Kräuterfibel für Hunde

Immer mehr Menschen wissen die Vielzahl an Kräuter und deren Vielseitigkeit bei körperlichen Problemen zu schätzen. Daher ist es keine Besonderheit, dass helfende Kräuter bei Hunden eingesetzt werden. Die Unterstützung aus der Natur kann beispielsweise bei einer Erklärung oder bei Magen- und Darmbeschwerden zur Genesung Ihres Vierbeiners beitragen. Probieren Sie es doch einfach mal aus!

Erkältung bei Hunden



Mit ein bisschen Ruhe und helfenden Kräutern wird alles gut ...

Niesen, eine laufende Nase und triefende Augen können Anzeichen dafür sein, dass sich ein Hund erkältet hat. Aber auch wenn er lustlos herumliegt, viel schläft, wenig frisst, sich öfter als üblich mit den Pfoten über die Nase streift oder die Schnauze an Gegenständen reibt, hat er sich womöglich einen Infekt eingefangen. Manchmal kommt noch Mundgeruch dazu, schlimmstenfalls auch Fieber.

Wenn es draußen kalt und dauerfeucht ist, leiden auch Hunde mitunter an einer Erkältung. Dazu kommt, dass sie sich auch bei ihren Menschen mit Grippeviren anstecken können. Wenn die Beschwerden anhalten oder das Immunsystem Ihres Hundes nicht das Beste ist, sollten Sie auf alle Fälle einen Tierarzt aufsuchen.

Hat es Ihren Vierbeiner so richtig „erwischt“, sollten Sie ihn warm und trocken halten, möglichst wenig nach draußen gehen. Manche Hunde genießen es dann regelrecht, mit einem Schal um den Hals vor der Heizung zu liegen.

  • Fenchelhonig vom Löffel geleckt oder im Tee verabreicht, leisten bei einigen gute Dienste.
  • Es gibt auch getrocknete Kräuter, die man dem Tier meistens in Mischungen verfüttern kann. Darin sind Thymian, Eukalyptus und Spitzwegerich, Fenchel, Anis oder Ingwerwurzel enthalten. Aber auch Kamillenblüten, Sonnenhut, Isländisch Moos oder Süßholzwurzel linden die Beschwerden.

Weil jeder Hund individuell reagiert, erfragt man am besten beim Tierarzt oder Heilpraktiker die passende Dosierung.



Magen- und Darmbeschwerden bei Hunden



Wenn’s im Bauch zwickt, Kräuter können helfen ...

Wenn Hunde Gras fressen, sind sie nicht unter die Vegetarier gegangen. Oft wollen sie durch die ballaststoffreiche Kost Verdauungsprobleme lindern, mitunter auch sich leichter erbrechen. So helfen sich die Vierbeiner selbst, wenn ihnen mal nicht gut ist. Möglicherweise liegen ihnen scharfkantige Knochenstücke im Magen.

Schimmer wird’s, wenn sich Verstopfung und Durchfall abwechseln, der Bauch deutlich gebläht ist, der Hund wenig Appetit hat und sich immer wieder erbricht. Heftige Symptome lässt man am besten beim Tierarzt abklären, oftmals können auch Futterunverträglichkeiten eine Rolle spielen. Leichtes Bauchgrimmen aber vergeht meist von selbst wieder.

Wichtig ist, dass man seinen Vierbeiner entsprechend schont, ihm einige Stunden nichts zu fressen gibt. Danach helfen leicht verdauliches Futter mit etwas Magerquark, lauwarmer Tee und Zwieback dem Magen, sich zu beruhigen. Manche Hunde genießen ein warmes Kirschkernsäckchen im Körbchen und eine wärmende Decke.

Immer mehr Hundebesitzer mischen auch Heilkräuter unters Futter.

  • Anis, Kümmel, Fenchel und Ingwer entkrampfen den Darm.
  • Thymian hilft bei Blähungen.
  • Bei nervösen Magenproblemen und häufigem Erbrechen leistet Ingwer gute Dienste.
  • Überreizte Magen- und Darmschleimhäute erholen sich mithilfe von schleimstoffreichen Kräutern wie Süßholz und Eibischwurzel, auch Leinsamen unterstützen den Heilungsprozess.
  • Kamille, Pfefferminze, Melisse und Salbei sind in vielen bewährten Kräutermixturen enthalten.

Weil jeder Hund anders reagiert, lässt man sich vom Tierarzt oder Heilpraktiker die passende Kräutermischung empfehlen.



Pipi-Probleme bei Hunden



Wenn’s mit dem Harnfluss nicht so recht klappt ...

Wenn Hunde ständig pinkeln müssen, beziehungsweise permanent tröpfeln, oder wenn trotzt Mühen gar nichts herauskommt, können verschiedene Ursachen zugrunde liegen. Häufig sind Blasen- und Nierenentzündungen für eine Inkontinenz verantwortlich. Beim zweiten Fall behindern womöglich Harnsteine das Wasserlassen.

Vor allem wenn Ihr Hund deutlich Schmerzen hat, stark tröpfelt, steif läuft oder beim „kleinen Geschäft“ den Rücken krümmt, sollten Sie einen Tierarzt aufsuchen.

Bei manchen Hunden gerät die natürliche Funktion der Harnwege oder Nieren leicht aus dem Takt. Oder sie verkühlen sich rasch, wenn sie zu lange auf kaltem Boden oder nach einem Bad im See im klimatisierten Auto sitzen.

In erster Linie hilft es, viel zu trinken, um die Erreger der Entzündungen regelrecht auszuschwemmen. Auch Wärme ist förderlich, weshalb der vierbeinige Patient am besten auf einer Decke statt auf dem Steinboden und nicht in der Zugluft liegen sollte.

Es gibt auch Kräuter, die die Harnproduktion ankurbeln und die Ursachen der Blasen- und Nierenprobleme auf natürliche Weise regulieren. Sogar ältere Hunde können mit Kräutern unterstützt werden, wenn sie den Harn immer schlechter halten können.

  • So erhöhen Löwenzahnkraut und -wurzeln den Harnfluss. Wie bei einer Entschlackungskur werden die Giftstoffe aus dem Körper gespült.
  • Zudem werden Ackerschachtelhalm, Brennnessel, Birkenblätter, Hauhechel, Goldrute, Mariendistel und Melisse in der Naturmedizin eingesetzt, um den Harnfluss zu verbessern.

Man kann die Kräuter getrocknet unter das Hundefutter mischen oder auch als Tee verabreichen. Am besten lassen Sie sich beim Tierarzt oder Heilpraktiker beraten, welche Kräutermischung für Ihren Hund die richtige ist.



Nervosität und Schlafstörungen bei Hunden



Haben Sie einen vierbeinigen Zappelphilipp zu Hause? Unruhe bei Hunden - Kräuter helfen ...

Wenn Ihr Hund abends nicht zur Ruhe kommt oder nachts durch die Wohnung tappt, kann das verschiedene Ursachen haben: Vielleicht ist er tagsüber nicht ausgelastet und braucht mehr Bewegung, vielleicht muss er aber auch nachts nochmal raus oder hat Schmerzen. Besonders wenn ein erwachsener Hund bisher nachts ruhig durchgeschlafen hat, sollten Sie mit Ihrem Tierarzt über mögliche Ursachen für sein verändertes Verhalten sprechen.

Verhält sich ein Welpe unruhig, so sollten Sie als Erstes seinen Schlafplatz überprüfen: Gut ruht es sich in einem angenehmen Umfeld mit Bettchen oder Decke. Manche fühlen sich auch in einem Kennel geborgen, in dieser dunklen Höhle können sie besser abschalten. Abendliche Rituale vor dem Schlafen wie ein letzter Spaziergang gegen jungen Hunden zusätzlich Sicherheit.

Manche Hunde sind einfach von Natur aus keine Helden, neue Situationen bedeuten für sie puren Stress. Allen diesen „Angsthasen“ können Sie mit Kräutern die Nerven stärken – Sie tun auch sich damit etwas Gutes, denn gestresste Hunde sind schwer ansprechbar und entwickeln sich im schlimmsten Fall zu Angstbeißern.

Positiven Einfluss nehmen beispielsweise

  • Baldrian und Passionsblume auf die Psyche.
  • Lindenblüten und Ysop sind traditionell bei Unruhe und Schlafproblemen hilfreich.
  • Zitronenmelisse wirkt beruhigend bei Nervosität und hilft gleichzeitig bei Blähungen und Magen-Darm-Problemen.

Alle diese Kräuter können Sie getrocknet unters Hundefutter mischen oder in Form von Tee verabreichen. Am besten fragen Sie Ihren Tierarzt oder Heilpraktiker.

Lassen Sie sich vor allem auch in Bezug auf die Menge beraten, denn viele Pflanzen entfalten ihre heilsame Wirkung in geringen Dosen, wird zu viel verabreicht, sind sie teilweise giftig. Besondere Umsicht sollten Sie bei trächtigen Hündinnen und Hunden mit Allergien oder Vorerkrankungen wie Epilepsie walten lassen.

Quelle: Dehner Magazin 1/2016, 2/2016, 3/2016, 4/2016