#Arbeitswelt
13. November 2025

Drohnen, Schlupfwespen in Kugeln und der böse Maiszünsler

Schon mal eine Drohne gesehen, die über das Feld fliegt und Schlupfwespen in Kugeln abwirft? Oder vom „bösen Maiszünsler“ gehört? Im ersten Moment klingt das verrückt, doch genau diese moderne Drohnentechnik nutzen wir bei der Trichogramma-Ausbringung zur Bekämpfung des Zünslers. Der Maiszünsler (lat.: Ostrinia nubilalis) gehört zur Ordnung der Schmetterlinge. Er ist einer der bedeutendsten Schaderreger im Mais. Eine kontinuierliche Ausbreitung von Süden nach Norden ist in Deutschland zu beobachten. Mittlerweile ist der Maiszünsler in vielen Regionen Deutschlands zu finden.

Im folgenden Bericht möchte ich euch zeigen, wie wir bei Dehner Agrar diese innovative Methode einsetzen.
Zwei Mitarbeiterinnen sitzen am Schreibtisch mit Laptop und Kalender
Zwei Mitarbeiterinnen sitzen am Schreibtisch mit Laptop und Kalender

Planung und Vorbereitung der Trichogramma-Saison

Die Trichogramma-Saison startet im ersten Quartal des Jahres. Im ersten Schritt lassen wir die vergangene Saison Revue passieren, bevor wir auf Basis der letzten Jahre kalkulieren, organisieren und planen. Ziel ist, Anfang April mit unserem Konzept „live“ zu gehen. Dazu gehören die aktive Kund*innenansprache durch unsere Verkaufsberater*innen, die Verteilung von Flyern und die Freischaltung des Trichogramma-Portals auf unserer Dehner-Agrar-Homepage. 

Dort können Landwirt*innen alle Eckdaten zu ihren Flächen eintragen und zwischen einer einmaligen oder zweimaligen Befliegung wählen. Unsere Empfehlung: die zweimalige Variante. Dabei werden bei der ersten Befliegung 220.000 Trichogramma-Kugeln und bei der zweiten nochmals 110.000 Kugeln über das Feld abgeworfen das erhöht die Erfolgschancen bei der Bekämpfung des Maiszünslers deutlich. 

Bild einer Mitarbeiterin am Schreibtisch mit Laptop und Notizbuch
Bild einer Mitarbeiterin am Schreibtisch mit Laptop und Notizbuch

Von der Planung zur Praxis: Drohneneinsatz und natürliche Schädlingsbekämpfung

Nachdem alle interessierten Landwirt*innen ihre Daten im Portal hinterlegt haben, erstellen wir eine Übersicht, um das Befliegen der Felder mit Drohnen einzuleiten. Unsere externen Drohnenflieger*innen erhalten alle wichtigen Informationen, um ihre Flugrouten zu planen und die Schlupfwespen-Kugeln präzise auszubringen.

 Doch was sind eigentlich Schlupfwespen?
Die weiblichen Trichogramma-Schlupfwespen parasitieren nach dem Schlüpfen die Eier des Maiszünslers, indem sie ihre eigenen Eier darin ablegen. Daraus entstehen neue Schlupfwespen, die wiederum weitere Zünsler-Eier befallen – ein natürlicher Kreislauf zur Schädlingsbekämpfung. Um den optimalen Zeitpunkt der Ausbringung zu bestimmen, stellen wir Mitte April auf unserer Maisschaufläche eine eigene Trichogramma-Falle auf. Sie liefert wertvolle Daten zum Befall, die wir wöchentlich an das Amt melden. So kann regional frühzeitig ein Warnruf erfolgen. 

Drohne fliegt über ein Maisfeld
Drohne fliegt über ein Maisfeld

Koordination und Abschluss der Saison

Erreicht der Maiszünsler seinen Flug-Höhepunkt, muss alles schnell gehen. Ich stimme mich mit unseren Drohnenflieger*innen ab, wann die beauftragten Flächen beflogen werden und die Trichogramma-Kugeln geliefert werden. Ein Teil der Lieferung geht direkt an die Landwirt*innen mit der Bitte um sofortige Kühlung. Der andere Teil wird bei uns gelagert – selbstverständlich gekühlt, damit die Schlupfwespen in den Kugeln nicht zu früh schlüpfen. Über das Portal kann ich jederzeit nachverfolgen, welche Flächen bereits beflogen wurden. Nach Abschluss der ersten Runde folgt bei einer zweimaligen Befliegung rund 14 Tage später die zweite. Auch hier bleibe ich eng im Austausch mit Lieferant*innen und Drohnenflieger*innen. 

Anfang Juli endet schließlich die Trichogramma-Ausbringung und damit ein spannendes Projekt, das uns jedes Jahr aufs Neue fordert, aber auch stolz und zufrieden auf die vergangenen Monate zurückblicken lässt. 

Werden Sie Teil unseres Teams