Hobbyfarming - Hühner halten im eigenen Garten


Schätzen Sie Eier von eigenen Hühnern oder das Fleisch von Gänsen oder Enten, die im Garten herumwatscheln durften? Dann ist Hobbyfarming das Richtige für Sie, denn vieles was früher gang und gebe war, findet heute wieder ein breites Interesse.

Die neue Lust an der Hühnerhaltung

Julia Roberts macht’s ebenso wie Reese Witherspoon, Jennifer Aniston oder Ellen Pompeo. Und nein, wir reden jetzt nicht davon, dass sie tolle Partys besuchen oder ständig vor der Kamera stehen – sondern dass sie alle begeisterte Hühnerhalterinnen sind. Die Filmstars haben für sich entdeckt, was auch immer mehr „normale Menschen“ begeistert: Sie bauen eigenes Gemüse an, halten sich eigenes Geflügel, um Eier von garantiert glücklichen Hühnern zu bekommen oder lassen sich den Honig von eigenen Bienen liefern.

Selbst Schafe und Ziegen, aus deren Milch sich leckerer Käse zubereiten lässt, oder Kaninchen, Gänse oder Enten, die man bisher eher auf Bauernhöfen wähnte, sieht man in privaten Gärten immer öfter.

Glückliche Hühner genießen Ihren Freiraum... 

Auch Kindern macht das Füttern der Hühner Spaß!

Ganz unterschiedliche Gründe haben die neue Lust an der Kleintierhaltung entfacht. Da sind zum einen die Lebensmittelskandale der Vergangenheit mit salmonellenverseuchten Eiern, verdorbenem Fleisch und schlechten Haltungsbedingungen der Nutztiere. Da ist zum anderen der Wunsch, sich von gesunden Produkten zu ernähren und auch den eigenen Kindern die Bedeutung dieser Werte zu vermitteln.

Der Nachwuchs zieht meist begeistert mit, schließlich macht es Spaß, Verantwortung für ein Lebewesen zu übernehmen. Für Kinder ist es beispielsweise einfach toll, morgens Eier aus den Nestern zu holen.

Auch bekommen sie vermittelt, dass Nutztiere wie beispielsweise Hühner artgerecht leben möchten und gut versorgt sein wollen.

Eine richtige und vor allem großzügig bemessene Behausung mit Freigehege, dazu Pflege- und Hygienemaßnahmen müssen bei einer artgerechten Haltung gewährleistet sein. Kaninchen brauchen beispielsweise einen ausreichend großen Auslauf in Gesellschaft von Artgenossen, dazu gut belüftete Ställe sowie saubere Futterraufen und Wassernäpfe. Bei Hühnern sieht es ganz ähnlich aus. Gänse und Enten fühlen sich auf Wiesen bzw. Streuobstwiesen wohl. Dort versorgen sie sich den Sommer eigenständig, zusätzliches Körnerfutter brauchen sie nicht. Gänse und Enten sind Wasservögel und daher ist Wasser für sie ein wichtiges Element. Zu Ihrem Glück brauchen Sie eine genügend große Wasserfläche, wo Sie baden, tauchen und schwimmen können. Dies ist u. a für die ausgiebige Gefiederpflege wichtig. Frisches Wasser sollte immer zur Verfügung stehen. Übrigens: Wer Gänse hält, spart sich einen Wachhund und braucht kaum noch den Rasen zu mähen. Und lassen Sie sich von dem Begriff „Nutztier“ nicht schrecken. Diese Tiere können genauso zutraulich werden wie Meerschweinchen, Katze oder Hamster.

Gute Gründe für eine Hühnerhaltung …

1. Sie werden jeden Tag mit frischen Eiern von freilaufenden Hühnern versorgt.

2. Kinder lieben es, Eier einzusammeln – so wird das Bewusstsein für Zusammenhänge geschult, sie lernen beispielsweise, wo Nahrungsmittel herkommen.

3. Hühner sind pflegeleicht und anhänglich. Es gibt unterschiedliche Rassen mit verschiedenen Vorlieben.

4. Hühner sind äußerst faszinierend, und alleine in ihrer Nähe zu sein, erfreut das Herz und macht Laune.
Mit dem geeigneten Dach überm Kopf, lebt sichs glücklich...
5. Hühnermist ist reich an Stickstoff, Phosphor und Kalium und liefert somit einen prima Dünger für den Garten.

Alle meine Hühner – was man wissen sollte


... dann hätt ich nichts zu tun... 

Hühner sind äußerst genügsame, pflegeleichte und einfach zu haltende Vögel, ob Henriette oder Gudrun – Ihre Hühner legen ihre Eier nur für Sie! Nichts desto trotz sollten bei der Hühnerhaltung einige Punkte beachtet werden.

Schon ein Ei gelegt – oder vielleicht auch zwei?

Also bitte, wir wollen es mal nicht übertreiben. Zwei Eier pro Tag schafft kein Huhn, das übersteigt die Hühnerkapazität.

Aber wieviel Eier legen Hühner denn eigentlich?

Zwerghühner legen alle zwei Tage eins. Nur die Hybridhühner in den großen Betrieben legen bis zu 330 Eier pro Jahr. Eine Legehenne legt das Jahr über 180–200 Eier, wobei die Zyklen von bestimmten Gegebenheiten abhängen wie z.B.

  • dem Alter des Tieres. Die ersten Eier legen die Hühner im Alter von 5–7 Monaten und ab dann regelmäßig bis zu einem Alter von 2–3 Jahren.
  • der Jahreszeit: Durch die kurzen Tage im Winter wird der Legerhythmus verlangsamt, um dann im Frühling seinen Höhenpunkt zu erreichen.
  • dem eigenen Hühnerrhythmus: Sie legen in einem Zyklus von 5 oder 7 Tagen (4 Tage legen und 1 Tag Ruhe oder 5 Tage legen und 2 Tage Ruhe).
  • von Futter und Wasser: Die gelegten Eier sind ein Spiegelbild der Ernährung und unterscheiden sich in Geschmack und Farbe je nach Jahreszeit und der Futterzusammensetzung. Eine abwechslungsreiche Ernährung mit Körnern wie Weizen, Mais, Hafer, Gerste und Pflanzen wie Gras und Grünabfälle aber auch Klebebrei oder eingeweichtes Brot fördern ein regelmäßiges Legen selbst im Winter. Sie benötigen daneben auch tierisches Eiweiß und sogar artgerechte Essensreste, bitte aber nichts verdorbenes, wird nämlich nicht verschmäht. Ausreichend sauberes Trinkwasser muss vorhanden sein.

Braucht ein Huhn einen Hahn zum Eierlegen?

Generell brauchen Hühner keinen Hahn, um Eier zu legen. Es gibt aber auch nette Hähne, die ihren Damen jeden Wurm zeigen, sie vor Katzen beschützen und schlichten, wenn es Streitereien gibt.

Allein wollen Hühner aber nicht gerne sein – oder?

Auf keinen Fall, mindestens zu dritt – das ist die Untergrenze. Der Auslauf sollte mind. 20 Quadratmeter betragen – je größer desto besser, damit keine Streitereien entstehen. Zwerghühner kommen auch mit etwas weniger Platz aus.

Was machen Hühner eigentlich so den ganzen Tag?

Sie picken Körner & Co. und putzen sich das Federkleid. Mit Vergnügen machen sie einen täglichen Streifzug über die Wiese und mögen es auch gerne, wenn der Stall sauber ist. Dazu zählen Sitzstange sowie Legenest. Sie

Stöbern Sie selbst...

brauchen täglich frisches Futter und Wasser. Ganz super finden sie es, wenn einmal in der Woche ausgemistet wird.


Dehner-Tipp:

Mit dem Hühnermist kann man übrigens, sobald er abgelagert ist, hervorragend den Gemüsegarten düngen.

Wie schaut der Lebensrhythmus eines Huhns aus?

Schon mit dem Sonnenaufgang werden Hühner aktiv und verbringen den ganzen lieben Tag mit Fress-, Putz-, Ruhe- und nicht zu vergessen Legephasen. Bei Sonnenuntergang ziehen sie sich dann in den Hühnerstall zurück, setzen sich ganz alleine auf die Sitzstangen und schlafen.



Dehner-Tipp:

Für einen Kurzurlaub können Sie Ihre Hühner einige Tage alleine lassen, Tröge und Tränken mit Vorratsspeicher machen dies möglich. Gerne sind aber auch die netten Nachbarn oder Freunde eine gute Lösung.

Lassen sich Hühner auch anfassen?

Natürlich lassen sich Hühner anfassen, auch wenn sie nicht unbedingt Schmusetiere sind. Hühner laufen gern mit durch den Garten, wenn die Menschen die Beete umgraben. Leckere Würmer stehen ganz oben auf dem Speisezettel. Zudem sind sie zutraulich und immer für Futter dankbar.



Dehner-Tipp:

Profitieren Sie von Ihren Hühnern als Schädlingsbekämpfer, wenn Sie diese für kurze Zeit und natürlich unter Aufsicht in ihr Gemüsebeet lassen.

Sind die Nachbarn mit Hühnern einverstanden?

Gerne gackern sie den ganzen lieben Tag und es kann ganz schön laut werden. Am besten vorher alles mit den Nachbarn abchecken bevor Ihre Hühner einziehen. Von einem Hahn sollte man in einem Wohngebiet eher absehen.



Dehner-Tipp:

Einfach den Nachbarn mal ab und an mit frischen Eiern von glücklichen Hühnern beschenken, was manchmal Wunder wirkt.

Welche Rassen sind für den Anfang geeignet?

Hier gibt es einige: Sussex, Plymouth Rocks, Vorwerk, Bielefelder Kennhuhn oder Zwerg-Cochins. Darüber hinaus findet man regional noch ganz bestimmte Landrassen, auch kleine wie die Deutschen Zwerghühner oder Zwerg-Wyandotten.



Dehner-Tipp:

Es gibt eine Vielzahl an unterschiedlichen Hühnerrassen, die sich in ihren Farben, der Größe, der Qualität und sogar ihrer Eierfarbe unterscheiden. Professionelle Züchter, erfahrene Hobbyzüchter, Geflügel- bzw. Kleintierzuchtvereine können Sie vor dem Kauf mit Rat und Tat unterstützen, um die richtige Auswahl der für Sie geeigneten Tiere zu treffen.

Gibt es für die Hobby-Hühnerhaltung Melde- und Impfvorschriften?

In Deutschland müssen Hühner auch bei der Hobbyhaltung dem zuständigen Veterinäramt und der Tierseuchenkasse gemeldet und gegen die Geflügelpest geimpft werden. Dies geht jeweils ganz leicht und ist nicht kostspielig.

Welche Ansprüche hat ein Huhn an einen Hühnerstall?

Den Hühnerstall benötigen Hühner zum Schlafen, damit sie sich dort bei schlechtem Wetter aufhalten können und natürlich zum Eierlegen. Auch schützt es sie vor Fressfeinden wie Marder oder Fuchs. Um eine artgerechte Haltung zu gewährleisten sollte auf ausreichend Platz geachtet werden. Als grobe Faustregel gilt: Sie benötigen mindestens 1 qm Bodenfläche für 4 Tiere. Zum Schlafen bevorzugen sie eine leicht erhöhte Sitzstange, die Sitzstangenlänge sollte einen Meter je 3 Tiere betragen und ca. 30 cm Abstand zur nächsten. Ist der Stall gut belüftet und mit Fenster für genügend Tageslicht sowie mit Einstreu, Futter- und Wasserspendern als auch Nestern ausgestattet und im Winter gegen Kälte gedämmt, dann sind sie glücklich.

Wie sehen die Bedürfnisse für ein geeignetes Plätzchen im Freien aus?

Hühner brauchen genügend Auslauf, um sich die Beine vertreten zu können und ihrem Bewegungsdrang gerecht zu werden. Optimaler Weise ergattert jede mindestens 10 qm Platz und sie bekommen unterschiedliche Bereiche zur Verfügung gestellt. Auf einem Rasen oder einer bunte Wiese können sie ausgiebig Scharren, nach Insekten und Würmern suchen und rumpicken. Eine Ecke mit Sand sollte ebenfalls in keinem Freilauf fehlen, denn das Federvieh liebt es, dort zu scharren oder genießt ein gemeinsames Sandbad. So wird das Gefieder regelmäßig gereinigt und von Milben befreit. Das Plätzchen im Freien sollte direkt an den Stall anschließen und ihnen zudem Sonnen- und Schattenplätze anbieten. Am besten ist der Freilauf von allen Seiten geschlossen – auch von oben, so dass sie nicht ausbrechen können und Fressfeinde werden so draußen gehalten.



Dehner-Tipp:

Profitieren Sie von Ihren Hühnern als Schädlingsbekämpfer, wenn Sie diese für kurze Zeit und natürlich unter Aufsicht in Ihr Gemüsebeet lassen.

Hühner im eigenen Garten zu halten, kann ein wunderschönes Hobby sein. Wer also genügend Platz für die Federtiere im Garten hat, sich am Gegackere nicht stört, Tiere liebt und etwas Zeit übrig hat, für den kann die Hobby-Hühnerhaltung eine willkommene Bereicherung sein. Denn von den eigenen Hühnern schmecken frische Eier am besten – garantiert Bio und von glücklichen Hühnern.

Quelle: Dehner Magazin: 04/2015