Tipps gegen Langeweile bei Hauskatzen


Langeweile? Gibt’s nicht! So manche Katze kommt auf dumme Gedanken, wenn sie allein ist. Bieten Sie ihr die richtige Abwechslung und „Action“ – dann bleibt sie ausgeglichen und zufrieden. Um ihren Jagdinstinkt zu befriedigen müssen reine Wohnungskatzen viel spielen und das geht auf vielerlei Arten.

Spielen gegen Langeweile

Nach einem ausgiebigen Vormittagsschläfchen streckt sich Cleo erst einmal in alle Ruhe und gähnt genüsslich. Langsam lässt sie von der obersten Etage ihres Kratzbaums den Blick durchs Wohnzimmer streifen. „Was könnte man heute denn Interessantes machen?“, scheint sich die Katze zu fragen.

Aber was ist das? Mitten in ihrem Jagdgebiet liegt ein bunter Würfel am Boden. Den hat sie vor einiger Zeit schon einmal gesehen. Darin waren kleine Bälle versteckt, aber leicht war es nicht, diese herauszufischen. Der Würfel zeigte viel Gegenwehr.

Die Jagd auf die Bälle ist eröffnet ...

Vielleicht sollte sie sich eine neue Taktik zurücklegen – das Ding aus dem Hinterhalt überraschen? Oder doch lieber einen Frontalangriff, um den Gegner sofort kampfunfähig zu machen? Cleo entscheidet sich für die vorsichtige Variante. Erst begutachtet sie den Würfel von allen Seiten, nähert sich langsam, stupst ihn mit der Pfote an, und dann geht sie los, die Jagd nach den Stoffbällen im Inneren des Würfels.


... denn für Wohungskatzen ist spielen wichtig

Cleo ist eine reine Wohnungskatze. Im Gegensatz zu Freigängern hat sie keine Möglichkeit, ihren Jagdinstinkt an echter Beute zu befriedigen. Aber ihr Frauchen hat vorgesorgt, wenn sie am Vormittag zur Arbeit geht: Jeden Morgen holt sie ein anderes Katzenspielzeug aus dem Schrank und überrascht Cleo damit. Sie hat die Wahl zwischen dem Würfel, Stoffmäuschen, Rasselbällen, zwei Intelligenzspielen, Baldriankissen und vielem mehr.

In regelmäßigen Abständen stockt sie ihren Fundus auf, damit bei Cleo niemals Langeweile aufkommt. Denn das wäre der schnellste Weg zu Speckröllchen und lethargischem Verhalten. Deshalb hat Cleo auch das Glück, einen prächtigen Kratzbaum zu besitzen, mit Etagen bis hoch zur Decke. Da gibt es Liegekissen, eine Hängematte, einen Kuscheltunnel und jede Menge Platz, um ihre Krallen zu wetzen.

Sorgen Sie für Abwechslung und Spielspaß

Für Wohnungskatzen ist Spielen wichtig, um gesund und fit zu bleiben - egal wie alt Ihre Katze ist! Hierbei werden die unterschiedlichsten Sinne angesprochen: Ein Mäuschen fängt man nicht nur einfach, sondern hier heißt es lauern, wittern, auskundschaften, Deckung suchen, anschleichen, taktieren, Maß nehmen, springen und zupacken.

Haben Sie einen Spielmuffel erst einmal so weit gebracht, dann lassen Sie es dabei nicht bewenden. Britische Wissenschaftler haben herausgefunden, dass in solchen Situationen der Spieltrieb erst so richtig geweckt ist. Nun ist die Wahrscheinlichkeit am größten, dass auch andere Spiele gut ankommen. Probieren Sie es doch gleich mal aus!

... mein Spielzeug ...

Erlaubt ist, was gefällt, aber ein paar Regeln gibt es dennoch zu beachten: Dazu zählt zum Beispiel, dass man keine Geschenkbänder, Schnüre oder Fäden offen herumliegen lässt. Darin könnte sich die Katze verheddern und panisch reagieren. Ungeeignet sind auch kleine Gegenstände wie Glaskugeln, Hüpfbälle oder Haselnüsse, die versehentlich verschluckt werden können. Außerdem sollten Sie beim Spiel mit der Katze die aus Sicht des Tieres wichtigste Regel nicht vergessen: Am Ende muss immer ein Erfolgserlebnis stehen! Es kommt schnell Frust auf, wenn das Mäuschen immer knapp außerhalb der Reichweite bleibt. Also gönnen Sie es ihr, auch wenn sie vielleicht nicht mehr die flinkste ist. Damit schaffen Sie gute Voraussetzungen, dass sich Ihr Stubentiger auch morgen wieder auf eine spannende Spielrunde freut.

Spielen hält fit und ist gesund

Nach Bällen angeln oder zuckelndes Spielzeug erbeuten liegt Katzen im Blut. Denn das wilde Spiel ist nicht anders als natürliches Jagd- und Kampfverhalten. Immer wieder aufs Neue trainieren auch Stubentiger Reflexe, Gleichgewicht, Schnelligkeit und Beweglichkeit – und haben dabei mächtig Spaß.


Wenn Katzen wach sind, wollen sie sich beschäftigen ... es gibt viele Möglichkeiten

Katzen sind die einzigen Tiere, die bis ins hohe Alter spielen. Denn nur wer fit bleibt, kann sich selbst ernähren. Unbewegtes Spielzeug ist langweilig. Wenn das Spielzeug vor der Nase auf und ab tanzt, fixiert das kleine Raubtier es mit allen Sinnen, stürzt sich mit einem gezielten Satz darauf und packt es gekonnt mit den Pfoten.

Während Freigänger draußen auf Mäusefang gehen und ihren Spieltrieb ausleben, sollte man Wohnungskatzen diesen Spaß so oft wie möglich gönnen. Denn prickelndes Jagvergnügen gehört zum Wohlfühlprogramm wie die täglichen Streicheleinheiten.

Eine gute Mischung aus Spiel, Spaß und Sattwerden sind Intelligenzspiele. Hier kann die Katze Futterstücke z. B. aus Röhren und Tunneln angeln und sich so das Futter in ihrem eigenen Tempo aktiv verarbeiten. Vor allem übergewichtige Katzen fressen dadurch wesentlich langsamer und weniger. Oder Sie verstecken Leckerlies z. B. in Vertiefungen, Schubladen, Röhrchen oder unter Kegeln. Die Katze muss Geschick zeigen und Ausdauer haben, um an die „Beute“ zu kommen.

Nach ausgiebigen Spielen ist Entspannung angesagt und da ist z. B. ein Kratzbaum Kratzbaum mit verschiedenen Plattformen ideal.



Dehner-Tipp:

Katzen haben immer gerne alles im Überblick. Der richtige Standort für den Kratzbaum ist daher sehr wichtig: Geeignet ist ein Platz, wo sich Herrchen und Frauchen oft aufhalten, wie z.B. der Wohnbereich. Perfekt dazu wäre eine Aussichtsplattform von der die Katze aus dem Fenster sehen kann.

Quelle: Dehner Magazin 5/2013, 5/2016