#Arbeitswelt
16. Dezember 2025
Meisenknödel auf höchstem Niveau
In diesem Beitrag möchten wir euch mitnehmen in unseren Alltag im QM und zeigen, was es bedeutet, Jahr für Jahr das IFS-Food-Audit erfolgreich zu meistern. Ein Audit, in dem unsere Produktion und unser Qualitätsmanagement von einer externen Auditorin über 2,5 Tage auf Herz und Nieren geprüft wird. Wenn das Ziel erreicht ist, gibt es nicht nur ein Zertifikat – sondern das Gefühl: WIR haben es geschafft.
Ein Jahr harte Arbeit für den großen Moment
Jetzt könnte man denken: Sehr entspannte Jobs da im Qualitätsmanagement. Nur 2,5 Tage im Jahr, auf die es wirklich ankommt. Allerdings kommt der Weg zu einem erfolgreichen Audit einem Marathon gleich.
Ein Marathon, den wir stets gemeinsam als Team laufen. Alles beginnt im Wareneingang. Lieferung für Lieferung werden die ankommenden Rohwaren auf ihre Qualität geprüft, genauso wie auf ihre Übereinstimmung mit der Spezifikation. So stellen wir sicher, dass wir stets einwandfreie Ware liefern. Gleich im Anschluss werden diese ins Labor geschickt. Weiter geht’s mit Kontrollen an unseren Fertigungslinien, Überprüfung des Lagers, Begehungen der Produktion und Schädlingsbekämpfung. Hat das Fliegengitter hier etwa ein Loch? Das muss schnell ausgebessert werden. Wieso hat die Ware keine Aufschrift? Auch das muss umgehend nachgeholt werden.
Uns erreicht die Info, dass es eine neue Verordnung über Umweltaussagen auf Verpackungen geben wird. Umfassend prüfen wir welche Auswirkungen das auf unsere Artikel hat. Und dann steht auf einmal die Futtermittelbehörde vor der Türe. Ein Kunde hat reklamiert, dass sich Motten im Futter befinden. Also starten wir noch schnell eine Rückverfolgbarkeit mittels Chargennummer, kontrollieren Rückstellmuster und Produktionsaufzeichnungen und berufen eine kurzfristige HACCP-Sitzung ein. Am Ende atmen wir auf, weil es sich um einen Einzelfall gehandelt hat.
Am nächsten Tag bestellt ein Kunde ein Eichhörnchenfutter, welches es in dieser Zusammensetzung noch nicht gibt. Zügig machen wir uns gemeinsam mit der Produktionsleitung an die Entwicklung des Produkts und die Tests an der Produktionslinie.
Wenn der Marathon zum Sprint wird
Da das Audit meist im Herbst stattfindet, wird der Marathon in diesem Zeitraum zu einem Sprint: Noch das letzte externe Audit für dieses Jahr terminieren. Die Schulung durchführen, die den Mitarbeitern die Wichtigkeit der Kontrolle der Ware auf Ambrosiasamen aufzeigt. Rücksprache mit der Werkstatt: An Linie 1 muss noch eine Halterung für Werkzeug angebracht werden. Dann kommt das Laborergebnis der Holunderbeeren. Sie müssen umgehend gesperrt und entsorgt werden, weil sie nicht mehr genießbar sind. Und, und, und…
Und natürlich muss es zu jedem einzelnen Punkt auch eine Dokumentation geben. Denn im QM gilt: Was nicht dokumentiert ist, hat nie stattgefunden.
Adrenalin pur am Tag des Audits
„Ist die große Mülltonne draußen geleert, sind alle Türen zur Produktion verschlossen, ist das Qualitätsmanagementhandbuch aktuell?“ Das sind die ersten Gedanken, die einem am Tag des Audits durch den Kopf rasen. Aber auch nur dann, wenn man den Termin kennt. Alle 3 Jahre werden wir nämlich unangekündigt auditiert.
Die Hälfe der 2,5 Tage verbringen wir in der Produktion. Keine Produktionslinie bleibt unkontrolliert. Jede Dokumentation – von Kontrollen im Wareneingang bis zur Prüfung des richtigen Mindesthaltbarkeitsdatums – schaut sich die Auditorin an. Sie befragt die Produktionsmitarbeiter über ihren Umgang mit Themen wie Hygiene, HACCP (Gefahrenanalyse und kritische Kontrollpunkte) und Futtermittelsicherheit. Sie schaut sich die Sauberkeit an und kommt zu dem Schluss, dass wir eine sehr ordentliche Produktion haben. Und dann entdeckt sie eine sogenannte „Abweichung“: An einer Türe ist eine kleine Lücke, wodurch eine Maus ins Gebäude eindringen könnte. Hier ist nach dem Audit Nachbessern angesagt.
Anschließend geht es weiter zur Prüfung der gesamten Dokumentation. Auch hier: Kein Dokument bleibt ungeöffnet. „Wann haben Sie die letzte Rückverfolgbarkeit durchgeführt?“ Weiter geht’s mit Reklamationen: „Wie viele Fremdkörper-Reklamationen hatten sie im vergangenen Jahr?“ Puh, zum Glück überhaupt keine, da der Allmetallausscheider täglich von den Produktionsmitarbeitern kontrolliert wird. Die Auditorin lässt uns die aktuelle Lieferantenbewertung aufrufen und will sich unsere Gefahrenanalysen genau ansehen. Und dann stolpert sie über einen Prozess, der kein Freigabedatum hat. Auch hier werden wir eine Abweichung erhalten und nacharbeiten müssen.
Nach dem Audit ist vor dem Audit
Einige Tage nach dem Audit erhalten wir einen ausführlichen Bericht mit allen Abweichungen und die Aufforderung zum Nacharbeiten binnen 4 Wochen. Erst, wenn dann alle Korrekturen auch wirklich von der Auditorin und der Zertifizierungsstelle akzeptiert werden, erhalten wir das Zertifikat. Im Jahr 2025 konnten wir erneut ein herausragendes Ergebnis erzielen: 97 % – und damit das sogenannte „gehobene Niveau“.
Und wenn`s dann geschafft ist, heißt es: Nach dem Audit ist vor dem Audit.
Werden Sie Teil unseres Teams
Weitere Storys zu Arbeitswelt
#Arbeitswelt
25. November 2025
Dehner Vertriebsorganisation: Einblicke ins Team
Wenn ich gefragt werde, was die Arbeit in unserer Vertriebsorganisation...