
Kitten ziehen ein – Eingewöhnung, Erziehung & Co.
Sie haben sich nach reichlicher Überlegung dafür entschieden, Kitten ein Zuhause zu geben? Dann stehen Ihnen und Ihren neuen Mitbewohnern nun spannende Wochen bevor, denn Katzenbabys sind etwas ganz Besonderes und Aufregendes. Doch bevor Sie gemeinsam mit Ihren Katzen den Alltag genießen können, müssen sich sowohl die süßen Wollknäule als auch wir Menschen an die neue Lebenssituation gewöhnen
Autorin: Kathrin Knechtel
Wann ist der beste Zeitpunkt für den Einzug?
Unabhängig davon, ob Sie die Katzenbabys von einem Züchter, aus dem Tierheim oder aus einem Privathaushalt holen, sollten die Kitten nicht vor ihrer 12. Lebenswoche von ihrer Mutter und ihren Geschwistern getrennt werden. Bestenfalls entscheiden Sie sich dafür nicht nur ein Katzenbaby, sondern auch ein Geschwistertier aufzunehmen. Katzen lieben Geselligkeit und den sozialen Kontakt zu anderen Katzen und sollten deshalb nicht allein gehalten werden. Gemeinsam mit ihren Artgenossen probieren sie ihr Spielzeug aus und toben durch das Zuhause. Auch gegenseitiges Putzen steht auf dem Programm.
So gelingt der Transport der Kitten
Endlich ist der Tag gekommen und Sie holen voller Vorfreude Ihre neuen Mitbewohner ab. Um die Fahrt sowohl für sich selbst als auch für die Katzenbabys so angenehm wie möglich zu gestalten, gibt es ein paar Punkte zu beachten.
Wichtig! Achten Sie darauf, Gefahrenquellen vor der Ankunft Ihrer Kitten zu beseitigen. Giftige Pflanzen, Reinigungsmittel, scharfe und spitze Gegenstände & Co. müssen sicher verstaut und an einem für Ihre Katzen unzugänglichen Platz aufbewahrt werden.
Das neue Zuhause: Kitten eingewöhnen
Um den Kätzchen das Eingewöhnen und Einleben im neuen Zuhause zu erleichtern und Trost zu spenden, hilft oft schon ein vertrauter Geruch. Hierfür kann ein Stofftuch, das nach der Familie des Tieres riecht, mitgenommen und sowohl in der Transportbox als auch im Katzenbett platziert werden.
Stellen Sie Ihren Katzen zunächst nur einen Raum zur Verfügung, in dem sie sich in den ersten Tagen aufhalten. Neben einem gemütlichen Rückzugsort zum Wohlfühlen finden hier auch das Katzenklo, Futter- und Wassernapf, Spielzeug und ein Kratzbaum ihren Platz. Fühlen sich die Katzen sicher, können den Miezen nach und nach auch die anderen Zimmer des neuen Zuhauses gezeigt werden.
Bedenken Sie immer, dass je nach Charakter der Kätzchen mehr oder weniger Geduld gefragt ist, wenn es um die Eingewöhnung und die Kontaktaufnahme zum Menschen geht. Während ein Kitten sehr extrovertiert, kontaktfreudig und ein echter Entdecker sein kann, kann das andere Katzenbaby sehr zurückhaltend sein und sich zunächst verstecken und zurückziehen.
Perfekt ausgestattet: So fühlen sich Ihre Katzen wohl
Beim Einzug in ein neues Zuhause werden die Katzenbabys mit zahlreichen neuen Eindrücken und Gerüchen konfrontiert. Um die Kitten nicht noch mehr zu überfordern, ist es von Vorteil, zunächst das vom Geburtshaushalt gewohnte Futter und auch die gewohnte Einstreu zu verwenden. Fühlen sich die Katzen sicher und wohl können Veränderungen vorgenommen werden.
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Katzenbabys richtig erziehen
Die wichtigsten Verhaltensweisen für das spätere Leben lernen die Kitten bereits in den ersten Lebenswochen durch die Imitation ihrer Mutter und die Interaktion mit den Geschwistern. Katzen gelten als selbstständig, freiheitsliebend und eigensinnig, was sich in der Erziehung der Tiere durchaus bemerkbar macht. Anders als bei Hunden ist die Erziehung von Katzen jedoch viel weniger differenziert und es geht im Endeffekt nur darum, was die Kitten dürfen und was nicht.
So klappt die Erziehung und ein friedliches Zusammenleben ist garantiert:
- Macht das Katzenbaby etwas richtig, gibt es liebevolle Konsequenzen und Belohnungen in Form von Leckerlis, Streicheleinheiten oder Lob.
- Verhält sich das Kitten nicht angemessen, folgt ein deutliches „Nein“, verbunden mit einem akustischen Signal wie beispielsweise das Klatschen der Hände. Keinesfalls sollten Sie das Katzenbaby anschreien oder grob werden.
- Die Reaktion auf das Verhalten der Kätzchen muss stets unmittelbar erfolgen. Anderenfalls verstehen es die Kitten nicht und können nicht daraus lernen.
Wissenwert! Im Normalfall haben Kitten die Benutzung des Katzenklos bereits in den ersten Lebenswochen von ihrer Mutter erlernt. Nach einem Umzug kann die Umstellung auf ein neues Katzenklo jedoch schwerfallen. Verwenden Sie daher die bereits bekannte Einstreu und setzen Sie auf eine offene, leicht zu betretende Toilette. Auch die Platzierung an einem ruhigen Ort und das Hineinsetzen der Katze können helfen.
Altersbedingte Futterumstellung
Katzenbabys werden ca. bis zur 6–8 Woche gesäugt. Daraufhin können sie auf eine bedarfsgerechte Kittennahrung umgestellt werden.
Generell ist für Ihren Schützling ein ausgewogenes Verhältnis an Nährstoffen in jeder Lebensphase wichtig. Besonders bei Katzen zählt hierzu allerdings Taurin als essenzielle Aminosäure, Vitamin A für die Sehkraft, Vitamin E als Antioxidans, Vitamin D für das Immunsystem und die Knochengesundheit, gesunde Fette bzw. ein ausgewogenes Omega 3 und 6-Verhältnis, Mineralien wie Kalzium, Eisen, Zink, Selen, Kalium und Phosphor.
Gerade Kätzchen entwickeln sich jedoch besonders schnell, sind verspielt, brauchen mehr Energie für ihre Aktivitäten und ihr Wachstum als ihre älteren Artgenossen. Ein energielieferndes Futter ist hier besonders wichtig. Bei Jungkatzen verlangsamt sich schließlich das Wachstum. Verspielt und aktiv werden sie allmählich zur ausgewachsenen Katze.
Ausgewachsene, erwachsene Katzen bewegen sich weniger intensiv. Die Ernährungsbedürfnisse der „Tiger“ stabilisieren sich. Eine ausgewogene Ernährung ist jedoch weiterhin wichtig.
Wissen on top: Die Wahl zwischen Nass- und Trockenfutter für Katzen hängt von den individuellen Bedürfnissen und Vorlieben ab. Nassfutter bietet durch den hohen Feuchtigkeitsgehalt und die intensiven Aromen eine bessere Flüssigkeitszufuhr und Verdaulichkeit, ist jedoch weniger haltbar und trägt nicht zur Zahnpflege bei. Trockenfutter hingegen ist einfacher zu lagern und unterstützt durch seine Textur die Zahnhygiene, hat jedoch einen geringeren Feuchtigkeitsgehalt und kann für Katzen mit Verdauungsproblemen schwerer verdaulich sein.
Unverträglichkeiten & Allergien
Katzen können wie Menschen unter Unverträglichkeiten oder Allergien gegen bestimmte Nahrungsmittel leiden. Allergien sind immunologische Reaktionen, während Unverträglichkeiten auch auf andere Weise auftreten können.
Haben Sie den Verdacht, dass Ihr Schützling Nahrungsmittelunverträglichkeiten hat oder allergische Reaktionen zeigt, dann kann der Tierarzt umfassendere Untersuchungen durchführen.
Die Diagnose von Nahrungsmittelallergien oder Unverträglichkeiten erfordert oft einen schrittweisen Ausschlussprozess, bei dem bestimmte Nahrungsmittel aus der Ernährung entfernt werden und die Reaktionen der Katze beobachtet wird. Ist die Diagnose gesichert, kann auf ein passendes Futter umgestellt werden.
Was sind die ersten Anzeichen einer Allergie bei der Katze?
Futterumstellung – Schritt für Schritt
Wenn Sie planen, das Katzenfutter Ihrer Katze zu wechseln, ist es wichtig, dies schrittweise umzusetzen. Dadurch kann sich Ihr Liebling an den neuen Geruch, Geschmack und die neue Futterkonsistenz gewöhnen. Mögliche Ablehnung, Irritation und eine Überforderung des Magen-Darm-Trakts lassen sich so umgehen.

So können sie dabei vorgehen:
- Beginnen Sie in den ersten Tagen mit einem Mischverhältnis von 75 % des gewohnten Futters und 25 % des neuen Futters. Dies erleichtert die Anpassung an den neuen Geschmack und führt schrittweise zur neuen Zusammensetzung.
- Erhöhen Sie anschließend Stück für Stück den Anteil des neuen Futters und reduzieren Sie gleichzeitig den Anteil des gewohnten Futters über einen Zeitraum von etwa 7–10 Tagen.
- Beobachten Sie während des Übergangszeitraums das Verhalten Ihrer Katze, den Kot und das Wohlbefinden. Wenn Anzeichen von Magen-Darm-Beschwerden auftreten, gehen Sie die Umstellung langsamer an und kehren zu einem geringeren Mischungsverhältnis zurück.
- Nach dem schrittweisen Übergang sollte Ihre Katze vollständig vom alten Futter auf das neue Futter umgestellt sein. Stellen Sie sicher, dass Sie nun ausschließlich das neue Futter füttern.
Wissenswertes
Impfen & Co.: Stellen Sie Ihre Katze nach der 8. Lebenswoche einem Tierarzt vor. Dieser wird Ihnen alle wichtigen Informationen zur Gesundheit Ihrer Katze, zum Impfen & Co. geben.
Freilauf: Sollen Ihre neuen Mitbewohner Freigänger Katzen werden, erfolgt der erste Ausflug in die Natur frühestens nach 8 Monaten Eingewöhnung. Jetzt haben sich die Kitten in Ihrem neuen Zuhause eingelebt und sind bereit für das nächste Abenteuer.


















