Wissenswertes: Bonsai fürs Zimmer


Ursprünglich stammte die Tradition der Bonsaikultur aus Fernost. Nach und nach eroberte sie auch unsere Breiten. Das Wort "Bonsai" besteht aus den beiden Wörtern "bon" (Schale) und "sai" (Pflanze). Pflanzen werden also in Schalen gezogen bzw. gehalten und gepflegt. Die „Miniaturbäume“ haben inzwischen viele Freunde und Anhänger gewonnen.

Allgemeines

Generell wird versucht ein harmonisches Miteinander von Stamm, Ästen, Blättern und Schale zu erlangen, die dem Ebenbild in der Natur ähneln. Als Zimmerbonsai eignen sich vor allem Pflanzen aus tropischen bzw. subtropischen Gebieten wie die Chinesische Ulme oder der Szechuanpfeffer.

Standort

Bonsais benötigen im Allgemeinen viel Licht (ohne direkte Sonne) und einen gut belüfteten Standort. Bei zu trockener Luft (z.B über Heizkörpern) finden viele Schädlinge sehr gute Lebensbedingungen.

Es wird zwischen zwei Temperaturbereichen unterschieden. So gibt es “Warmhaus-Pflanzen”, die ganzjährig bei 18–22°C im Zimmer stehen können und “Kalthaus- Pflanzen”, welche eher für kühlere Räume und Wintergärten (10–16°C) geeignet sind. Letztere sollten nach Möglichkeit über Sommer ins Freie, müssen aber unbedingt vor der ersten kalten Nacht wieder ins Haus geholt werden.

Bonsai 'Ginseng' - ein imposantes Erscheinungsbild.

Pflanzen für den Warmhausbereich

Pflanzen für den Kalthausbereich

  • Olive (Olea europaea)
  • Mastistrauch (Pistacia lentiscus)
  • Steineibe (Podocarpus)
  • Junischnee / Baum der 1000 Sterne (Serissa foetida)
  • Chinesische Ulme (Ulmus parviflora)
  • Szechuanpfeffer (Zanthoxylum piperitum)
  • Japanische Stechpalme (Ilex crenata)
  • Liguster, verschiedene Arten (Ligustrum)

Pflege für die Kleinen

Die Pflege eines Bonsais ist leichter als es auf den ersten Blick scheint.

Damit Sie lange Freude an Ihrem Baum haben, beachten Sie bitte zusätzlich zum Standort folgende Pflegetipps:

Wasserbedarf


Bonsais werden i. d. R. nicht mit einer Gießkanne gegossen, sondern getaucht.

Zimmerbonsai werden nicht durch Wassermangel klein gehalten. Wie bei allen Pflanzen entstehen bei Wassermangel sehr schnell Trockenschäden.

Da die meisten Bonsai mit, in Relation zu Ihrem Alter, sehr wenig Erde auskommen müssen, müssen Sie häufiger mit Wasser versorgt werden als normale Zimmerpflanzen. Immer wenn sich die Erde trocken anfühlt, sollten Sie Ihren Bonsai gießen oder besser tauchen. Die Erde darf nie vollkommen austrocknen.

Empfehlenswert ist es hierbei, den Bonsai mitsamt der Schale für zehn Minuten in ein Wasserbad zu stellen, so dass sich die Erde vollsaugen kann. Lassen Sie ihn danach abtropfen und stellen ihn zurück an seinen Platz. Vermeiden Sie aber unbedingt Staunässe!

Düngung

Nur durch ausreichende und regelmäßige Düngung erhalten Sie Ihren Bonsai gesund. Die genaue Dosierung entnehmen Sie bitte der Packungsangabe. Gedüngt wird mit dem speziellen Dehner Bonsai-Dünger.

Die Kunst der Gestaltung

Damit ein Bonsai ein Bonsai ist und bleibt, sind Schnittmaßnahmen notwendig.

So verpassen Sie Ihrem "Miniaturbaum" den richtigen Schnitt und das passende Aussehen:

Schnitt

Durch das Schneiden geben Sie dem Bonsai seine Form und erhalten diese später. Kürzen Sie hierzu die Neutriebe bis auf ca. zwei Blattachseln (”Augen”) ein, an der Schnittstelle wird die Pflanze verzweigen.

Versuchen Sie möglichst, einzelne Astpartien schön herauszubilden, d.h. lassen Sie nicht zu viele Äste stehen, sondern entfernen Sie die übrigen komplett.

Auslichtungsschnitt

Insbesondere bei älteren Exemplaren muss alle zwei bis drei Jahre ein kräftiger Rückschnitt stattfinden, um die Lebenskraft des Baumes zu erhalten. Zu dichte, große Kronen vermindern den Lichteinfall, so dass es zu Kahlstellen kommen kann. Daher sollte der Baum kräftig

Schnitt-Schnapp, der Bonsai bleibt in Form.

zurückgeschnitten werden. Scheuen Sie sich hierbei auch nicht, ab und zu ins alte Holz zu schneiden.

Drahten

Wenn Schnittmaßnahmen nicht ausreichen, um den Baum in die gewünschte Form zu bringen, kann mit Bonsai-Draht nachgeholfen werden. Insbesondere Äste und Zweige können hiermit gestaltet werden. Wickeln Sie ein Ende des Drahtes um den Stamm bzw. Ast von dem der zu gestaltende Ast abzweigt und winden Sie dann den Draht spiralförmig um den betreffenden Zweig. Der Draht sollte etwa ein Drittel so dick sein wie der Ast, den Sie drahten wollen.

Hinweis: Achten Sie bitte darauf, dass der Draht entfernt wird, bevor er einwächst.