
Futterumstellung beim Hund – so gelingt der Wechsel
Eine Futterumstellung kann aus vielen Gründen notwendig sein – etwa bei Magen-Darm-Beschwerden, Allergien oder wenn Ihr Hund in eine neue Lebensphase kommt. Ob von Trocken- auf Nassfutter, von BARF auf Fertigmenüs oder auf hypoallergenes Futter: Mit der richtigen Vorgehensweise gelingt der Wechsel schonend und stressfrei.
Autorin: Lena Bayer
Gründe für eine Futterumstellung
Eine Futterumstellung kann aus ganz unterschiedlichen Gründen notwendig sein. Die wichtigste Frage lautet dabei: Ist sie wirklich für die Gesundheit Ihres Hundes erforderlich? Wechseln Sie das Futter nicht nur, um Ihrem Vierbeiner mehr Abwechslung zu bieten – Hunde stört es nicht, wenn täglich das gleiche Menü im Napf landet. Entscheidend ist, dass das Futter alle wichtigen Nährstoffe in der richtigen Zusammensetzung enthält.
Gesundheitliche Probleme, Unverträglichkeiten oder der Eintritt in eine neue Lebensphase können hingegen einen Wechsel erforderlich machen. Damit die Umstellung für Ihren Vierbeiner möglichst schonend und gut verträglich verläuft, sollten Sie einige wichtige Punkte beachten.
Der Wechsel in eine neue Lebensphase
Das Leben eines Hundes lässt sich grob in drei Phasen einteilen: Junior, Adult und Senior. Dabei werden kleine Hunde schneller erwachsen, altern jedoch langsamer als große Rassen. So gelten kleine Hunde unter 5 Kilogramm erst ab etwa 10 Jahren als Senioren, während große Rassen über 40 Kilogramm bereits mit rund 5 Jahren in den „Ruhestand“ treten.
Mit jeder Lebensphase verändern sich auch die Ernährungsbedürfnisse: Welpen und Junghunde benötigen für ihr Wachstum eine energiereiche Nahrung mit ausgewogenem Nährstoffgehalt. Erwachsene Hunde brauchen eine bedarfsgerechte Erhaltungskost, während ältere Tiere mit weniger Kalorien, aber einer nährstoffreichen, altersunterstützenden Ernährung optimal versorgt sind.
Das richtige Futter für jede Lebensphase
Unverträglichkeiten & Allergien
Reagiert Ihr Hund empfindlich auf bestimmte Inhaltsstoffe seines Futters, kann eine Allergie oder Unverträglichkeit dahinterstecken. Während eine Intoleranz meist nur zu leichten Verdauungsbeschwerden führt, kann eine Allergie ernsthafte gesundheitliche Probleme verursachen. Der Unterschied: Bei einer Intoleranz fehlt dem Körper lediglich ein Enzym zur Verarbeitung bestimmter Stoffe, eine Allergie hingegen ist eine übermäßige Abwehrreaktion des Immunsystems auf eine bestimmte Substanz.
Häufige Allergieformen beim Hund:
- Parasitenallergie: Beim Kontakt mit Parasiten wie Milben und Flöhen kann Ihr Hund auf deren Speichel oder Gifte allergisch reagieren.
- Umweltallergie: Treten die allergischen Reaktionen während oder nach Spaziergängen auf, reagiert Ihr Vierbeiner möglicherweise auf Pollen, Gräser, Pflanzen oder bestimmte Böden.
- Kontaktallergie: Wenn sich beim Spielen mit Kunststoffspielzeug oder beim Fressen aus bestimmten Näpfen Reaktionen zeigen, kann eine Allergie gegen diese Materialien vorliegen.
- Futtermittelallergie: Häufige Auslöser sind Getreide, Laktose, Soja, künstliche Farb- und Aromastoffe, aber auch tierische Eiweiße wie Rind oder Huhn.
Woran erkennt man eine Allergie beim Hund?
Wissenwert: Es gibt verschiedene Möglichkeiten, Allergien bei Hunden zu diagnostizieren. Dazu gehören klassische Bluttests, Ausschlussdiäten – bei denen das Futter schrittweise umgestellt wird – und weitere klinische Verfahren. Nicht immer liegt die Ursache für auftretende Symptome im Futter. Lassen Sie sich daher am besten von Ihrem Tierarzt beraten.
Futterumstellung – Schritt für Schritt
Eine Futterumstellung ist für Hunde nicht immer einfach: Neuer Geruch, anderer Geschmack und veränderte Konsistenz – all das muss erst einmal vertraut werden. Wenn Sie sich erhoffen, einfach alle alten Dosen aufzubrauchen und direkt auf das neue Futter zu wechseln, müssen wir Sie enttäuschen: Ein abruptes Umstellen kann Irritationen verursachen und den Magen-Darm-Trakt Ihres Hundes belasten. Dies äußert sich häufig in Bauchschmerzen, Verdauungsproblemen, Durchfall oder Erbrechen und wird oft fälschlicherweise als Unverträglichkeit interpretiert, obwohl die Ursache meist die zu schnelle Umstellung ist.
Gehen Sie daher behutsam vor und tauschen Sie das alte Futter schrittweise gegen das neue aus. Nachfolgend finden Sie ein Schema, das Ihrem Hund hilft, sich langsam an das neue Futter anzupassen:
Tipps & Tricks – So gelingt's bestimmt!
- Futter mischen: Wie Sie eben erfahren haben, empfiehlt es sich, das alte Futter mit dem Neuen vermischt zu servieren. So verbindet sich das Bekannte mit dem Unbekannten und ermöglicht Ihrem Vierbeiner so einen leichteren Übergang.
- Akzeptanz erhöhen: Die Futterumstellung kann sich bei besonders wählerischen Artgenossen durchaus über mehrere Wochen hinziehen. Versuchen Sie es mit einem ganz natürlichen Hilfsmittel: Geschmacksintensives Lachsöl verstärkt den Geruch und Geschmack des Futters, sodass Ihr Liebling kaum widerstehen kann.
- Snacks reduzieren: Auch wenn Sie Ihrem Liebling gerne eine Freude mit Leckerlis machen oder diese zu Trainingszwecken nutzen, empfiehlt es sich, in der Phase der Umstellung darauf zu verzichten. Je hungriger, desto eher wird auf Futter zurückgegriffen, das zu Beginn vielleicht nicht so interessant erscheint. Ist die Futterumstellung abgeschlossen, darf wieder losgesnackt werden.














