Unterstützen Sie jetzt den "Star" unter den Wildvögeln in der Brutzeit


Einer der bekanntesten Vögel überhaupt – der Star! Ein geselliges Multitalent mit einem prächtigen Federkleid braucht jetzt zur Brutzeit Unterstützung.

Der Star mit echten Star-Qualitäten

Seht her, ich bin ein Star! Glänzendes Federkleid, gut bei Stimme: Der Star gehört zur Vogelprominenz. Doch auch ihm steht jetzt eine anstrengende Zeit bevor.

Die Stare gehören zu den Zugvögeln, die es nicht lange in der Ferne aushalten. Manchmal kann man sie schon im März und selbst im Schneegestöber beobachten, wie sie ihre Balzgesänge schmettern. So mancher versucht sich dabei als „Vogelstimmen-Imitator“: Den Ruf des Pirols können Stare ebenso nachahmen wie das Krähen eines Hahnes oder Hühnergackern.

Gut bei Stimme und ein toller Vogelstimmen-Imitator

Gut bei Stimme sind vor allem die Männchen, die mit ihrem bronzegrün und purpurfarben glänzenden schwarzen Gefieder prächtig aussehen, im Herbst wird es schlichter und ist weiß gepunktet. Der 19 bis 22 cm große Vogel ist etwas kleiner als die Amsel, hat einen kurzen Schwanz und der lange Schnabel ist im Frühjahr gelb und färbt sich im Herbst und Winter dunkelbraun.



Gründe für eine Extraportion Energie

Natürliche Brutplätze gibt es immer weniger ...

Im zeitigen Frühjahr müssen die Stare ihre Fettreserven aufstocken, die sie über den Winter verloren haben. Nur dann sind sie fit fürs Brutgeschäft, das mit der kniffeligen Wohnungssuche beginnt.

Natürliche Höhlen wie Felsspalten oder Astlöcher sind nämlich in der Natur kaum noch zu finden, gern akzeptieren die Stare deshalb Starenkästen, die nichts anderes sind als größere Meisenkästen. Die Grundfläche ist ihnen dabei relativ gleichgültig, wichtig ist dagegen, dass das Flugloch einen Durchmesser von ca. 45 mm hat. Gut ist ein Platz etwa vier Meter über dem Boden, der Eingang sollte zur wetterabgewandten Seite hinweisen. Man kann auch mehrere Nistkästen nebeneinander aufhängen, der Star brütet bevorzugt in Gesellschaft.



Aufgrund ihrer frühen Brutzeit macht den Staren oft ein später Wintereinbruch Probleme, denn die Jungvögel brauchen Insektennahrung, nach der die Altvögel oft extrem lange suchen müssen.

Clever wissen die Staren-Eltern in solchen Ausnahmesituationen Futterstellen im Garten zu nutzen: Erst fliegen sie ihr Nest mit Larven im Schnabel an, vor der erneuten Futtersuche gönnen sie sich selbst einen Abstecher zum Futterhaus, um Vogelfutter wie Getreideflocken, Rosinen, Sämereien, aber auch Fettfutter zu schnabulieren. So tanken sie genügend Kraft, um ihre Jungen weiter zu versorgen.

Meine Kirschen, deine Kirschen

Nicht gern gesehen sind Stare, wenn sie zur Kirschreife die Bäume plündern. Gefürchtet sind beispielsweise ihre Einfälle in die Plantagen im Alten Land bei Hamburg oder in Weinbaugebieten.

Man kann versuchen, sie mit blitzenden und klimpernden Mobiles, kleinen Spiegeln oder CDs zu vergrämen. Wird ein Netz – auch zum Schutz vor Madenbefall – über die Bäume gehängt, so sollten die Maschen so dicht sein, dass sich die Vögel nicht darin verheddern. Mittelfristig können Gehölze mit vielen Wildfrüchten wie Zierapfel (Malus) und Vogelkirsche (Prunus avium), die Mutter der Süßkirsche Abhilfe schaffen.

Gerne plündern Stare zur Kirschreife die Bäume ...

Quelle: teilweise Dehner Magazin 1/2016