Wenn sich Kinder einen Hund wünschen


Ich möchte‘ so gern einen Hund! Bestimmt haben Sie diesen Satz auch schon von Ihrem Kind gehört. Es gibt gute Gründe, dem innigen Wunsch Ihres Kindes nachzugeben, denn ein Hund tut Ihrem Kind gut und es bringt zahlreiche Vorteile mit sich.

„Gib dem Menschen einen Hund und seine Seele wird gesund.“ (Hildegard von Bingen)

Leichter lernen mit Hund

Kinder können sich oft schlecht konzentrieren. Besser funktioniert es mit Hund: Der Verhaltensforscher Kurt Kotrschal hat nachgewiesen, dass ein Hund im Klassenzimmer erstaunliche Auswirkungen hat: Ruhige Kinder kommen mehr aus sich heraus, hyperaktive oder aggressive Kinder nehmen sich zurück.

Zu ähnlichen Ergebnissen kamen auch Wissenschaftler der University of California. Sie untersuchten Kinder mit Leseschwäche und fanden heraus, dass ein Hund sich aufgrund seiner ruhigen, geduldigen Art positiv auf die schulische Entwicklung eines Kindes auswirkt.


Verantwortungsvolles Handeln

Ein eigener Hund fördert schon in frühen Jahren Verantwortungsbewusstsein ...

Kinder mit Hund sind verantwortungsbewusster. Das ist nicht nur so dahingesagt, sondern durch Forscher der Cambridge University erwiesen. Das gilt zum einen hinsichtlich der Umwelt und Natur, aber auch Tieren gegenüber.

Zwar drücken sich Kinder ganz gerne einmal ums Gassigehen, Füttern oder die Hundepflege, aber auch das stärkt das Bewusstsein, welche verantwortungsvollen Aufgaben sie im Haushalt mitzutragen haben.

Streicheleinheiten für die Seele

Kinder gehen oft eine sehr enge Beziehung mit ihrem Hund ein. Auslöser dafür können seelische Probleme aufgrund einer Scheidung, eines Todesfalls oder einer Krankheit sein. Hunde geben in diesen Situationen Halt.

Das beweist auch eine Studie der University of Indiana. In dieser wurden fünfjährige Kinder gefragt, an wen sie sich bei Trauer, Angst oder Wut am ehesten wenden würden. Über 40 Prozent der Kinder nannten ihr Haustier!

Positive Auswirkungen haben Hunde auch auf Jugendliche: Die Universität Bonn fand heraus, dass sie mehr Freude am Leben hätten und die Gefahr geringer sei, dass sie kriminell werden.

Gerade Jugendlichen mit gestörtem Familienverhältnis gibt ein Hund Halt und Geborgenheit. Er hilft, ihr Einfühlungsvermögen zu fördern und ist zudem gut für die Beziehung zwischen Geschwistern.

Mehr Bewegung und frische Luft

Das Handy ist heute der ständige Begleiter unserer Kinder. Eine der wenigen Möglichkeiten, sie davon abzuhalten, ist ein Hund – sei es bei einer gemeinsamen Kuschelrunde, einem Spiel oder dem Gassigehen.

Dabei ergibt sich auch die Möglichkeit, dass die Kids rauskommen, frische Luft schnappen und sich bewegen. Das ist besonders gut für Kinder, die wenig Sport treiben, denn für die Entwicklung eines gesunden Knochenbaus ist Bewegung wichtig.

Weniger krankheitsanfällig

Hunde wirken sich positiv auf die Gesundheit aus: Sie reduzieren Stress und stabilisieren den Blutdruck.

Außerdem sinkt das Allergie-Risiko: Wer trotz Hundehaarallergie in seinem ersten Lebensjahr mit Hund aufwächst, weist ein viermal kleineres Risiko auf, im Laufe seines Lebens einen Hautausschlag zu bekommen.

Aber nicht nur Kinder mit erhöhtem Allergie-Risiko profitieren von Hunden: Finnische Wissenschaftler konnten nachweisen, dass Babys mit Hund im Haushalt seltener Erkältungskrankheiten aufweisen. Vermutet wird, dass Bakterien und Schmutz des Hundes dafür sorgen, dass das Immunsystem der Kinder stärker ausgeprägt ist.

Den Hund richtig integrieren

Trotz der vielen positiven Eigenschaften, die ein Hund auf Kinder hat, darf nicht vergessen werden, dass sich das Zusammenleben erst einmal einspielen muss.

Vernachlässigen Sie den Hund nicht, wenn plötzlich ein Baby zur Familie gehört, sonst könnte er den Neuzugang negativ in Verbindung bringen. Beziehen Sie den Hund mit ein, wenn das Baby wach ist. Streicheln und loben sie ihn, so dass es zu einer positiven Verknüpfung kommt.

Auch gehört die Erziehung nicht zu den Aufgaben eines Kindes, sondern ist allein Sache der Eltern. Denn Kinder bis zum Alter von etwa 13 Jahren werden vom Hund als gleichberechtigte Wurfgeschwister angesehen, die wenig zu sagen haben, mit denen man aber prima spielen und raufen kann.

Quelle: Dehner Magazin 4/2017