Hund und Katze, so klappt das Zusammenleben


Wie Hund und Katz‘: Mieze und Bello können gut miteinander leben – wenn man ihnen beibringt, sich gegenseitig zu respektieren.

Wie Hund und Katz‘, das muss nicht sein

Schütteln wir den Kopf, bedeutet das „Nein“, Nicken bedeutet „Ja“ – das weiß doch jeder, oder? Ganz anders sehen das die Inder. Bei ihnen haben diese körpersprachlichen Signale genau die umgekehrte Bedeutung. Ähnliche Probleme haben Hund und Katze, wenn sie aufeinandertreffen: Wedelt der Hund freundlich mit dem Schwanz, so versteht das Mieze als Gereiztheit und Drohung. Ein zufriedenes Schnurren der Katze wird von Bello dagegen als aggressives Knurren gedeutet. Keine guten Voraussetzungen, um ein friedliches Miteinander zu gewährleisten – und dennoch können Hund und Katze genau das lernen!

Hunde und Katzen sprechen verschiedene Sprachen, ein Zusammensein kann funktionieren
Von Kindesbeinen an

Kleine Welpen und Kätzchen lernen schnell sich zu verstehen...

Am einfachsten lassen sich die „Sprachprobleme“ überwinden, wenn Bello und Mieze schon von klein auf aneinander gewöhnt werden. Hunde- und Katzenbabys kommen problemlos miteinander zurecht, wenn sie gemeinsam aufwachsen. Das gilt umso mehr, wenn auch die Elterntiere entspannten Umgang zur jeweiligen Art pflegen.

Nie unter Zwang

Probleme sind wahrscheinlicher, wenn erwachsene Vierbeiner aneinander gewöhnt werden sollen. Das kann aus verschiedenen Gründen notwendig sein: etwa weil Frauchen und Herrchen zusammenziehen wollen oder weil ein Mensch gern sowohl Hund wie Katze um sich haben möchte.

Umsicht und Geduld sind gefragt, wenn Vertreter beider Tierarten zusammengeführt werden. Doch das Experiment kann gelingen. Wirft man die beiden einfach „ins kalte Wasser“, so endet der Versuch meist mit einem traumatischen Erlebnis für Hund und/oder Katze, gut möglich, dass auch Sie ein paar heftige Kratzer abgekommen.

Jetzt sind Geduld und Fingerspitzengefühl gefragt...

Wer zieht zu wem?

Starten Sie das Aneinander gewöhnen am besten schon einige Zeit vor der eigentlichen Zusammenführung. Leben Sie beispielsweise ein Handtuch, das nach dem jeweils anderen Tier riecht, unter den Hundenapf bzw. Katzennapf. So bekommt der Geruch für beide eine positive Bedeutung. Lassen Sie Tonaufnahmen mit Hundegebell oder Miauen laufen, dann können sich die Vierbeiner schon an die ungewohnten Laute gewöhnen, die sie bald öfter hören werden.

Zieht ein Hund in einen Katzenhaushalt ein, so sollten Sie einige Wochen vor seinem Eintreffen Miezes Futternapf und Katzenklo dort aufstellen, wo beides für den Hund nicht erreichbar ist. Ist der neue vierbeinige Mitbewohner dann da, muss die Katze nicht ihr ganzes Leben umkrempeln, sondern weiß, wo sich die vertrauten Dinge befinden.

Zieht eine Katze in eine Hundewohnung ein, so sollten Sie ihr einen Rückzugsort bieten, am besten ein eigenes Zimmer mit Futternapf und Katzenklo. Sichern Sie den Zugang mit einem Gitter, durch das der Hund nicht ins Zimmer gelangen kann.

Egal wer bei wem einzieht, sollte keines der Tiere vernachlässigt oder bevorzugt werden, ansonsten kann ein gegenseitiges Akzeptieren problematisch werden.



Dehner-Tipp:

Optimaler Weise passt der Charakter des Neuzugangs zu dem des vorhanden Tieres und wenn die Chemie stimmt, kann eine wunderschöne Freundschaft entstehen.

Langsame Annäherung

Bei den ersten Begegnungen der Tiere sollten Sie unbedingt anwesend sein. Gehen Sie mit dem Hund am besten vorher spazieren, so dass er sich austoben konnte. Wahrscheinlich wird Ihr Hund stürmisch auf die Katze zugehen, deshalb sollten Sie ihn vorsichtshalber an die Leine legen. Loben Sie ihn, wenn er sich freundlich gegenüber Mieze verhält! Verbieten Sie ihm energisch Angriffe auf die Katze, egal ob aus Spielfreude oder Jagdlust. Sprechen Sie mit Ihren Tieren, geben Sie ihnen für jede positive Annäherung einen Hundesnack bzw. ein Katzenleckerli.

Bei einem selbstbewussten Stubentiger kann es durchaus vorkommen, dass er dem Hund aggressiv begegnet. Gerade einen Welpen müssen Sie vor Angriffen beschützen. Seien Sie aber nachsichtig, oft handelt die Katze nach der Devise: Angriff ist die beste Verteidigung, eine gute Portion Angst steckt hinter dieser Einstellung.

Geduld ist gefragt

Überlassen Sie es der Katze, den ersten Schritt auf den Hund zuzugehen. Mit viel gutem Zureden, Streicheln und kleinen Leckerlis können Sie den „Brückenbau“ zwischen den beiden vereinfachen. Bleiben Sie immer ruhig und geduldig. Zwingen Sie die Tiere nicht in ein Miteinander, jeder muss sich zurückziehen können, wenn er das möchte. Absolut tabu sollten für Mieze und Bello die Futterschüssel des jeweiligen anderen sein. Am besten, Sie füttern deshalb zu unterschiedlichen Zeiten und an verschiedenen Orten.



Dehner-Tipp:

Bringen Sie genügend Geduld mit, denn Hund und Katze brauchen manchmal mehr Zeit – bei manchen Monate – bis sie sich „zusammengerauft“ haben.

Verstehst Du mich? Katzensprache versus Hundesprache

Anheben der Vorderpfote bei der Katze: „Achtung! Bleib mir vom Leib …“

Signal: Mit dem Schwanz schlagen

Katze: „Wie soll ich die Situation jetzt einschätzen? Irgendwie bin ich ziemlich nervös und aufgeregt.“

Hund: „Ich freu mich. Jetzt passiert bestimmt gleich was Schönes.“

Signal: Knurren/Schnurren

Katze: „Mir geht’s so richtig gut und ich fühle mit vollkommen behaglich.“

Hund: „Sei mal lieber vorsichtig. Ich geh jetzt eventuell zum Angriff über!“

Signal: Anstarren

Katze: „Ich kann mich gar nicht sattsehen an meinem Gegenüber. Der ist einfach so lieb.“

Hund: „Jetzt fixiere ich den mal richtig mit Blicken. Dann weiß der, dass ich der Chef bin.“

Signal: Anheben der Vorderpfote

Katze: „Achtung! Bleib mir vom Leib, sonst knallt es gleich!“

Hund: „Komm, lass uns doch mal eine Runde gemeinsam spielen!“

Beim Spiel mit dem Ball „sprechen“ Welpe und Kätzchen schnell eine Sprache.

Zur Beruhigung

Alle in bester Ordnung, wenn Hund und Katze auf Tuchfühlung kuscheln.

Ein Zusammenleben mit zwei ungleichen Hausgenossen wie Hund und Katze kann funktionieren. Gehen Sie geduldig und mit Feingefühl vor, aber dennoch konsequent und artgerecht, dann steht einem friedlichen Miteinander nichts im Wege. Nicht alle werden beste Freunde, akzeptieren Sie es, wenn sich beide gegenseitig nur still dulden oder gegenseitig gleichgültig sind – es ist nicht gegen Sie persönlich gerichtet. Stimmt jedoch die Chemie zwischen den beiden, dann werden Hund und Katze auch mal auf Tuchfühlung kuscheln und sich ihrer tierischen Freundschaft hingeben.

Quelle: teilweise Dehner Magazin 4/2015