Eine zweite Katze zieht ein: Was können Sie tun?


Meist sind Katzen keine Einzelgänger. Besonders in der Wohnung garantiert eine zweite Samtpfote Unterhaltung und Abwechslung. Aber nur, wenn die beiden Tiere sich verstehen.

Eine Zweitkatze kommt ins Haus

Ein harmonisches Miteinander ist fast immer garantiert, wenn Sie zwei Kätzchen aufnehmen, die sich von Geburt an kennen. Ideal ist ein Geschwisterpaar, das sich im „Zweier-Team“ auch viel leichter in ein neues Zuhause einlebt.

Reibereien werden meist erst dann auftreten, wenn die Tiere in die Pubertät kommen und geschlechtsreif werden. Dann fangen die Kater an, ihr Revier abzustecken und mit Urin zu markieren. In fast allen Fällen verschwindet dieses Verhalten, wenn Sie die Katzen kastrieren lassen. Dieser Schritt ist vor allem ratsam, wenn Sie nicht züchten wollen.

Aber hallo, ich war zuerst da …

Es kann natürlich auch sein, dass eine erwachsene Zweitkatze ins Haus kommt. Vielleicht klappt das Zusammenleben sofort oder nach einer Eingewöhnungsphase ganz problemlos. Es kann aber auch Zoff geben, und dann sind Sie als Vermittler gefragt.



Dehner-Tipp:

Für eine erfolgreiche Zusammenführung mit dem Neuling müssen auch die räumlichen Voraussetzungen stimmen. Als grobe Faustregel gilt, dass in der Wohnung oder in einem Haus pro Katze ein Zimmer vorhanden sein sollte.

Katzen verabscheuen sich


Bleib bloß weg, ich kann dich nicht riechen …

Situation: Zwei Katzen können sich einfach „nicht riechen“, fauchen sich gegenseitig an oder attackieren sich sogar.

Das können Sie tun: Die Chemie muss stimmen, wenn zwei Samtpfoten auf Dauer glücklich zusammenleben sollen. Versuchen Sie, die beiden erneut zusammenzuführen, indem Sie sie noch einmal räumlich trennen.

Wenn nach einiger Zeit der Neuankömmling die Wohnung beschnuppern darf, gehen Sie mit dem angestammten Revierinhaber in den bisherigen Aufenthaltsraum der anderen Katze, spielen mit ihm und stimmen ihn mit Leckerchen milde: So wird er den Geruch der neuen Katze mit etwas Angenehmen verbinden.

Vor der neuerlichen Zusammenführung rubbeln Sie die beiden Katzen mit einem von Ihnen getragenen, kuscheligen alten Wollpullover ab. So wird das Zusammengehörigkeitsgefühl gestärkt: „Wir gehören alle zu einer Familie“. Klappt das Zusammenleben einfach nicht, kann es sein, dass Sie für eine Mieze ein neues Zuhause suchen müssen.

Ersatz für einen Gefährten

Situation: Eine ältere Katze hat ihren gleichaltrigen Spielkameraden durch Tod verloren. Mit einem neu dazu gekommenen jungen Kätzchen verseht sie sich nicht.

Das können Sie tun: Durch eine temperamentvolle Jungkatze kann sich die ältere Samtpfote überfordert fühlen. Zu unterschiedlich sind die Interessen, was Ruhephasen und Spielbedürfnis angeht. Hier kann es besser sein, gleich zwei gleichaltrige Katzenkinder aufzunehmen, die miteinander spielen. Die ältere Katze nimmt durch Beobachtung Anteil am Leben der „Jungspunde“ und fühlt sich nicht einsam. Alternativ können Sie nach einer älteren Katze Ausschau halten, die charakterlich zum jetzigen Revierinhaber passt.

Verspielte „Jungspunde“ im Haus und schon bin ich nicht mehr einsam...

Katze verkriecht sich


Achtung, das ist mein Platz!

Situation: Ihre bisherige Katze glänzt durch immer längere Abwesenheiten, nachdem Sie eine Zweitkatze ins Haus geholt haben.

Das können Sie tun: Gut möglich, dass Ihre erste Samtpfote auf diese Weise gegen den Familienzuwachs protestiert. Versuchen Sie, in der Wohnung einen Bereich zu schaffen, zu dem nur Ihre „Altkatze“ Zutritt hat – etwa einen Liegeplatz in erhöhter Position auf dem Schrank. Schenken Sie ihr vermehrt Zuwendung. Eventuell können Sie Angst oder Aggression bei beiden Katzen durch eine unterstützende Bachblüten-Therapie mildern. Fragen Sie am besten bei Ihrem Tierarzt nach!

Mobbing unter Katzen

Situation: Die eine Katze fixiert die andere ständig, schneidet ihr den Weg ab, lässt sie nicht zum Futternapf usw. Die unterlegene Mieze verkriecht sich.

Das können Sie tun: Beobachten Sie die beiden Katzen. Sind eindeutige Zeichen von Mobbing zu erkennen, so müssen Sie der überlegenen Samtpfote Einhalt gebieten, etwa mit einem deutlichen „Nein!“ bei Übergriffen. Belohnen Sie positives Verhalten gegenüber der unterlegenen Katze. Sorgen Sie dafür, dass beide Katzen in Ruhe fressen oder das Katzenklo benutzen können. Schmusen Sie ausgiebig mit jedem Tier einzeln, gemeinsame Spiele bauen Energie und Aggressionen ab.

Bei Mobbing hört der Spaß auf, hier müssen Sie eingreifen...

Natürlich ist es für Sie als Katzenbesitzer schöner, wenn das Zusammenführen des Neulings mit der Erstkatze gleich von Anfang an klappt. Leider lässt sich nicht immer vorhersagen was passiert. Hier kann Ihre Geduld als Katzenbesitzer auf eine Zerreißprobe gestellt werden, geben Sie den Katzen ausreichend Zeit zum Eingewöhnen und wenn Sie Ihre Vermittlerrolle erfolgreich eingenommen haben, werden Sie alsdann umso mehr belohnt.

Zu zweit ist man weniger allein – das gilt auch Katzen...


Dehner-Tipp:

So verringern Sie schon das Streitpotential: Jede Katze sollte ihr eigenes Katzenklo, ihren eigenen Futternapf, Schlafplatz und wenn möglich Kratzbaum sowie Kamm und Bürste zur Fellpflege haben.

Quelle: teilweise Dehner Magazin 5/2015