Ist die Katze krank? Krankheitssymptome bei Katzen erkennen

Krankheitssymptome bei Katzen erkennen

In den seltensten Fällen müssen Sie bei einer Katze Erste Hilfe leisten. Viel wichtiger ist das frühzeitige Erkennen von Krankheitssymptomen, denn Katzen lassen sich nichts anmerken.

Vorwort

Leider machen Katzen es uns nicht einfach, ihnen in der Not zu helfen. Denn sie sind wahre Meister darin, eine Krankheit möglichst lange verborgen zu halten.

Der Grund dafür findet sich bei ihren wilden Verwandten. Sie dürfen sich nichts anmerken lassen, denn eine Schwäche könnte schnell von einem Rudelmitglied oder Eindringling bemerkt und ausgenutzt werden. Also beißen sie die Zähne zusammen, als wäre nichts, obwohl sie innerlich vielleicht schon seit langem Schmerzen haben.

Diesen Umstand sollten Sie immer im Hinterkopf haben, wenn Sie ihre Katze beobachten. Auch ein scheinbar harmloses Anzeichen sollte ernst genommen werden, zum Beispiel wenn sie sich öfters zurückzieht, keinen Appetit verspürt oder plötzlich unsauber wird. Hinter jedem dieser Symptome kann eine ernsthafte Krankheit stecken.

Erbrechen & Durchfall

Erbrechen kann bei einer Katze völlig normal sein, Durchfall dagegen ist immer ein Krankheitssymptom.

Vielleicht liegt es am Futter, möglicherweise leidet die Katze aber auch an einem Tumor. In jedem Fall sollten Sie einen Tierarzt aufsuchen.

Gelegentliches Erbrechen ist erst einmal kein Grund zur Sorge, zumindest, wenn die Katze danach zur Tagesordnung übergeht. Erbricht sie öfter als zweimal die Woche oder ist das Erbrochene blutig, unangenehm riechend oder sehr üppig, hilft nur der Besuch beim Tierarzt.

Verletzte Katze

Ein kleiner Kratzer ist nicht schlimm, eine Biss- oder Schürfwunde sollte dagegen untersucht werden. Möglicherweise ist eine antibiotische Behandlung oder Wundnaht notwendig.

Finden Sie eine Katze schwer blutend vor, sollten Sie Erste Hilfe leisten. Aber bedenken Sie, dass eine verletzte Katze in Panik zubeißen oder kratzen kann. Wenn möglich, sollte ihr ein Druckverband angelegt werden, um die Blutung zu stillen, bevor sie schnellstmöglich zum Tierarzt gebracht wird.

Appetitlosigkeit & Gewichtsverlust

Katzen sind oft mäkelig und können vom einen auf den anderen Tag ihr geliebtes Futter verweigern. Der Umstieg auf eine andere Geschmacksrichtung oder Futtermarke kann helfen.

Vielleicht versteckt sich dahinter aber mehr, zum Beispiel eine Zahnfleischentzündung. Oder die Katze magert immer mehr ab, obwohl sie viel frisst. Das kann bei einer Schilddrüsenüberfunktion ebenso der Fall sein wie bei einem Tumor.

Möglich ist auch, dass Sie sich ganz unnötig Sorgen machen: Gerade bei Freilaufkatzen ist im Sommer ein Gewichtsverlust von einem Kilogramm durch ihre täglichen Streifzüge völlig normal. Und wer dann noch draußen Beute macht, lässt im Napf gerne einmal etwas liegen.

Matt & zurückgezogen

Katzen machen sich nicht bemerkbar, wenn es ihnen schlecht geht. Im Gegenteil, oft ziehen sie sich zurück und leiden im Stillen.

Eine Katze, die spürbar ihr Verhalten ändert und immer weniger am Familienalltag teilnimmt, ist möglicherweise bereits schwer krank. Vielleicht liegt ein Nierenversagen oder ein Tumor vor. Wichtig ist, die Katze schnellstens zum Tierarzt zu bringen und nicht weiter abzuwarten, ob sich ihr Verhalten in den nächsten Wochen wieder ändert.

Plötzliche Unsauberheit

Vielerlei Ursachen kann es haben, wenn die Katze plötzlich unsauber ist.

Vielleicht liegt es an einer neuen Katzenstreu. Oder Sie haben ein neues Katzenklo aufgestellt? Diese kann zu klein oder zu niedrig sein. Möglicherweise ist auch der Einstieg zu hoch, was besonders bei kleinen und alten Katzen ein Problem darstellen kann.

Trifft keiner der Punkte zu, sollten Sie dringend einen Tierarzt aufsuchen, denn Unsauberkeit kann auch ein Hinweis auf eine Erkrankung der Harnorgane, eine Blasenentzündung oder einen Nierenschaden sein.

Ständiges Jucken

Genüssliches Kratzen ist völlig normal, nicht dagegen, wenn sich eine Katze ständig kratzt, benagt oder ableckt. Das ist ein eindeutiges Krankheitssymptom, dessen Ursache ausfindig gemacht werden muss.

Häufig stecken Flöhe dahinter, was nur ein Tierarzt sicher bestimmten kann. Möglich ist auch eine Allergie, zum Beispiel auf ein bestimmtes Futter oder Pollen. Auch eine Stoffwechselstörung oder eine Autoimmunerkrankung können die Ursache sein.

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Quelle: Dehner Magazin 3/2017



Dehner-Tipp:

Eine regelmäßige Untersuchung beim Tierarzt kann frühzeitig Gesundheitsprobleme bei der Katze abwenden. Gerade dann, wenn die Katze schon älter ist.