Kletter- und Schlingpflanzen


Schling- und Kletterpflanzen sind beliebte Ergänzungen zum „normalen“ Beet- und Terrassenblumen-Sortiment. Sie begrünen Wände und Pergolen sowie Rankbögen und Kletterhilfen, die den Garten oder die Terrasse verschönern.
Allgemeines

Geschütze Flächen zum Entspannen, Rückzugsorte zum Verweilen und Kraft tanken – wer wünscht sich dies nicht. Das Bedürfnis nach Schutz, einer Atmosphäre zum Wohlfühlen, kannten bereits unsere Vorfahren. Schon vor 4000 Jahren nutzten z.B. die Ägypter rankenden Wein, um ihre Gärten zu verschönern und gleichzeitig Sitzplätze mit Sonnen-, Wind-, und Sichtschutz zu schaffen.

Auch im Mittelalter und der Renaissance waren Kletterpflanzen ein wichtiger Bestandteil der Gartengestaltung. Heute schaffen sie „grüne Zimmer“ im Freien, auf dem Balkon, der Terrasse wie auch auf separat gestalteten Sitzflächen.

Gruppen der Kletterpflanzen

Jede Kletterpflanze klettert anders. Im Zuge ihrer Entwicklung haben sie unterschiedliche Pflanzenteile und Techniken entwickelt, um sich in die Höhe bzw. ans Licht zu ziehen.

Diese Kletterarten gibt es:

  • Selbstklimmer wie Efeu und Wilder Wein. Diese Kletterpflanzen halten sich mit Haftwurzeln oder Haftscheiben fest und können dadurch überall in die Höhe ranken.
  • Schling- oder Rankpflanzen wie z. B. Clematis, Blauregen, Geißblatt, Knöterich oder Pfeifenwinde. Durch schlingende Triebe oder Blattstiele klettern diese Kletterpflanzen und benötigen ein Gerüst, an das sie sich klammern können.
  • Spreizklimmer wie Rosen, Winden, Jasmin und Feuerdorn. Sie wachsen durch andere Pflanzen hindurch und halten sich mit Stacheln (Rose) oder Triebverlängerungen (Jasmin) fest. Im Garten brauchen sie ein Gerüst, an dem sie emporranken können und müssen von Zeit zu Zeit daran angebunden werden .

Einjährige Schling- und Kletterpflanzen

Eine Auswahl an Schling- und Kletterpflanzen haben wir in der folgenden Tabelle für Sie zusammengestellt:

NameStandortGruppeWuchshöhe / Rankhilfe

Edelwicke

(Lathyrus odoratus)

Bildquelle: Dieter Schütz /pixelio.de

Sonne, geschützt Ranker 150–200 cm / ja

Glockenrebe

(Cobaea scandens)

Sonne Ranker 200–300 cm / ja

Kapuzinerkresse

(Tropaeolum peregrinum)

Sonne Ranker bis zu 40 cm / ja

Rosenkelch, Purpurglockenwein

(Rhodochiton atrosanguineus)

Sonne, warm Ranker bis zu 150 cm / ja

Schwarzäugige Susanne

(Thunbergia alata)

Sonne, Halbschatten Schlinger / Winder bis zu 150 cm / ja

Trichterwinde

(Ipomoea-Hybride)

Sonne Schlinger / Winder 200–300 cm / ja

Mehrjährige Schling- und Kletterpflanzen

In der folgenden Tabelle finden Sie eine Vielzahl an verschiedenen Schling- und Kletterpflanzen:


NameStandortGruppeWuchshöhe / Rankhilfe

Blauregen, Glyzinie

(Wisteria sinensis)

Sonne Schlinger / Winder 6–8 m / ja

Efeu

(Hedera helix)

Sonne, Halbschatten, Schatten Haftwurzelkletterer 300–500 cm / nein

Geißblatt

(Lonicera i. S. und Arten)

Sonne, Halbschatten Schlinger / Winder 400–600 cm / ja

Hopfen

(Humulus lupulus)

Sonne,
warm
Schlinger / Winder bis zu
400 cm / ja

Kletter-Hortensie

(Hydrangea anomala ssp. petiolaris)

Halbschatten, Schatten Haftwurzelkletterer 200–300 cm / nein

Kletterrose

(Rosa i. S. und Arten)

Sonne Spreizklimmer 200–350 cm / ja

Klettertrompete

(Campsis radicans)

Sonne, geschützt Haftwurzelkletterer 400–800 cm / nein

Knöterich

(Fallopia baldschuanica)

Sonne Schlinger / Winder 8–12 m / ja

Pfeifenwinde

(Aristolochia macrophylla)

Sonne, Schatten Schlinger / Winder 1520 m / ja

Waldrebe

(Clematis i. S. und Arten)

Sonne, Halbschatten Ranker 200–400 cm / ja

Wilder Wein

(Parthenocissus i. S. und Arten)

Sonne, Halbschatten Haftwurzelkletterer 100–150 cm / nein

Winter-Jasmin

(Jasminum nudiflorum)

Sonne, Halbschatten Spreizklimmer 200–300 cm / ja
Anzucht der Kletterer

Möchten Sie Ihre Schling- und Kletterpflanzen auf dem Fensterbrett oder in einem Frühbeet vorziehen, gelingt dies relativ leicht bei Einjährigen Pflanzen. Auch aus Saatgut gezogene Kletterpflanzen wie: die Schwarzäugige Susanne, Wicken, Winden, Kapuzinerkresse und Feuerbohnen erfreuen mit einer üppigen Blütenfülle.

Mit dem Vortreiben begonnen werden kann je nach Gattung bereits ab Februar. Den genauen Aussaat- zeitpunkt können Sie gerne den Artikelinformationen des jeweiligen Saatguttütchens entnehmen.

Die Schwarzäugige Susanne lässt sich auch sehr gut selbst ziehen.
Pflanzzeit

Die beste Zeit, um Schling- und Kletterpflanzen zu pflanzen, ist das Frühjahr oder der Herbst. Pflanzen Sie im Herbst, können Sie bereits im nächsten Jahr einen üppigen Austrieb erleben und die Farbenpracht Ihrer Kletterer bewundern. Aber auch im Sommer können Sie die Kletterspezialisten in Ihren Garten pflanzen. Gießen Sie regelmäßig und ausreichend, dann ist das Anwachsen der Pflanzen auch bei warmen Temperaturen kein Problem.

Eine Ausnahme bilden die einjährigen Kletterpflanzen wie Schwarzäugige Susanne oder Kapuzinerkresse. Diese sind frostempfindlich und werden daher im Mai, nach den letzten Frösten gepflanzt.

Pflanzung

Da die meisten Kletterpflanzen an extra dafür vorgesehenen Gerüsten oder Pergolen wachsen sollen, stellen Sie diese als erstes auf. Sorgen Sie dafür, dass die Gerüste fest im Boden stehen. Danach heben Sie das Pflanzloch für die Pflanze aus. Je nach Größe des Wurzelballens sollte es 40–50 cm tief sein.

Bei schweren, lehmigen Böden empfehlen wir eine Drainageschicht aus Kies oder Blähton auf dem Boden des Pflanzlochs auszubringen. So sind Ihre Pflanzen vor Staunässe geschützt. Setzen Sie nun die Pflanze in das Pflanzloch und füllen Sie das Loch mit Erde auf, wir empfehlen den Aushub mit Dehner Pflanzerde Gärtnerqualität zu mischen. Abschließend die Erde leicht antreten und gut wässern. Nun binden Sie die unteren Triebe an das Rankgerüst, um der Pflanze die Wuchsrichtung anzuzeigen.

Je nach Art der Wuchsform rankt diese nun selbstständig am Gerüst hinauf, oder Sie müssen sie von Zeit zu Zeit am Gerüst festbinden.

Haus- und Fasadenbegrünung rauf und runter

Als Fassaden- und Wandbegrüner verschönern Schling- und Kletterpflanzen Häuser und Terrassen und haben darüber hinaus noch weitere positive Effekte.

An Häuserwänden bilden die Kletterpflanzen gewissermaßen eine zweite Haut. Die Äste und Zweige wachsen zwar direkt an der Wand, die Blätter jedoch stehen von der Wand ab. So bildet sich in den Zwischenräumen ein isolierendes Luftpolster. Im Sommer hält es die Wärme von außen ab und sorgt so dafür, dass die Aufheizung gemindert wird. Zusätzlich wird an warmen Sommertagen die Umgebungsluft gekühlt, da über die Blattoberflächen ständig Wasser verdunstet.

Hoch hinaus! Kletterpflanzen begrünen Fassaden & Co. optimal.

Im Winter wird bei immergrüne Kletterpflanzen (wie z.B. Efeu) kalte Luft von der Wand abgehalten, so dass die Außenwände nicht so schnell auskühlen und es im Haus wärmer bleibt. Des Weiteren haben die Hauskletterer auch einen ökologischen Nutzen. In dem dichten Blättergeflecht finden viele Kleintiere Unterschlupf und Vögel einen Platz für ihr Nest. Außerdem produzieren die Pflanzen Sauerstoff und filtern Staub aus der Luft.

Pflege

Wasserbedarf


Kletterpflanzen benötigen vor allem an heißen Tagen zusätzliche Wassergaben.

Der Wasserbedarf von Kletterpflanzen unterscheidet sich nicht von dem anderer Pflanzen in Ihrem Garten.

Staunässe sollte prinzipiell vermieden werden. Gießen Sie Ihre Pflanzen regelmäßig und ausreichend, also bei jedem Gießgang so, dass die Erde ganz durchfeuchtet wird. So wird auch das Wurzelwachstum angeregt und die Wasseraufnahme verbessert.

Düngung


Natürlich düngen mit dem Bio-Naturdünger von Dehner.

Zur Versorgung Ihrer Kletterpflanzen mit Nährstoffen können Sie Universaldünger verwenden. Anders als z.B. bei Zitruspflanzen oder Kübelpflanzen gibt es keine speziellen Dünger.

Mit dem Dehner Zierpflanzendünger, Dehner Blumendünger mit Guano oder Dehner Naturdünger mit Guano sind Ihre Pflanzen, v.a. einjährige Schlinger, die in einem Jahr enorme Wuchs- und Blühleistungen erbringen, auf jeden Fall ausreichend mit den wichtigsten Nährstoffen versorgt.

Schnitt


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Der Rückschnitt bei Schling- und Kletterpflanzen richtet sich nach der jeweiligen Wuchsstärke. Schwach wachsende Arten wie Kletterhortensien benötigen nur dann einen Auslichtungsschnitt, wenn sie für den vorgesehenen Standort zu groß werden.

Stark wachsende Arten wie Knöterich, Klettertrompete und Blauregen werden im Winter an den einjährigen Trieben kräftig eingekürzt (bis auf zwei bis drei Knospen), um einen guten Neuaustrieb im nächsten Jahr zu erreichen. Einjährige Kletterpflanzen benötigen keinen Rückschnitt.

Clematis werden je nach Blütezeitpunkt in unterschiedliche Rückschnittgruppen eingeteilt:

  • Rückschnittgruppe 1: Schnitttermin Mai–Juni, nach der Blüte. Für zahlreiche Wildarten und Sorten, wie Clematis alpina und Clematis montana. Diese Clematis werden nur bei Bedarf, z.B. um einem Vergreisen vorzubeugen, auf das gewünschte Maß geschnitten. Möglich ist auch ein Teilrückschnitt, der sich nur auf einige Triebe beschränkt.
  • Rückschnittgruppe 2: Schnitttermin November–Dezember. Für Clematis-Hybriden, die zweimal im Jahr blühen. Alle Triebe um die Hälfte einkürzen, oder bei älteren Pflanzen etwa einen Meter über dem Boden abschneiden. Zusätzlich bringt ein leichter Sommerschnitt im Juni eine optimale Spätsommerblüte. Dabei werden die Fruchtstände der ersten Blüte zusammen mit dem darunter liegenden Blattpaar entfernt. Nach circa 6 Wochen kommt es zu einer neuen üppigen Blüte.
  • Rückschnittgruppe 3: Schnitttermin November–Dezember. Für Hybriden und Wildarten, die ausschließlich im Sommer blühen, wie z.B. Clematis Hybride Jackmanii. Clematis jährlich bis auf 20–50cm über dem Erdboden zurückschneiden.