Zahnpflege bei Kleintieren

Bei vielen Kleintieren wachsen Zähne ein Leben lang. Gut, wenn es damit keine Probleme gibt. Ein konstanter Zahnabrieb sorgt dafür, dass unsere Mitbewohner gesund und munter bleiben.

Auf den Zahn gefühlt

Bei vielen Kleintieren wachsen die Zähne ein Leben lang. Zwei Zentimeter in einem Vierteljahr: So schnell können bei Kaninchen und Nagern wie Hamster, Meerschweinchen, Ratten oder Chinchillas die Zähne wachsen. Bei Ratten, Hamstern und Mäusen sind nur die Schneidezähne betroffen, bei anderen Kleintieren auch die Backenzähne.

Normalerweise werden die „Beißerchen“ beim Kauen des Futters stetig abgeschliffen und abgenutzt. Immer wieder kann es aber durch angeborene Fehlstellung oder falsche Nahrungsbestandteile zu Problemen kommen. Halten sich Zahnwachstum und -abrieb nicht mehr die Waage, treten krankhafte Veränderungen zutage.

Nicht nur Chinchillas nagen ständig, um die Zähne zu schleifen


Die ersten Anzeichen für Zahnprobleme sind für die besorgten Besitzer schwierig zu deuten:

  • Manche Tiere leiden unter Durchfall. Der ist darauf zurückzuführen, dass scharfe Zahnhaken beim Fressen Zunge und Backentaschen verletzen und Kaninchen & Co. daraufhin die Nahrungsaufnahme ganz oder teilweise einstellen.
  • Symptome können aber auch vermehrter Speichel- und Nasenausfluss sein, das Fell rund ums Maul ist dann ständig feucht und verklebt.
  • In manchen Fällen äußern sich Zahnschmerzen auch in Form eines geschwollenen Kiefers und hervortretenden Augen.

Bei Problemen ist rasches Handeln wichtig


Frühzeitiges Erkennen und Handeln bei Zahnproblemen ist wichtig

Wer bei seinen Heimtieren so etwas bemerkt, sollte schleunigst den Tierarzt aufsuchen. Ein Tag ohne Futter schwächt unsere kleinen tierischen Freunde schnell, ihre Widerstandskraft sinkt rapide. Tierärzte empfehlen auch das wöchentliche Wiegen. Dafür reicht eine digitale Küchenwaage und eine Merkliste schon aus: Gewichtsverlust – schwarz auf weiß – ist ein Alarmsignal!

Um Zahnprobleme erst gar nicht erst aufkommen zu lassen, können Sie bereits vorbeugend einiges tun: Beispielsweise sollten Sie auf eine ausgewogene Futterzusammenstellung achten.

Wichtig ist vor allem, dass die Tiere jeden Tag ausreichend lange mit der Futteraufnahme beschäftigt sind. Denn nicht nur durch das Knabbern an hartem Futter, sondern allein durch das Reiben der Zähne aneinander werden diese abgeschliffen.

Was hilft gegen übermäßiges Zahnwachstum?

Gegen übermäßiges Zahnwachstum hilft deshalb Nahrung, die reich an Rohfasern ist. Besonders in Heu, Stroh und Gras sind sie in reichem Maß vorhanden. Die Tiere müssen viel rohfaserreiches Futter kauen, um ihren Energiebedarf zu decken. Das ist entscheidend für die Abnutzung der Zähne.

Nährstoffreiche Körnernahrung und Pellets sollten Sie nur wohldosiert anbieten, das kommt nicht nur der Zahngesundheit, sondern auch der „Figur“ zugute.

Knabbern an Heu ist perfekte Zahnpflege ...

Das Nagebedürfnis von Kaninchen & Co. können Sie auch mit Nagersteinen oder Zweigen befriedigen. Besonders willkommen sind solche mit Knospen oder ersten grünen Blättern, am besten von Haselnuss, Hainbuche, Linde, Esche oder Obstbäumen. Hängen Sie diese Zweige am besten etwas erhöht im Kleintierheim auf, sodass sich die kleinen Kerle ein wenig danach strecken müssen. Ein bisschen Fitness und Bewegung kann nur gut tun!

Quelle: Dehner Magazin 01/2016