Freilandvögel

Allgemeines

Nachdem die Freilandfütterung von Wildvögeln in den letzten Jahrzehnten fast ausschließlich für die Winterzeit empfohlen und durchgeführt wurde, liegen inzwischen neuere Erkenntnisse vor, die ein Umdenken erforderlich machen.

Fakt ist, dass die Anzahl der Wildvögel in den letzten Jahrzehnten drastisch gesunken ist. Fachleute haben herausgefunden, dass der Vogelbestand jährlich um 1 % abnimmt.

Vor Jahrhunderten führte der Ackerbau bei uns zu einem großen Artenreichtum auch in der Vogelwelt. Viele Arten wanderten nach Zentraleuropa ein. Durch die Intensivierung der Landwirtschaft und die stark zunehmende Ausdehnung der Besiedelung wurde der Lebensraum der Vögel dann aber gravierend eingeschränkt. Auch die Nahrungslage hat sich für den Wildvogel dramatisch verschlechtert.

Das wiederum hat dazu geführt, dass heute annähernd 50 % der Arten gefährdet sind. Wollen wir den Artenreichtum an Wildvögeln, die inzwischen einen sinnvollen Platz in unserem Ökosystem eingenommen haben, erhalten, kommen wir nicht umhin, uns auch der Bedürfnisse dieser Tiere anzunehmen. Die einfachste und praktikabelste Art ist es, ganzjährig zumindest genug Futter anzubieten. Beobachtungen zeigen, dass man mit geeigneten Futterplätzen und dem richtigen Futter an verschiedenen Futterstellen bis zu 150 verschiedene Vogelarten versorgen und für ein besseres Überleben der Artenvielfalt sorgen kann.

Wer also unserer Vogelvielfalt helfen will, kann einiges dazu tun. Man sollte sich aber im Klaren sein, dass man in einer Großstadtwohnung mit Balkon natürlich weniger Besuch haben wird als am Stadtrand mit Busch und Baumbewuchs.

Nach oben

Die Ausstattung

Das immer noch am häufigsten eingesetzte „Vogelrestaurant“ ist das Vogel- oder Futterhaus, also im Prinzip ein überdachter Fressplatz. Auch wenn den Geschmäckern bezüglich der Gestaltung keine Grenzen gesetzt sind, sollte man doch gewisse Grundregeln beachten. So sollte die Größe mindestens ca. 40 x 40 cm betragen, das Dach groß genug sein, um das Futter wirklich gegen Regen oder Schnee zu schützen, und die Dachhöhe über dem Boden 25 bis 30 cm betragen. Natürlich sollte das Haus in katzensicherer Höhe angebracht werden, also ca. 1,6 m über dem Erdboden.

Eine zweite gute Möglichkeit des Fütterns bietet das Futtersilo. Kotverunreinigungen werden effektiv vermieden, und da die Silos aufgehängt werden können, braucht man auch eventuelle kletternde Mäuse und Katzen nicht zu befürchten. Diese Silos können je nach Auslassgröße mit unterschiedlichen Sämereien gefüllt werden, sollten aber unbedingt seitlich herausstehende Sitzgelegenheiten aufweisen. Eine spezielle Form ist das Erdnusssilo, das für sehr viele Arten besonders verlockend ist.

Die dritte Version sind die in Fett eingelegten Futtermittel. Hierbei können verschiedene Nahrungsmittel ins Fett eingebettet werden. Meisenknödel (sinnvollerweise in einer Drahtspirale, um das Räubern zu verhindern) oder -ringe, Fettglocken im Blumentopf oder auch in der Kokosnuss sind hier als Beispiele zu nennen.

Wenn der Platz reicht, sollte man über eine Tränk- und Bademöglichkeit und auch eine Sandbademöglichkeit nachdenken, um den Futterplatz noch attraktiver zu machen.

 

Nach oben

Das Futter

Hier ist zwischen dem Winterfutter und dem Ganzjahresfutter zu unterscheiden.
Fürs Haus und Silo eignen sich Sonnenblumenkerne, Hanf, Mohn, Distel, Salatsamen, Hirse, Mais, Quetschhafer und – besonders attraktiv – Erdnüsse, die aber besser nur im Silo angeboten werden sollten. Apfelviertel oder auch Rosinen als Zusatzfutter sind ebenfalls empfehlenswert, machen jedoch im Silo keinen Sinn (verschmieren und verkleben). Gerade kleineren Vogelarten kann man auch Anteile von Kanarien- oder Sittichfuttermischungen anbieten, die ebenfalls gern genommen werden.

Als Fettfutteranreicherung eignen sich Haferflocken, aber auch getrocknete Insekten oder Trockenfleischstückchen. Als Fett selbst nimmt man in der Regel Rindertalg. Meisenknödel kauft man am besten, während man die verschiedenen Fettglocken auch leicht selbst herstellen und dabei mit den Inhaltsstoffen variieren kann.

Will man spezielle Arten wie Lerchen, Buchfinken, Rebhühner oder Goldammern versorgen, muss man eine Bodenfütterung anbieten. Wenn das Futter mal ein wenig nass wird oder keimt, ist das kein Problem; schimmeliges Futter sollte man aber wegwerfen.

Anfänglich ist es schwierig, das richtige Futter für den lokal vorhandenen Vogelbestand anzubieten, da die verschiedenen Arten oft unterschiedliches Futter brauchen. Fängt man zunächst mit einer gesunden Mischung an, wird man bald feststellen, welche Bestandteile am häufigsten „geplündert“ werden. Schon bald kann man erkennen, welche Arten man vermutlich an der Futterstelle nicht erreichen wird. Hat sich eine Futterstelle aber erst mal etabliert, sind einige Vögel bereit und in der Lage, schon mal bis zu 25 km hinter sich zu bringen, um sie zu erreichen. Sogar Zugvögel werden ein einmal bemerktes Futterangebot immer wieder besuchen.

In den Dehner Filialen können Sie ein großes Angebot an verschiedenen Weichfuttern oder auch Vollwertenergiekuchen erwerben, deren Eigenherstellung meist zu aufwendig ist.

Nach oben

Ungeeignete Futtermittel

Auch wenn es Ausnahmen gibt und notfalls auch das eine oder andere vom Vogel akzeptiert wird, sollten Tischabfälle, Speisereste, Brot- und Kuchenstücke, Braten, Wurst, Käse, Butter, Margarine, Kartoffeln und Quark nicht angeboten werden, da entweder die Zusatzstoffe wie Gewürze oder Farbstoffe etc. nicht für den Vogelmagen geeignet sind oder das Ganze zu schnell und eventuell unbemerkt verrottet. Gefrorenes Obst kann man allerdings durchaus liegen lassen.

Nach oben

Die Ganzjahresfütterung

Die Ganzjahresfütterung ist in Deutschland immer noch ein sehr junges Thema, wird aber zunehmend positiver beurteilt, da man hiermit eine Kontinuität im Vogelbestand erreichen kann.

Es sind allerdings Unterschiede in der Futterauswahl zu beachten, um nicht unsinnig Futter zu vergeuden. Für Allesfresser, aber auch für Körnerfresser, ist der Sommer eher die Zeit des Weichfutters. Größere Bestandteile des Futters werden eher missachtet, während kleinere Sämereien nun beliebter sind. Basisfutter können Erdnüsse, Fettfuttermischungen und Meisenknödel sein. Inhaltsstoffe sollten, wie schon erwähnt, kleinere Sämereien und Weichfuttersorten mit hohem Insektenanteil sein. Auch Lebendfutterangebote wie Regenwürmer, Wachsmottenlarven oder Grillen sind empfehlenswert, aber kostspielig und nicht jedermanns Sache. Bei Dehner finden Sie eine gute Auswahl an Ganzjahresfuttermischungen.

Nach oben

Quelle: Tierarzt Dr. Volker Robert Gerlitzki, Hamburg

BlumenShop Login

Bitte melden Sie sich mit Ihren Zugangsdaten an.


Passwort vergessen?

Gutscheine

Schenken Sie Freude mit einem Gutschein von Dehner. Für jeden Anlass das richtige Motiv.

weiter

Newsletter

Immer informiert mit dem Dehner Newsletter.

Abonnieren