Futter & Füttern

Allgemeines

In den letzten 30 Jahren haben die Tiernahrungen namhafter Hersteller die Lebensbedingungen unserer Katzen in positiver Weise beeinflusst. Wir sind mit unseren Kenntnissen über Tierernährung mittlerweile an einem Punkt angekommen, an dem wir uns abwenden von der Minimalversorgung und uns einer optimalen und ausgewogenen Ernährung zuwenden. Die Zeiten, als Katzen mit Milch versorgt wurden, sind vorbei (hierzu mehr unter „Dürfen Katzen Milch trinken?“).

Bei der Katze wird heutzutage der Nährstoffbedarf nach Alter, Lebensweise (reiner Stubentiger oder auch Draußengänger), kastriert oder nicht, tragend und inzwischen sogar rassespezifisch unterschieden.

Grundlagen

Die Katze gehört zu den reinen Fleischfressern, ist also vom Bedarf her völlig anders einzustufen als der Mensch, der ein Allesfresser ist. Deshalb schätzen Katzen in aller Regel auch keine Abwechslung beim Futter. Menschen, die es in dieser Hinsicht gut mit ihrem Tier meinen, tun der Katze damit also gar keinen Gefallen.

Der Verdauungstrakt der Katze unterscheidet sich erheblich von dem des Menschen. Kiefer und Zähne sind eher zum Abnagen des Fleisches von den Knochen als zum Kauen geeignet. Es findet praktisch keine Vorverdauung durch den Speichel statt, was bei pflanzlicher Nahrung von Bedeutung ist. Außerdem hat die Katze einen relativ kurzen Darm, was ebenfalls die Verdauung von pflanzlicher Nahrung erheblich erschwert. Die als Jägerin eigentlich sehr aktive Katze bezieht einen Großteil ihrer Energie aus Fetten und Proteinen. Doch Vorsicht: Bekommen Katzen zu viel Fett, können sie unter Fettsucht leiden – mit allen bekannten Krankheiten wie Diabetes, Herzerkrankungen und Gelenkerkrankungen.  

Als ursprüngliche Einzeljägerin möchte die Katze ständig freien Zugang zu ihrer Nahrung haben; manche Tiere fressen bis zu 20 kleine Mahlzeiten pro Tag.

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Die Auswahl der Nahrung

Wie sucht man sich nun das Futter für seine Katze aus?

Die Überlegung, mag die Katze ihr Futter und ist es für sie verträglich, sollte an erster Stelle stehen. Langfristig sollten dann natürlich auch Gewichtsveränderungen, Haarkleid, Leistung des Tieres und eventuelle gesundheitliche Auswirkungen berücksichtigt werden. Gerade bei der Katze sollte man auch auf Zahnsteinbildung achten, da hier jede Katze individuell anders auf das Futter reagiert.

Die Qualität einer Nahrung wird durch die Qualität der Einzelzutaten und deren Zusammensetzung, also die eigentliche Rezeptur, bestimmt.

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Dosen- oder Trockenfutter?

Die Zeiten, in denen man bei Trockenfutter zwangsläufig Harnröhrengries oder gar Blasensteine in Kauf nehmen musste, sind vorbei. Verursacher dafür waren Salze, die in hohen Konzentrationen dem Futter beigefügt wurden, um die Akzeptanz beim Tier zu erhöhen. Inzwischen hat man das erkannt und setzt andere Salze ein, die ebenfalls akzeptanzsteigernd sind, aber eben keinen Gries mehr verursachen.

Was spricht für Dosenfutter?

Futter aus der Dose lässt sich einfach abmessen, das ist bequem für den Menschen. Aussehen und Geruch finden beim Tier meist bessere Akzeptanz. Gleichzeitig sorgt Dosenfutter auch für die nötige Flüssigkeitsaufnahme. Unterschiede in der Textur des Futters (also festere und weichere Bestandteile) finden viele Katzen interessant.

Was spricht für Trockenfutter?

Herstellungsbedingt ist das Futter besser durchmischt. Das geringere Gewicht bei gleicher Nährstoffkonzentration lässt die Portionen kleiner ausfallen, so dass die Katze kein Völlegefühl entwickelt. Bei bestimmten Futtersorten ist auch das Sortiment größer, so dass besser auf spezielle Anforderungen Rücksicht genommen werden kann. In der Regel findet ein verbesserter Zahnabrieb statt, was Zahnsteinbildung vorbeugt. Für den Menschen spielt die geringere Geruchsbelästigung eine Rolle. Das Futter kann auch mal länger im Napf liegen, selbst bei höheren Temperaturen, ohne zu verderben. Außerdem kann die Katze besser mit dem Futter spielen, was keine Unart, sondern artgemäßes Verhalten darstellt.

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Futterlagerung

Wie schon oben erwähnt, bereitet die Haltbarkeit der Futtermittel, insbesondere der Fette und Öle (die ranzig werden können), sowie einiger Vitamine (natürlicher Verfall) Probleme, und man kann nicht davon ausgehen, dass die bei der Herstellung oder beim Kauf vorhandenen Inhaltsstoffe stetig erhalten bleiben. Um dem vorzubeugen, einige Tipps.

Dosen

Die Lagerung von verschlossenen Dosen ist relativ einfach. Lagern Sie sie dort, wo Sie auch Ihre eigenen Dosen aufbewahren. Angebrochene Dosen bitte mit einem passenden Deckel in den Kühlschrank stellen und vorm Verfüttern wieder auf Zimmertemperatur bringen.

Trockenfutter

Beim Trockenfutter sollte man die angegebene Haltbarkeit berücksichtigen und bedenken, ob man es in dieser Zeit auch verfüttert. Denn was nützt die günstige Großpackung, wenn ein Tier davon 4 Monate fressen würde, die Haltbarkeit aber ab Kauf vielleicht nur noch 3 Monate gegeben ist? Es empfiehlt sich, das Futter in eine verschließbare Box oder Dose zu packen und trocken, kühl und dunkel zu lagern, um die Haltbarkeit nicht zu beeinträchtigen.

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Was im Fertigfutter drin steckt, muss angegeben werden!

Auch für Tierfuttermittelhersteller gibt es bestimmte Deklarationsvorschriften. So werden die Zutaten abhängig von den Gewichtsanteilen in absteigender Reihenfolge genannt. Das ist gut so.

Allerdings beziehen sich diese Angaben auf die Mengen vor dem Erwärmen und „Zubereiten“ (auf Herstellerseite).

Da Fleisch aus ca. 75 % Wasser besteht, bleibt nach dem Erwärmen nur etwa 1/4 davon übrig. Das heißt konkret, dass ein Futter mit z. B. 25 % Fleischanteil, 20 % Mais, 20 % Reis, 10 % Trockenfisch, 10 %  Schweineschmalz und 10 % Öl sehr wohl an erster Stelle das Fleisch nennen darf ( da 25 % der größte Anteil ist). Tatsächlich enthält es zubereitet nur noch ca. 6-7 % Fleisch. Der größte Anteil im Futter ist dann das Getreide.

Was hinten draufsteht, ist ebenfalls genau festgelegt.

So bedeutet

ein "enthält"

weniger als 4 % der Zutat

ein "mit"

zwischen 4 und 14 % der Zutat

ein "reich an"

zwischen 14 und 26 % der Zutat

ein "hergestellt aus"

zwischen 25 und 100 % der Zutat und

ein "nur"

100 % der Zutat

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Die Nährstoffe im Einzelnen

Kohlenhydrate

Kohlenhydrate, also die verschiedenen Zuckersorten, Stärke und Rohfaser, werden überwiegend aus Pflanzen wie Getreide oder auch Kartoffeln etc. gewonnen. Man unterscheidet verdauliche, aber auch unverdauliche Kohlenhydrate. Die Katze kann ohne Kohlenhydrate auskommen, weil sie die notwendige Glukose auch selber bilden kann. In der Regel sind Kohlenhydrate Energielieferanten, übernehmen aber im Katzendarm die wichtigen Funktionen, den Transport des Nahrungsbreis und die Aufrechterhaltung der Bakterienflora zu unterstützen (Ballaststoffe).

Zucker benötigt die Katze ebenfalls nicht als Energielieferant und kann ihn auch nicht schmecken. Er ist daher für sie ein wenig wertvolles Kohlenhydrat.

Fette

Sie sind die bedeutendste Energiequelle für die Katze, da sie etwa zweieinhalb Mal mehr Energie als die Proteine oder Kohlenhydrate liefern. Fette befinden sich in tierischen, aber auch in pflanzlichen Nahrungsmitteln. Obwohl die Katze Fette gut verdauen kann, kann zuviel Fett zu Verfettung und anderen Erkrankungen führen. Außerdem bevorzugt die Katze eher proteinreiche Nahrung. Es gibt gesättigte Fette, also solche, die nur Energie liefern, und ungesättigte Fette, die mehr als nur Energielieferanten sind. Sie haben Einfluss auf Haut, Fell, Fortpflanzung und Sauerstoffversorgung in der Zelle sowie entzündungshemmende Wirkung. Besonders hervorzuheben sind hier die so genannten Omega 3/6 Fettsäuren, die eine essentielle Funktion haben und nicht im Organismus gebildet werden können.

Proteine 

Katzen haben einen hohen Bedarf an Proteinen (Eiweißen) und Proteine verbessern häufig die Akzeptanz des Futters. Proteine finden sich in Eiern, Fleisch, Sojaprodukten, Fisch und Milchprodukten. Proteine bestehen aus verschiedenen Aminosäuren. Insgesamt gibt es zwanzig verschiedene Aminosäuren, von denen die Katze nur elf nicht selber „herstellen“ kann; diese nennt man essentielle Aminosäuren.

Kohlenhydrate, Fette und Proteine sind also vereinfacht gesagt für die Energieversorgung zuständig.

Mineralien

Die Mineralien werden bei den meisten Futtermitteln nicht namentlich erwähnt, verstecken sich aber in dem Begriff „Rohasche“, deren Anteil bei einem Vollfutter meist zwischen 5 und 8 % liegt. Man unterscheidet Mengenelemente wie Kalzium, Phosphor, Kalium, Natrium und Magnesium und die sogenannten Spurenelemente wie Eisen, Zink, Mangan, Kupfer, Jod und Selen. Die Mineralien übernehmen spezielle Aufgaben im Organismus und werden in verschiedenen Organen unterschiedlich stark benötigt. Sie helfen den verschiedenen Geweben wie Muskulatur, Knochen, Zähnen oder auch inneren Organen, ihre Funktion aufrechtzuerhalten.

Vitamine

Auch wenn der Bedarf an Vitaminen mengenmäßig relativ gering ist, sind sie dennoch von lebenswichtiger Bedeutung. Man unterscheidet wasserlösliche und fettlösliche Vitamine. Vitamin A, D, E und K sind die fettlöslichen Vitamine, die vom Körper bei Überversorgung gespeichert werden können und dann sogar giftig wirken, während die B- und C-Vitamine als wasserlösliche Vitamine bei Überversorgung relativ leicht vom Organismus ausgeschieden werden können. Natürlich ist in Fertigfuttermitteln der Vitamingehalt an den Bedarf angepasst. Bei Vitaminpasten oder anderen Vitaminkonzentraten sollte man allerdings die Fütterungsempfehlungen beachten. Vitamine haben die unterschiedlichsten Funktionen im Organismus, häufig auch mehrere gleichzeitig. Hier seien daher nur einige kurz genannt.

Vitamin A

Mangel führt zu Sehstörungen

Vitamin D

Knochenbildung

Vitamin E

Zellschutz

Vitamin K     

Blutgerinnung

Vitamin B1

Energiegewinnung in der Zelle

Vitamin B2

Vorbeugung gegen Hautkrankheiten

Vitamin B5

Energiegewinnung in der Zelle

Vitamin B6

Zellenergielieferant

Vitamin B12 und Folsäure

Bildung der Blutzellen

Vitamin C

Antioxidans

Vitamin H (Biotin)

Haut und Haare

Vitamin Cholin

Phospholipidsynthese

Vitamin Nikotinsäure

Zellenergielieferant, Haut

Kurzfristige Vitaminüber- oder auch unterversorgung kann die Katze verkraften, da sie in der Regel gewisse Reserven im Organismus hat. Langfristig führt aber eine falsche Versorgung zu Störungen, die Katze wird krank. Daher ist es ausgesprochen aufwendig, für eine Katze, die sich nicht draußen selbst versorgen kann, ein ausgewogenes Futter selber herzustellen. 

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Darf eine Katze naschen?

Ja, allerdings kommt es darauf an, was die Katze bekommt. Geeignet sind verarbeitete Milchprodukte wie Joghurt, Sahne und Kondensmilch sowie Pute, Hühnchen, Rind, Fisch, Krabben etc. Diese Leckereien sollten aber nur in geringem Maße gegeben werden (ca. ein TL).

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Dürfen Katzen Milch trinken?

Nein, damit tut man der Katze keinen Gefallen. Schon größere Katzenkinder, die bereits von der Muttermilch entwöhnt sind, können keine Laktase mehr bilden und somit auch den Milchzucker nicht verdauen. Sie bekommen Bauchweh und Verdauungsstörungen.

 

 

 

 

 

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Wenn Katzen vor dem Futternapf Scharren

Keine Sorge, auch dies gehört zu ihrem natürlichen Verhalten; sie folgen ihrem Instinkt. Als Jäger in freier Natur wissen sie schließlich nicht, wann sie sich über die nächste Beute freuen können. Reste werden für später verscharrt. Außerdem sind Katzen diskret. Sie wollen nicht, dass andere Tiere anhand der Ernährung etwas über sie erfahren, und Konkurrenz soll vom „Essensduft“ schon gar nicht angelockt werden. Über das Scharren wird der Fressplatz auch mit Duftstoffen markiert, denn dieser Platz hat für Katzen eine große Bedeutung. Scharrt die Katze vor dem frisch befüllten Futternapf, hat sie vielleicht gerade nicht so viel Hunger und würde am liebsten das Fressen für später verstecken. Man sollte also nicht annehmen, dass das Tier sein Futter eklig findet und es deswegen am liebsten vergraben möchte.

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