Kamelie (Camelia) im Portrait

Kamelie Ratgeber Portrait

Schwierig? Schwierig gibt es nicht! Kamelien haben zwar ihre eigenen Ansprüche. Werden diese erfüllt, erfreut die unterkühlte Schönheit jedoch mit ihrem eigenen Liebreiz und zeigt was in ihr steckt.

Blüten, die den Winter zum Frühling machen

Wer hätte je gedacht, dass die Vorliebe für Tee solch eine Augenweide in Wintergärten bzw. ins Zimmer bringt? Beheimatet war die Kamelie in Ostasien. In Japan und China wurde sie seit Jahrhunderten kultiviert und das Geheimnis zur Teegewinnung bestens gehütet.

Besonders die einfachblühenden Arten der Kamelie stehen symbolisch für Eleganz, Freundschaft und Harmonie.

Bereits um 1735 entdeckte der schwedische Botaniker Carl von Linné die Kamelien-Wildart Camellia japonica. Benannt wurde sie schließlich nach Georg Joseph Kamel, einem Naturkundler und Jesuitenpater.

Wunderschön, eine jede Kamelienblüte.

Während die Zierform der Kamelie, C. japonica, bereits im 18. Jahrhundert Einzug in u.a. Englische Gärten erhielt, behielt China noch lange seine Tee-Monopolstellung. Denn hierfür wurde und wird die Camellia sinensis angebaut.

Züchterische Erfolge

Im 19. Jahrhundert war Europa von Kamelien überschwemmt. Sie waren praktisch in jedem „Haushalt“ zu finden. Ende des Jahrhunderts brach dieser Boom bis nach dem 2. Weltkrieg ein. Ab da eroberte sie sich ihren Platz zurück.

Mit neuen Arten und Sorten, die teilweise winterhärter sind, hieß es auf zur zweiten Kamelienwelle. Tatsächlich zählt die Kamelie zu den dankbaren Zuchtpflanzen. Neue Sorten ergeben sich teils praktisch wie von selbst. Inzwischen gibt es immerhin 200 Arten und 30.000 Sorten, die das Gärtnerherz höher schlagen lassen.

Steckbrief

Pflanzenfamilie: Teestrauchgewächse (Theaceae)

Standort: Meist wird die Kamelie in diesen Breiten als Zimmerpflanze bzw. in einem kalten Wintergarten kultiviert. Aber auch im Freien kann sie in wärmeren Gegenden stehen. Wichtig ist hierbei ein entsprechender Winterschutz.

Pflanzensubstrat: Möchten Sie Ihre Kamelie auspflanzen oder umtopfen ist ein kalkfreies Substrat zu empfehlen. Gut geeignet sind Erden mit einem sauren pH-Wert (z.B. Rhododendronerde). Mit einer Drainage können Sie Staunässe vermeiden.

Blütezeit: Januar–April

Pflegetipps: Entfernen Sie verblühte Blüten durch ausknipsen. Sie sehen unschön aus und beginnen bei Nässe zu faulen. Die Nachblüte bei Chrysanthemen ist umso schöner.

Wassergaben: Vermeiden Sie Staunässe und damit Fäulnis; achten Sie dennoch darauf, dass sie ausreichend gewässert werden – sie haben stets großen Durst.

Temperatur: Kamelien müssen im Winter vor voller Sonne und Frost geschützt werden. Pflanzen, die im Haus stehen, möchten keine direkte Sonneneinstrahlung. Ideal sind deshalb das Ost- oder auch Westfenster. Während der Blüte sollte die Kamelie nicht zu warm stehen. In frostfreien Räumen unter 16 °C fühlen sie sich besonders wohl.

Düngung: Gedüngt wird ab dem Frühjahr bis zum August.

Schnitt: Generell werden Kamelien nur ausgelichtet. Der beste Schnittzeitpunkt ist direkt nach der Blüte.

Besonderheit: Wird Ihnen Ihre Kamelie zu groß, können Sie diese auch kräftiger in das alte Holz zurück schneiden. Sie treibt aus den so genannten schlafenden Augen erneut aus.

Hinweis: Kamelien benötigen eine Winterpause. In dieser Zeit wird weniger gegossen und nicht gedüngt. Halten Sie die Ruhephase nicht ein, bilden sich keine Blütenknospen.

Sortenübersicht der Dehner-Schönheiten