Attraktive Kiesgärten


Als die englische Gartendesignerin Beth Chatto aus einer Not heraus ihren Kiesgarten anlegte, ahnte sie sicherlich noch nicht, welch großen Anklang diese Art der Gartengestaltung finden würde. Die Idee mit Schotter, Kies und Pflanzen einen faszinierenden Kontrast zu schaffen, war geboren.
Inhaltsverzeichnis:
Allgemein

Bereits in der asiatischen Kultur wurde der „Stein“ als Mittel zur naturgetreuen Gestaltung harmonischer Gärten genutzt. Während Kies in wellenförmig gezogenen Bahnen oder Kreisen das Wasser symbolisierte, standen Findlinge beispielsweise für Berge oder ganze Gebirgsketten. Auch in Europa können die Gestaltungselemente Kies, Schotter & Co. bereits auf eine lange Tradition zurück blicken. Während des Barocks galt Kies als das Gestaltungsmittel schlechthin. Ab dem 19. Jahrhundert erfreute sich schließlich der Steingarten größter Beliebtheit. Mit ihm erhielten typische Pflanzen aus dem alpinen Bereich wie Edelweiß, Silberdistel und Enzian Einzug in die Gärten.

Nie aus der Mode gekommen - Kiesgärten mit Tradition.

Später folgte das Kiesbeet mit relativ unspektakulären Schotterflächen. Der Clou dieses Gestaltungstils lag lediglich bei der Auswahl der passenden Pflanzen.

Heutzutage - in Zeiten des Klimawandels gilt es Wasser zu sparen und mit heißen, eher trockenen Verhältnissen wie auch dem Stadtklima umzugehen. Mit einem geringen Maß an Pflege und trockenheitstoleranten Stauden, Gehölzen und Gräsern zählt der Kiesgarten inzwischen zu ganzjährig reizvoll gestaltbaren Gartenbereichen.

Unechte und echte Kiesgärten

Nicht jeder vermeintliche Kiesgarten ist ein „echter“ Kiesgarten. Häufig werden Steine auch nur als Mulchschicht aufgebracht. Ist der Boden aus optischen Gründen oder zum Schutz vor Unkräutern und Erosion mit Splitt, Kies oder Schotter abgedeckt, ist jedoch noch längst keine Rede von einem Kiesgarten. Hier wachsen vergleichsweise zu Kiesgärten, Pflanzen in normalem, nährstoffreichem Gartenboden mit höherem Wasserbedarf.

In einem „echten“ Kiesgarten wachsen trockenheitsverträgliche Pflanzen, die zugleich mit Hitze bzw. auch einem Stadtklima zurechtkommen. Am besten geeignet ist ein Platz mit Südausrichtung vor einer Hauswand mit wärmender Rückstrahlung der Mauer. Auch süd-/südwest-Ausrichtungen in Hanglage bieten gute Rahmenbedingungen. Die Böden sollten durchlässig und mager sein. Generell sind trockene Standorte mit niedrigen Niederschlagsmengen besser geeignet, um ein Faulen der Wurzeln zu vermeiden.



Dehner-Tipp:

Wählen Sie aus einer breiten Palette an Kies (2­–16 mm), Schotter (0­–5 mm, gebrochener Stein, feiner) und Splitt (2­–32 mm, scharfe Kanten) die passenden Steine für Ihren Garten. Unsere Mitarbeiter vor Ort beraten Sie gerne.

Bodenvorbereitung

Je nachdem welche Bodenart vorhanden ist, muss der Boden auf die Bedürfnisse der an sich anspruchslosen Pflanzen vorbereitet werden. Während sandige und steinige Böden eine hohe Wasserdurchlässigkeit besitzen und im Prinzip direkt bepflanzt werden können, muss bei Lehm- bzw. Tonböden der Boden ca. 30 cm tief ausgetauscht werden.

Lockern Sie anschließend die Pflanzgrube bzw. die Fläche, die bepflanzt werden soll. Können Sie direkt in den Oberboden pflanzen, achten Sie bitte darauf, dass er zu 70-90% aus mineralischem Anteil besteht. Möchten Sie eine Bodenaustausch vornehmen, bietet sich eine Mischung aus etwa zwei Drittel Schotter oder Kies, ein Drittel Sand und 10–30% organischem Anteil an.

Pflanzung und Mulchschicht


Bereits eingewachsene Kiesgartenpflanzen - ein tolles Bild.

Sowohl im Frühjahr als auch im Herbst können Sie Ihren Kiesgarten bepflanzen. Haben Sie die Wahl pflanzen Sie bevorzugter Weise im Frühjahr oder Vorsommer. Ihre Pflanzen können sich dann noch bestens etablieren und für den kommenden Winter wappnen.

Bereits ab März/April erhalten Sie bei Dehner eine kunterbunte Auswahl an Pflanzen, die sich für Kiesgärten eignen. Möchten Sie Bienen, Hummeln und andere Insekten unterstützen, greifen Sie vor allem auch auf blühende Arten zurück. Sie stellen eine wichtige Nahrungsquelle zu Beginn des Jahres dar.

Je nachdem wie groß Ihr Beet ist, bietet es sich an, einen Pflanzplan zu entwerfen. Wichtig sind Strukturbildner wie Gehölze oder höhere Stauden, Begleitpflanzen wie mittelhohe Stauden oder Gräser und niedrig wachsende Pflanzen. Setzten Sie Ihre Pflanzen nicht zu dicht. Als Faustregel gilt: 9–11 Pflanzen/Quadratmeter genügen völlig. Kleine Tuffs aber auch größere Lücken verleihen dem Kiesgarten seine besondere Ausstrahlung.

Bevor Sie Ihre neu erworbenen Pflanzen ins Kiesbeet setzen, wässern Sie sie nochmals ordentlich, durchtrennen Sie das evtl. teils verfilzte Wurzelwerk, entfernen Sie die oberste Erdschicht – damit keine Unkrautsamen eingetragen werden und pflanzen Sie Ihre Kiesgartenpflanzen ein.

Möchten Sie zum Schluss noch eine farbige oder spezielle Mulchschicht aus Kies oder Splitt aufbringen, setzen Sie Ihre Pflanzen etwas höher und nicht bündig mit dem Erdreich. Vorteil einer solchen Schicht ist die Verringerung der Verdunstung von Bodenwasser, der Schutz vor Erosion und Einzug von Unkräutern.



Dehner-Tipp:

Wässern Sie Ihr Beet einige Male zum Abschluss der Pflanzung und zu Beginn. So ermöglichen Sie Ihren Pflanzen einen schnelleren Bodenschluss.

Pflanzenauswahl nach Lebensbereichen

Bei der Auswahl der Pflanzen ist vor allem deren Lebensbereich zu beachten. Gut geeignet sind Arten für „Steinanlagen“, „Steppenheide“, „Fels-Steppe“ und „trockene Freiflächen“. Die Standortansprüche dieser Pflanzen passen mit den Gegebenheiten im Kiesgarten überein.



Dehner-Tipp:

Häufig erkennen Sie geeignete Pflanzenarten bereits an der Ausfärbung oder Beschaffenheit der Blattflächen. Die Blätter sind kleiner, meist grau bzw. silbern oder bläulich.

Steppenheide

Trockene Freiflächen können mit reichlich Gesteinsmaterial und den Verzicht auf zusätzliche Humusgaben in karge Steppenheiden verwandelt werden. Gerade in diesem Bereich stehen gärtnerisch verbesserte Sorten zur Auswahl.

Zwiebelpflanzen

 Blaustern

 (Scilla peruviana)

  Quelle: Maja Dumant

  / pixelio.de

 Zwerg-Iris

 (Iris reticulata)

Stauden

 Berg-Steinkraut

 (Alyssum montanum)

 Ehrenpreis `Rocket Power`

 (Veronia spicata `Rocket Power`)

 Fackellilie

 (Kniphofia uvaria)

 Katzenpfötchen

 (Antennaria diocia)

 Kriechendes Schleierkraut

 (Gypsophila repens)

 Küchenschelle

 (Pulsatilla vulgaris)

 Quelle: Rosel Eckstein / pixelio.de

 Nachtkerze `Siskyou`

 (Oenothera spec. `Siskyou`)

 Teppich-Glockenblume

 (Campanula portenschlagiana)

 Woll-Ziest

 (Stachys byzantina)

Gräser

 Blauschwingel

 (Festuca glauca)

 Federgras

 (Nasella tenuissima)

 Schwingel

 (Festuca cinerea)

Robuste Farbvielfalt

Bei der Gestaltung dieses Kiesgartens wirken vor allem buntlaubige oder blühende Pflanzen. Sie können in reinem Schotter stehen ohne Oberbodenanteile.

Zwiebelpflanzen

 Danford-Schwertlilien

 (Iris danfordiae)

 

 Kaiserkrone

 (Fritillaria imperialis)

 Milchstern

 (Ornithogalum dubium)

 

 Winterling

 (Eranthis hyemalis)

Stauden

 Bartblume

 (Caryopteris cladonensis)

 Berg-Steinkraut

 (Alyssum montanum)

 Grasnelke

 (Armeria maritima)

 Ehrenpreis `Rocket   Power`

 (Veronia spicata `Rocket Power`)

 Hauswurz

 (Sempervivum)

 Hohes Eisenkraut

 (Verbena bonariensis)

 Kugeldistel

 (Echinops ritro)

 Küchenschelle

 (Pulsatilla vulgaris)

 Quelle: Rosel Eckstein / pixelio.de

 Palmlilie

 (Yucca filamentosa)

 Rispen-Steinbrech

 (Saxifrage paniculata)

 Steinsame

 (Lithodora diffusa)

Gräser

 Blauschwingel

 (Festuca glauca)

 Federgras

 (Nasella tenuissima)

 Schwingel

 (Festuca cinerea)

Sträucher

 Besenginster

 (Cytisus scoparius)

 Wacholder in Sorten

 (Juniperus)

Mediterraner Stil

Mediterranes Flair mit Urlaubsfeeling verschafft eine Pflanzung, die sich aus verschiedenen Arten des Mittelmeerraums zusammensetzt. Ins Auge springt hier vor allem die eher silbrig-graue Belaubung der Pflanzen, die hoher Sonneneinstrahlung hervorragend angepasst ist.

Stauden

 Blaukissen

 (Aubrieta-Hybriden)

 Buntblatt-Salbei

 (Salvia officinalis)

 Hauswurz

 (Festuca cinerea)

 Lavendel

 (Lavandula angustifolia)

 Palmlilie

 (Yucca filamentosa)

 Thymian

 (Thymus citrodorus)

 Woll-Ziest

 (Stachys byzantina)
Gräser

 Blauschwingel

 (Festuca glauca)

 Federgras

 (Nasella tenuissima)

 Schwingel

 (Festuca cinerea)

Sträucher

 Muschelzypresse `Nana Gracilis`

 (Chamaecyparis obtusa`Nana Gracilis`)

Duftende Steingärten

Luftig, locker und beschwingt wirkt diese Pflanzung. Sie setzt sich aus kleinlaubigen Stauden in Kombination mit zarten Gräsern zusammen. Die weißen oder blauen Blüten liefern schöne Kontraste. Auch wohlig duftende Begleitpflanzen schmücken diese Art der Kiesgärten.

Zwiebelpflanzen

 Hyazinthe

 (Hyacinthus orientalis)

 Riesen-Zierlauch `Globemaster`

 (Allium giganteum`Globemaster`)

Stauden

 Bartblume

 (Caryopteris cladonensis)

 `Heidegünsel `Rosenkugel

 (Origanum laevigatum-)Hybride `Rosenkuppel

 Lavendel

 (Lavandula angustifolia)

 Polster-Phlox

 (Phlox subulata)

 Salbei

 (Salvia officinalis)

 Steinsame

 (Lithodora diffusa)

 Thymian

 (Thymus)

Sträucher

 Blauraute, Silberbusch

 (Perovskia abortanoides)

 Frühlings-Tamariske

 (Tamarix parviflora)

  Quelle: Karl-Heinz Liebisch / pixelio.de

Auf Dauer schön: Pflegetipps und -tricks

Sind Ihre Pflanzen erst einmal eingewachsen, benötigen sie in der Regel keine zusätzlichen Wassergaben mehr. Einzig während heißer Sommerperioden kann eine angepasste Bewässerung notwendig werden. Zusätzliche Düngergaben sind nicht erforderlich. Im Gegenteil – Laub sowie andere organische Stoffe, die sich im Kiesbeet ansammeln, müssen entfernt werden. Werden sie zersetzt, erhalten Unkräuter & weitere unerwünschte Pflanzen einen Nährboden zum Wachsen. Ziehen oder stechen Sie Sämlinge gepflanzter Kiesgarten“bewohner“ oder Unkräuter baldmöglichst aus. Achten Sie dabei darauf, welche Pflanzen sich ausbreiten dürfen und welche Sie gerne in Schach halten möchten. Ein wichtiges Hilfsmittel zur Pflege eines Kiesgartens ist darüber hinaus eine scharfe Gartenschere. Mit dieser lässt sich nach dem Winter unansehnliches zurückschneiden. Nehmen Sie alle Pflanzenteile bis zum Neuaustrieb bzw. abgestorbenes zurück. Blatt- und Stängelrest, die im Beet verbleiben, bilden sonst wieder unerwünschte Humusmasse.