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Kauf & Vorüberlegungen
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Allgemeines
Kaum ein anderes Haustier wird so mystifiziert wie die Katze. Ihre Bedeutung als Haustier erlangte sie im alten Ägypten, wo sie sich großer Popularität erfreute und ein regelrechter Katzenkult entstand.
Die Ursprünge der Katzenzucht mit dem Ziel, neue, andersartige Formen hervorzubringen, begannen im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts.
Was macht bis heute die Faszination der Katze aus? Sie scheint wie kein anderes Haustier ein völlig eigenständiges Leben zu führen, sie entscheidet, wann sie frisst, schläft oder auch mit ihren Menschen schmust. Sie bewegt sich als echter Einzelgänger und -jäger nahezu geräuschlos und scheint aus jeder ausweglosen Situation von selbst herauszukommen.
Auch wenn man der Katze nachsagt, sie hätte sieben Leben – nein, die hat sie gewiss nicht. Wer sich überlegt, eine Katze anzuschaffen, sollte sich darüber im Klaren sein, dass die Katze ein Lebewesen mit besonderen Ansprüchen ist und der Mensch sich dementsprechend darauf einlassen muss.
Man sollte sich bewusst machen, dass man sich mit einer Katze ein Haustier anschafft, das vielleicht über zwei Jahrzehnte als anspruchvolles Mitglied im Haushalt einziehen wird. Zusätzlich zu den Anschaffungskosten werden auch Futterkosten, Kosten für Spielzeug und den Unterhalt des Katzenklos auf einen zukommen. Natürlich muss man auch die Gesundheitskosten berücksichtigen, die in der Regel doch deutlich über die jährlichen Impfkosten hinausgehen.
Der Katzencharakter

Richtig ist, dass eine Katze eher ortsgebunden als menschengebunden ist und dass man sich mit einer Katze einen Einzelgänger ins Haus holt, der selber entscheidet, wann er mit dem Menschen etwas zu tun haben will und wann nicht. Auf jeden Fall muss man der Katze Platz bieten, damit sie ihren natürlichen Jagd- und Entdeckerinstinkt ausleben kann.
Außerdem sollte man sich überlegen, ob man die Katze auch aus der Wohnung herauslassen will oder nicht. Wer sich dazu entscheidet, der Katze Freigänge zu gestatten, sollte nicht gerade an einer Schnellstraße wohnen.
Auch wenn die Katze ein Einzelgänger ist, so kann man sie nicht den ganzen Tag alleine lassen. Eine gute Alternative ist es dann, gleich zwei Katzen anzuschaffen. Hier hat sich gezeigt, dass direkt verwandte Katzen gut zusammen zu halten sind, da der Familienverbund ein gemeinsames Auskommen erleichtert.
Wer schon mal zwei Katzen beobachtet hat, die zusammen rumtoben, kann sich vorstellen, wovon ich spreche.
Voraussetzungen in der Wohnung

Da die Katze ein begeisterter Kletterer ist, kann man getrost auch in die Höhe denken. Ein mehrstöckiger Kletterbaum kann schon so einige Quadratmeter an Fläche gutmachen. Die Katze liebt es, sich in ihrem Reich intensiv umzusehen, daher sollte man nicht auf die Idee kommen, ihr bestimmte Räume vorzuenthalten – sie wird nur umso intensiver versuchen, hineinzukommen. Ebenfalls wichtig sind verschiedene Arten von Höhlen. Mein Kater liebte neue Kartons so sehr, dass ich sie seitdem nur noch als „Katertons“ bezeichne.
Da Katzen schon sehr früh stubenrein sind, braucht man Verunreinigungen in der Wohnung nicht zu befürchten, wenn ausreichend Katzentoiletten aufgestellt werden (Grundregel: Anzahl der Katzenklos = Anzahl der Katzen im Haushalt +1). Man sollte sich gut überlegen, wo man die Toiletten positioniert. Sie müssen jederzeit frei zugänglich sein, an einem ruhigen Platz im Haus oder in der Wohnung stehen und mindestens täglich gereinigt werden, bei Bedarf öfter.
Da die Katze ein sehr intensives Bedürfnis zum Kratzen hat (Schärfen der Krallen), muss man ihr am besten verschiedene und im Wohnbereich verteilte Kratzgelegenheiten geben, da man ansonsten recht schnell Kratzstellen an Tapeten, Möbeln oder Türen finden wird. Man sollte sich auch klar machen, dass man eine Katze nicht wirklich erziehen kann. Entweder die Katze tut etwas, weil sie es tun möchte oder sie lässt es.
Der Futterplatz
Der Fressplatz sollte geschützt und ebenfalls jederzeit zugänglich sein, da eine Katze ihre Nahrung über den Tag verteilt in vielen kleinen Mahlzeiten zu sich nimmt. Wasser sollte ebenfalls immer zur Verfügung stehen. Es ist wichtig, einen standsicheren Napf zu nehmen, da Katzen auch gerne mal mit Wasser spielen.
Spielen
Allein gehalten und in der Wohnung eingesperrt, braucht die Katze viel Zuspruch und den Menschen, der sie spielerisch fordert, damit sie ihren natürlichen Bewegungsdrang ausleben kann. Intelligent gestaltete Kratzbäume und bewegungsförderndes Spielzeug können ebenfalls eine Hilfe sein. Es gibt diverse gute Spielzeuge im Fachhandel. Seien Sie aber nicht zu enttäuscht, wenn Ihre Katze doch lieber mit der Aluminiumfolienkugel oder der Socke, die halb aus dem Kleiderschrank guckt, spielt. Wenn Sie sich mit der Katze beschäftigen, wird sie auch das von Ihnen angebotene Spielzeug annehmen. Optische Reize, Schnelligkeit und unvorhergesehene Bewegungen sind Schlüsselreize für einen erfolgreichen Spielspaß.
Im Urlaub
Wie schon erwähnt, fühlen sich Katzen in der Regel in ihrem eigenen Bereich am wohlsten, also sollte man sich rechtzeitig Gedanken machen, was passiert, wenn man in Urlaub fährt. Für die meisten Katzen ist es erheblich besser, wenn sie zuhause einen Katzensitter bekommen, als wenn man sie in eine ungewohnte Umgebung zwingt. Natürlich gibt es auch Ausnahmen, in denen eine Katze fast parallel in zwei Wohnungen zu Hause ist, und die zweite Wohnung kann natürlich auch ein Wohnwagen sein, aber das ist eher selten.
Kätzchen oder erwachsene Katze?
Wer sich der aufregenden Phase des Erwachsenwerdens einer Katze entziehen möchte, um Nerven und Einrichtung zu schonen, kann getrost eine alte Katze zu sich ins Haus nehmen. Sie wird sich nach einer gewissen Zeit eingewöhnen und kann eine getreue Gefährtin werden.
Gerade ältere Menschen stören sich an dem ungezähmten Bewegungsdrang einer Jungkatze und werden eine etwas ruhigere Gesellin bevorzugen. Hier sollte man aber auf jeden Fall versuchen, etwas über die Vorgeschichte in Erfahrung zu bringen. Einer Katze, die es gewohnt war, auch draußen zu leben, kann man schwerlich begreiflich machen, nur noch in der Wohnung zu bleiben. Auch die medizinische Situation der Katze sollte erfragt werden, um z. B. gesundheitliche Schwächen rechtzeitig erkennen und behandeln zu können.
Rassekatze oder Hauskatze?
Die so genannte Hauskatze hat natürlich ebenfalls eine Rassebezeichnung, man nennt sie Europäisch Kurzhaar. Welche Katze man letztendlich halten will, ist Geschmackssache. Die einzelnen Rassen unterscheiden sich weniger voneinander als die Hunderassen. Unterschiede liegen eher im Erscheinungsbild, also in Farbe, Felllänge, Körperbau und Größe. Auch wenn charakterliche Unterschiede tendenziell vorhanden sind, sind diese in der Regel nicht so stark ausgeprägt.
Katzen und Kinder

Auch wenn man vielleicht bisher eher ein Bild von der Katze bekommen hat, das nicht ganz zum ungestümen Verhalten von Kindern passt, klappt das Zusammenleben von Kindern und Katze nach meinen Erfahrungen doch erstaunlich gut. Wenn beide aneinander gewöhnt wurden und lernen, dass der andere auch Rechte hat, kann sich ein sehr lebendiges, gutes Gespann ergeben. Natürlich gewöhnen sich Kinder und Katze leichter aneinander, je jünger die Katze ist. Doch Kind und Katze werden, da sich beide instinktiv und deutlich verhalten, schnell voneinander lernen.
Gefahren für Katzen
Da Katzen intelligent und neugierig sind, werden sie versuchen, ihre Umgebung ausgiebig zu untersuchen. Dabei gibt es Gefahren, denen sie mitunter nicht gewachsen sind. Manche Gefahren können Katzen nicht erkennen und unter Umständen in Panik geraten, was dann fatale Folgen haben kann.
Daher eine kleine Auswahl dessen, was nicht in einen Katzenhaushalt passt:
herumliegende Plastiktüten, erreichbare, geöffnete Kippfenster, angeschlossene elektrische Geräte (z. B. heißes Bügeleisen mit baumelndem Kabel), geöffnete Waschmaschine, offene Mülleimer und Toilettendeckel.
Giftige Pflanzen: Alpenveilchen, Stechpalme, Mistel, Glyzinie, Philodendron, Azalee, Rhododendron, Tollkirsche, Rosa Lorbeer, Weihnachtsstern, Efeu, Goldornage, Wicke, Birkenfeige.
Tägliche Pflege
Bei einer allein lebenden Katze ist es erforderlich, mehrere Minuten täglich das Fell zu bürsten; ebenso sollten regelmäßig die Krallen begutachtet werden. Sie sollten ca. einen Drittelkreis lang sein und die Katze sollte sie komplett einziehen können.
Der After sollte frei von Verschmutzungen und nicht gerötet sein. Die Ohren sollten äußerlich sauber sein und nicht unangenehm riechen. Die Augen sollten klar sein, die Nickhäute, also die dritten Augenlider, nur im untersten Augenrand zu erahnen sein.

Praktische Tipps für die ersten Tage
Der günstigste Zeitpunkt, ein Kätzchen nach Hause zu nehmen, liegt in der 12. bis 14. Lebenswoche.
Nehmen Sie sich ruhig Zeit, damit Sie Ihren neuen Lebensgefährten kennen lernen und er Sie. Nähern Sie sich langsam und vorsichtig und vermeiden Sie hektische Bewegungen und laute Geräusche. Diese würden die Katze nur verschrecken. Sie wird Stück für Stück ihre neue Umgebung erforschen und in der Regel auch sofort die Katzentoilette als solche erkennen.
Die Fütterung sollte langsam von der ursprünglichen Welpennahrung (die Sie bei einem Züchter mitbekommen) auf normales Futter umgestellt werden, d. h. erhöhen Sie allmählich den Anteil des Futters, das Sie Ihrer Katze künftig geben wollen.
Denken Sie daran, dass die Katze nicht weiß, wo ihr Zuhause aufhört, das lernt sie erst später. Achtung also, wenn der Postbote klingelt. Zwar wird die Katze sich in der Regel beim Klingeln erst mal zurückziehen, aber vielleicht bricht ja doch die Neugier durch und sie versucht auf Entdeckungsreise zu verschwinden. Wenn Sie Besuch bekommen, zwingen Sie ihre Katze nicht, all die Menschen kennen zu lernen. Sie wird bei Interesse schon von selbst aus ihrem Versteck kommen und die Neuankömmlinge vorsichtig begutachten.
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