Dehner Welten

Fragen zu Kaninchen
Liebe Leser,
beachten Sie bitte, dass die folgenden Antworten nur erste Anhalstpunkte und eine kurze Orientierung geben; sie ersetzen natürlich keinesfalls den Besuch beim Tierarzt, wenn Ihr Tier erkrankt ist oder Sie sich Sorgen machen.
Inhalt |
Ab welchem Alter sind die Tiere geschlechtsreif?
Zwischen dem 3. und 6. Lebensmonat werden die Tiere geschlechtsreif. Zur Zucht eingesetzt werden sollten die Böcke zwischen dem 6. und 10. Lebensmonat, die Weibchen hingegen zwischen dem 4. und 9. Lebensmonat
Wie lange muss der Bock nach einer Kastration vom Weibchen getrennt sein und müssen sie überhaupt getrennt sein?
Um sicher zu gehen, dass der Kaninchenbock nicht doch noch Nachwuchs zeugen kann, sollte man 14 Tage nach der Kastration abwarten, bevor man den kastrierten Bock wieder zu seinem Weibchen setzt.
Müssen eigentlich Krallen oder Zähne auch gekürzt werden?
Da Kaninchen gerne mal kratzen, um sich zu wehren, sollte man die Krallen regelmäßig kürzen. Dies ist natürlich im Außengehege, wo die Tiere nach Herzenslust buddeln und graben, seltener erforderlich.
Da die Zähne pausenlos wachsen, werden sie durch den natürlichen Abrieb beim Kauen abgewetzt. Das setzt aber ein makelloses Gebiss voraus. Zahnfehlstellungen bei Kaninchen treten jedoch relativ häufig auf. Oft sind gerade die Backenzähne etwas nach außen oder nach innen gerichtet, was den natürlichen Abrieb verhindert. Die entstehenden Zahnzacken sind messerscharf und können die Mundschleimhaut, aber auch die Zunge gefährlich verletzen. Erstes Symptom ist eine verminderte Futteraufnahme. Suchen Sie in diesem Fall Ihren Tierarzt auf, damit dieser die Zähne kürzen kann.
Können wir das Tier auch alleine halten oder welcher Partner eignet sich?
Das Halten von Heimkaninchen in der Gruppe ist wegen der Rangordnungskämpfe mit Schwierigkeiten verbunden. Dennoch sollten mindestens zwei Tiere, am besten ein Weibchen und ein kastriertes Männchen, zusammen gehalten werden. Eine Gewöhnungsphase in getrennten Käfigen erleichtert die Freundschaft. Die Haltung von mehreren unkastrierten Rammlern in einem Käfig ist schlichtweg unmöglich. Die gemeinsame Haltung mit Meerschweinchen ist abzulehnen.
Was dürfen Kaninchen fressen?
Heimkaninchen werden mit Fertigfutter, Grünfutter, Wurzelfrüchten und Heu ernährt. Leider ist häufig der Kraftfutteranteil zu hoch und der Heuanteil zu niedrig, was zu gefährlicher Leberverfettung führen kann. Daher sollte man mit dem Kraftfutter sparsamer umgehen und vermehrt Heu anbieten. Das nicht zur Zucht eingesetzte Heimkaninchen kann durchaus mit einem Rohfaseranteil von 22 % in der Nahrung ernährt werden. Wasser muss natürlich immer frisch und reichlich vorhanden sein; hier empfiehlt sich auf jeden Fall eine Nippelflasche.
Welches Zubehör brauchen Kaninchen?
Für die Haltung des Heimkaninchens sollte ein Käfig in den Mindestmaßen von 140 x 60 x 50 cm zur Verfügung stehen. Zusätzlich eine Heuraufe, ein Futternapf möglichst aus Steingut sowie ein großes Häuschen aus Holz. Neben der Käfighaltung muss dem Tier reichlich Gelegenheit zum Auslauf gegeben werden. Dies sollte allerdings nicht ohne Aufsicht erfolgen, da Kaninchen reichlichen Schaden anrichten können und sich auch selbst gefährden. Als Einstreu sind Stroh und Heu geeignet.
Warum schlagen Heimkaninchen mit den Hinterläufen?
Dies ist ein instinktives Verhalten. Bemerkt ein Tier etwas Beunruhigendes, so schlägt es mehrmals mit den Hinterpfoten auf den Boden, zeigt Nasenblinzeln und setzt sich häufig auf. Dies dient als Warnsignal für die anderen Tiere, die sofort mit Flucht reagieren.
Kann man Heimkaninchen Kunststücke beibringen?
Nein, eher nicht, da die Tiere sehr schreckhaft sind und daher zumeist nicht konzentriert genug sind. Auch das Schmusen wird erst nach langer Gewöhnungsphase geduldet und als angenehm empfunden. Man kann es dem Tier aber etwas leichter machen, wenn man ihm mit den Armen eine Art Schutzhöhle anbietet, in die es sich hineinducken kann.
Gibt es Gemüse oder Obst, das mein Heimkaninchen nicht fressen darf?
Man sollte mit den meisten Kohlsorten etwas vorsichtig umgehen, da es häufig zu Fehlverdauungen führt.
Kaninchen bilden mitunter Tympanien aus (Aufgasung des Magen-Darmtraktes), was zu lebensgefährlichen Situationen führen kann. Gerade im Frühjahr, wenn das Angebot an frischem Gemüse, Gras, Löwenzahn etc. deutlich wächst, kann man den Fehler machen, abrupt deutlich mehr Frischfutter zu verabreichen, was zu dieser Erkrankung führen kann. Man sollte sich also bei der Frischfütterung etwas zurückhalten.
Soll man Kaninchen impfen lassen?
Ja, derzeit gibt es drei Erkrankungen, gegen die man sinnvollerweise ein Kaninchen durch eine Impfung schützen kann: Myxomatose, RHD und Kaninchenschnupfen wobei der ansteckende Kaninchenschnupfen, wobei letzterer eher ein Problem bei Kaninchenzüchtern darstellt und weniger bei der Haltung als Haustier vorkommt.
Müssen Kaninchen entwurmt werden?
Beim eigentlichen Hauskaninchen spielen Darmparasiten durchaus eine Rolle. Sogenannte Einzeller können Krankheiten verursachen. Eine Rolle spielen Amöben, Kokzidien und Trichomonaden. Bei einem eventuellen Befall gibt der Kot Aufschluss, welche Erkrankung vorliegt, und sollte zum Tierarzt mitgenommen werden. Würmer hingegen spielen eher ein untergeordnete Rolle. Eine regelmäßige Entwurmung ist daher nicht zu empfehlen.
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