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So fühlt sich der Igel im Garten wohl

So fühlt sich der Igel im Garten wohl

Jeden Herbst sind Igel vermehrt im Garten unterwegs, wenn sie nach Nahrung suchen. Doch ihr natürlicher Lebensraum und das Futterangebot werden zunehmend knapper. Umso mehr sind die nützlichen Schädlingsvertilger im Herbst auf unsere Unterstützung angewiesen – sei es bei der Nahrungssuche oder bei der Wahl eines sicheren Quartiers.

Autorin: Cornelia Förster 

Der Igel als Freund des Gartenbesitzers

Ein Igel im Garten ist nicht nur niedlich anzuschauen, sondern zudem überaus nützlich. Die stacheligen Besucher ernähren sich von Insekten, Regenwürmern, Ohrwürmern, Schnecken, Hundert- und Tausendfüßer sowie Spinnen und sind damit ganz natürliche Schädlingsbekämpfer. Indem sie Schädlinge vertilgen, sorgen Igel für ein ökologisches Gleichgewicht im Garten.

Die Tiere wiederum profitieren von igelfreundlichen Gärten als Lebensraum, in denen sie neben Nahrung auch einen Platz zum Überwintern finden. Igel sind besonders in Städten auf Gärten als Unterschlupf angewiesen – sowie auf Rücksichtnahme und Aufmerksamkeit der Gartenbesitzer.

Einen igelfreundlichen Garten gestalten

Tipps für einen igelfreundlichen Garten

Tipps für einen igelfreundlichen Garten

  • Laub- oder Reisighaufen, dichtes Gebüsch, Hecken, Komposthaufen oder Holzstapel bieten Unterschlupf
  • Heimische statt exotische Gehölze pflanzen
  • Auf englischen Rasen verzichten
  • Hindernisse wie Zäune und Mauern vermeiden oder kleine Öffnungen im unteren Bereich schaffen
  • Keine chemischen Dünger, Schneckenkorn und Rattengift verwenden
  • Tierfallen wie Kellerschächte und Gruben abdecken
  • Wassertränke für frisches, sauberes Trinkwasser bereitstellen
  • Bei einem Gartenteich auf ein flaches Ufer achten

Was fressen Igel?

Auf dem natürlichen Speiseplan des Igels stehen Käfer und andere Insekten sowie Würmer, Larven und Schnecken. Ein Pflanzenfresser ist der Igel nicht: Er verzichtet auf Gemüse und Obst. Auch Milchprodukte und Essensreste verträgt der Igel nicht und kann ernsthaft daran erkranken.

Wenn Sie einen Igel füttern möchten, bietet es sich an, auf Igel-Spezialfutter zurückgreifen – ein ausgewogenes und artgerechtes Nassfutter, das aus einer Mischung aus proteinreichen Insekten oder einem vollwertigen Mix aus Fleisch, Insekten und Ei besteht. Abgesehen davon können Sie Igel auch mit ungewürztem Hackfleisch und Rührei füttern.

Nicht vergessen: Es sollte für Igel immer eine Wasserstelle im Garten bereitstehen, die im besten Fall täglich gereinigt wird. Das ist besonders in der warmen Jahreszeit wichtig.

 

Zum Futter

Igel gefunden: So erkennen Sie, ob er Hilfe braucht

Wenn Sie einen Igel im Garten finden, sucht er sich in der Regel selbst einen Unterschlupf und Futter. Allerdings gibt es einige Tiere, bei denen Handlungsbedarf besteht:

  • Verwaiste Jungtiere: Sie kriechen tagsüber über den Rasen, fiepen laut oder liegen dehydriert auf der Seite.
  • Unterernährte Igel: Sie haben meist eingefallenen Flanken und eine deutliche Einbuchtung hinter dem Kopf.
  • Kranke Igel: Sie sind meinst tagaktiv, apathisch und mager. Zudem haben sie eingefallene Augen.
  • Igel, die von Parasiten und deren Eiern befallen sind. Ein von Parasiten übersäter Igel sieht aus, als hätte er sich in Sägespänen gewälzt.
  • Igel, die nach Wintereinbruch noch aktiv sind.
  • Tiere mit Bisswunden oder anderen offensichtlichen Verletzungen.

Passende Häuschen & Futter für den Igel

Jeder Einzelne kann die nützlichen Gartenbewohner unterstützen, indem er für ein Zuhause und Nahrung sorgt

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Igel im Garten: Was tun? Tipps für die Igel-Erstversorgung

Haben Sie einen offensichtlich hilfebedürftigen Igel gefunden, sollten Sie diesen nur mit Handschuhen anfassen. Nicht nur die Stacheln des Tiers sprechen dafür, sondern auch die Gefahr einer Übertragung einer Pilzinfektion oder der Befall von Parasiten.

Prüfen Sie, ob das Tier unterkühlt ist. Das ist der Fall, wenn sich der Bauch kühler als die eigene Handfläche anfühlt. Dann kann es helfen, wenn Sie eine Wärmflasche in ein Handtuch wickeln und es zum Igel legen.

Handelt es sich um Findelkinder? Diese sind meist nicht nur hungrig, sondern auch dehydriert. Fencheltee und spezielles Igelfutter schaffen hier Abhilfe.

Hat der Igel deutliche Verletzungen? Dann bringen Sie das Tier nach Möglichkeit direkt zum Tierarzt.

Die To-Dos je nach Außentemperatur

Igel beherbergen – die ersten Schritte

  • Legen Sie einen Pappkarton oder eine Plastikwanne mit einer Größe von ca. 50 x 80 x 40 cm dick mit Zeitungen, Zewa und Laub aus.
  • Bieten Sie dem Igel ein Schlafhaus sowie Schälchen mit Futter und Wasser an.
  • Zweige, trockene Blätter & Co. erinnern den Igel an seinen natürlichen Lebensraum und sorgen für Beschäftigung.
  • Achten Sie darauf, dass Sie den Igel bei einer Temperatur von 18–20 °C in einem hellen Raum mit Tageslicht aufziehen.

Parasiten entfernen – so geht's

  • Fliegeneier, Maden, Flöhe & Co. werden zunächst mit Hilfe einer Zahnbürste aus dem Igel gekämmt. Ein Besuch bei einem erfahrenen Igelpfleger oder dem Tierarzt ist jedoch unumgänglich.
  • Zecken können mit Hilfe einer abgewinkelten Pinzette, einer Zeckenzange oder -schlinge entfernt werden.

Überwintern: Das gibt es zu beachten

Ungefähr im November, spätestens bei Wintereinbruch, fallen Igel in ihren natürlichen Winterschlaf. Wenn ein Igel, den sie gepflegt haben, erst kurz vorher das notwendige Gewicht (Idealgewicht: junge Tiere ca. 650 g, erwachsene Tiere ca. 800 g) dafür erreicht hat, ist es ratsam, ihn bei Ihnen zu Hause überwintern zu lassen:
 

  • Bringen Sie den Igel in einen kühlen Raum, zum Beispiel in die Garage oder den Keller.
  • Bauen Sie dort seine Behausung auf.
  • Versorgen Sie den Igel weiter wie bisher, bis er von alleine in seinen Winterschlaf fällt.
  • Wenn das Tier im Frühjahr (ca. April) aufwacht, füttern Sie ihn, bis das Normalgewicht (junge Tiere ca. 650 g, erwachsene Tiere ca. 800 g) erreicht ist.
  • Bringen Sie den Igel möglichst an den ursprünglichen Fundort zurück.

FAQs: Häufige Fragen zum Igel – wir antworten!

  • Warum kommen Igel in den Gartn? Igel suchen Nahrung wie Insekten, Würmer oder Schnecken. Außerdem nutzen sie Gärten als Rückzugs- und Nistplätze.

  • Sind Roboter-Rasenmäher eine Gefahr für Igel? Besonders nachts können diese Rasenmäher ein Thema werden. Igel rollen sich bei Gefahr ein, anstatt zu flüchten, und können dadurch verletzt werden. Am besten Roboter tagsüber einsetzen.
 
  • Warum sieht man Igel manchmal auch im Sommer tagsüber? Bei großer Hitze oder Futtermangel kann es vorkommen, dass sie auch am Tag aktiv werden. Meist sind sie jedoch nachtaktiv.
 
  • Wie groß ist das Revier eines Igels? Ein Igel kann ein Streifgebiet von 10 bis 50 Hektar haben. Dabei legen sie nachts mehrere Kilometer zurück.

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