Unarten der Katze und was Sie dagegen tun können

Katzen sind sehr eigenwillig und wenn plötzlich Ungezogenheiten überhandnehmen ist guter Rat teuer. Aber mit dem einen oder anderen Trick gewöhnen Sie Ihrer Samtpfote die Unarten ab.

Was Kätzchen lernt, lernt Katze doch noch

Katzen haben ihren eigenen Kopf! Wenn sie etwas nicht wollen, dann wollen sie eben nicht. Aber genau das ist ja gerade eine der Eigenschaften, die wir an ihnen so lieben. Und daher haben Katzenbesitzer eine Engelsgeduld.

Eine Umfrage der Universität München kann das bestätigen. Darin wurden 300 Katzenbesitzer zu den Untaten ihrer Katzen befragt. Gerade einmal 11 Prozent wünschten sich eine Lösung für Probleme, die ihre Katzen verursachten! Die meisten taten die störenden Verhaltensweisen einfach als katzentypisch ab. Offensichtlich sind Katzen also in der Lage, ihre Menschen zu höchster Einsicht und Toleranz zu erziehen.

Katzen sind oft sehr eigenwillig ...


Doch beim nagelneuen Sofa hört der Spaß dann doch auf. Für die Katze erst einmal völlig unverständlich. Warum durfte sie die letzten Wochen schalten und walten wie sie wollte? Sie kann ja nicht ahnen, dass die neue Couch längst bestellt war und es auf die alte nicht mehr ankam. Es empfiehlt sich daher, konsequent zu bleiben und keine Ausnahmen zu gewähren.

Wie gewöhnen Sie der Katze Ungezogenheiten ab?


Klauen verboten ...

Zum Kratzen ist ausschließlich der Kratzbaum da. Wer am Mobiliar erwischt wird, muss unmittelbar mit Händeklatschen oder einem lauten „Nein!“ rechnen. Sollten Sie die Kratzspuren erst nach dem Nachhause kommen entdecken, üben Sie sich in Tiefenentspannung. Es hat keinerlei Zweck, die Katze zum Tatort zu tragen und ihr eine Standpauke zu halten. Sie ist nicht in der Lage, ihre Verärgerung mit dieser längst vergangen Aktion zu verbinden.

Diese Tatsache gilt für alle kleineren und größeren Übel, also zum Beispiel auch für plötzliche Unsauberkeit. Schimpfen Sie erst einmal nicht, sondern forschen Sie nach den Gründen.

Eine acht Kilogramm schwere Maine Coon passt vielleicht einfach nicht mehr in die zu kleine Katzentoilette. Oder sollte diese vielleicht ein wenig öfter gereinigt werden? Haben Sie den Aufenthaltsort verändert und das Katzenklo steht plötzlich neben der rumpelnden Waschmaschine? Auch Blasenentzündung oder Inkontinenz kommen in Frage.

Was Sie getrost vergessen können ist Trotz! Das trauen viele ihren Katzen durchaus zu, aber nach allgemeinem Wissensstand sind sie zu Berechnung nicht in der Lage. Unterscheiden können Katzen aber durchaus, wann sie sich was erlauben können.

Werden sie dabei geschimpft, wie sie sich etwas vom Tisch klauen, machen sie es eben nächstes Mal dann, wenn Sie nicht anwesend sind. Wen das stört, kann zu einem Trick greifen: Bringen Sie für ein paar Tage an einigen Stellen doppelseitiges Klebeband an. Jede Katze wird ihnen bestätigen – das ist echt unangenehm für die Pfoten!

Manche lernen schneller, andere langsamer aus ihren Erfahrungen – und vereinzelt soll es auch Katzen geben, die die Klebestreifen geschickt übergehen. Entscheiden Sie selbst, ob Sie dieses „Talent“ mit einem schmunzelnden Kopfschütteln hinnehmen oder die Show durch kräftiges Händeklatschen beenden.

Egal welche Unarten Sie Ihrer Katze abgewöhnen möchten, es ist nicht immer einfach und Sie benötigen viel Geduld, Verständnis und Konsequenz. Bitte beachten Sie dabei, dass einmal Erlaubtes auch in Zukunft erlaubt bleibt und was verboten ist bleibt verboten! Vergessen Sie zur Bestärkung des erwünschten Verhaltens auf keinen Fall das Loben und Belohnen bzw. bei unerwünschtem Katzenverhalten das Bestrafen. Beim Belohnen gilt: Alles was Katze gerne hat wie Spielen, Schmusen, Lieblingssnack … und Sie werden sehen, es lohnt sich!

Quelle: Teilweise Dehner Magazin 01/2016