dunkle Kottröpfchen und langovale 0,7 mm große Larven auf den Pflanzen zu erkennen. Auf der Blattunterseite finden sich 1 mm kleine, gelbschwarz gestreifte Insekten mit schwarz-weiß gestreiften Flügeln. Sie gedeihen bei trockenwarmem Klima und bilden bis zu 6 Generationen pro Jahr.
Vorbeugende Maßnahmen: Vermeiden Sie ein trockenwarmes Klima und bevorzugen Sie weniger anfällige Sorten, vor allem im Gemüseanbau. Decken Sie Ihre Gemüsebeete mit einem engmaschigen Netz ab, um die Eiablage der Thrips zu verhindern. Graben Sie im Herbst Ihre Beete um und damit die Eier ein. Entfernen Sie befallene Pflanzenreste von Ihren Beeten.
Trauermücken
Schadbild: Trauermücken treten ganzjährig in Haus und Gewächshaus auf und im Freiland ab dem Frühjahr. Weibchen legen bis zu 200 Eier, was zur Massenvermehrung führt. Während die erwachsenen Insekten keine Schäden verursachen, schädigen die 2 mm langen Larven Pflanzen, was zu Welken und Kümmerwuchs führt. Über Fraßstellen können zudem Pilze, Bakterien und Viren übertragen werden. Ein Befall zeigt sich auch an silbrigen Kotspuren auf der Blumenerde.
Vorbeugende Maßnahmen: Kontrollieren Sie Ihre Pflanzen in regelmäßigen Abständen und halten Sie nach adulten Trauermücken Ausschau. Eine eher trockene Kulturführung wirkt der Verbreitung und Vermehrung der Schädlinge entgegen, da sie ein nasses Substrat zur Eiablage bevorzugen. Bewässern Sie Ihre Pflanzen am besten über den Topfuntersetzer.
Weiße Fliegen
Schadbild: Sowohl Larven als auch erwachsene Mottenschildläuse schädigen Pflanzen. Befallene Blätter werden gelbfleckig, sprenkeln, vergilben und fallen ab. Der von Larven abgesonderte Honigtau fördert zusätzlich das Wachstum von Rußtaupilz. Innerhalb von 4 Wochen entwickeln sich Larven zu Vollinsekten, und jedes Weibchen legt bis zu 500 Eier. Bei etwa 23 °C und hoher Luftfeuchtigkeit vermehren sie sich rasant und durchlaufen im Sommer bis zu 10 Zyklen.
Vorbeugende Maßnahmen: Stellen Sie Ihre Pflanzen eher kühler und trocken auf, da die Weiße Fliege ein tropisches Klima bevorzugt.
Wollläuse
Schadbild: Wollläuse hinterlassen in den Blattachseln, an Blattadern und auf der Blattunterseite watteartige Wachsausscheidungen, unter denen sich die 3–5 mm großen Läuse verbergen. Befallene Pflanzen zeigen einen klebrigen Belag durch ihre Ausscheidungen, der den Honigtau und den schwarzen Rußtaupilz fördert. Unter idealen Bedingungen können bis zu acht Generationen pro Jahr entstehen, üblich sind jedoch zwei.
Vorbeugende Maßnahmen: In der Regel werden eher geschwächte Pflanzen von Wollläusen in Beschlag genommen. Sorgen Sie deshalb zunächst für optimale Standortverhältnisse. Stellen Sie keine befallenen Pflanzen neben gesunde, um eine Ausbreitung zu vermeiden. Junge Wollläuse sind sehr mobil und siedeln von einer Pflanze auf die nächste. Kontrollieren Sie vor allem in den Wintermonaten Ihre Zimmerpflanzen immer wieder auf einen möglichen Schädlingsbefall.
Wühlmäuse
Schadbild: Wühlmäuse werden oft mit Maulwürfen verwechselt, da beide ähnliche Erdhügel hinterlassen. Anders als Maulwürfe, die unter Schutz stehen, dürfen Wühlmäuse bekämpft werden. Typisch für ihre Hügel ist ein seitlich versetztes Loch und enthaltene Wurzeln. Wühlmausgänge sind etwa 8 cm breit und hochoval. Eine Wühlprobe hilft zur Unterscheidung: Wird der Gang schnell repariert, handelt es sich um Wühlmäuse, Maulwürfe reagieren langsamer oder graben neue Zugänge.
Vorbeugende Maßnahmen: Schaffen Sie einen tierfreundlichen Garten mit Hecken und Sträuchern, um natürliche Feinde wie Fuchs, Marder und Wiesel anzulocken. Wühlmäuse reagieren empfindlich auf starke Gerüche, daher können Sie Knoblauch und aromatische Pflanzen setzen, um sie fernzuhalten. Sichern Sie Hochbeete mit Drahtgittern (Maschenweite 13–16 mm) und schützen Sie Obstbäume, indem Sie sie in einen Drahtkorb pflanzen, der zum Stamm hin gebogen wird.
































