Hauswurz (Sempervivum) im Portrait

Hauswurz Ratgeber Portrait

In alten Landgärten war nicht nur Platz für bunte Blumenpracht – auch die Hauswurz war stets willkommen. Das anspruchslose Dickblatt-Gewächs fand sich zum einen auf den kargsten und trockensten Stellen zurecht, zum anderen sagte man ihm magische Kräfte nach.

Lang lebe die Hauswurz!

… oder auch der Besitzer! Denn eine Hauswurz auf dem Dach, auch „Donnerwurz“ genannt, sollte die Bewohner vor Blitzschlag schützen. Sogar Karl der Große schenkte dem Volksglauben Beachtung und wies alle Bauern des Landes an, sich eine Hauswurz aufs Hausdach zu pflanzen.

Unverzichtbar waren ebenso die Heilkräfte der Hauswurz – bereits Hildegard von Bingen empfahl sie bei Hautausschlag und offenen Wunden. Der frische Saft soll darüber hinaus eine kühlende, schmerzstillende und entzündungshemmende Wirkung besitzen. Als Tee getrunken helfe er, laut Pfarrer Kneipp, bei Magengeschwüren, Übelkeit und diene zur Blutreinigung.

Mit der Hauswurz lassen sich auch Gestecke perfekt in Szene setzen.


Dehner-Tipp:

Die Wirkung bei Insektenstichen können Sie selbst testen: Streichen Sie den Saft eines angeschnittenen oder zerquetschten Blattes auf die juckende Stelle, und der Reiz lässt merklich nach.

Züchterische Erfolge

„Immerlebend“, genau das bedeutet der botanische Name der Hauswurz. So können die Standortverhältnisse noch so schlecht sein, diese Pflanze lässt sich nicht unterkriegen. Sie verträgt Hitze, Trockenheit und sogar Kälte problemlos. Wer diese Staude erst einmal für sich entdeckt hat, kommt nicht mehr von ihr los. Bei immerhin 3000 Sorten wird es auf jeden Fall nicht langweilig.

Im Großen und Ganzen liegt das Augenmerk der Züchtung auf variierenden Wuchsformen, Rosettengrößen, Blattfarben und Rosetten mit oder ohne Behaarung. Gerade die charakteristischen Rosetten haben den Staudenpapst Karl Foerster veranlasst, dieser Steingartenpflanze auch den poetischen Namen Steinrose zu vermachen.



Dehner-Tipp:

Entdecken Sie die unterschiedlichen Arten und Sorten für sich. Sie werden überrascht sein, wie schön sich z.B. die Dächer von Müllhäuschen mit der Hauswurz gestalten lassen. Gärtnern Sie mit dieser Pflanze kreativ - sie fühlt sich nicht nur in Steingärten oder auf dem Dach wohl, sondern auch in Suppenkellen, leeren Konservendosen, Kuchenformen oder sogar in alten Schuhen.

Steckbrief

Pflanzenfamilie: Dickblattgewächse (Crassulaceae)

Standort: Die immergrüne Hauswurz kommt mit wenig sandiger Erde aus, sofern sie nur viel Sonne tanken kann.

Besonderheit: Diese Staude ist sehr genügsam und erfreut ganzjährig mit ihrer Attraktivität im Steingarten, auf Trockenmauern oder in flachen Schalen.

Blütezeit: Juni–Juli

Schmuck: Die Hauswurz gibt es mit grünen oder rötlichen Blättern, mit großen und kleinen Rosetten, 

glatt oder mit feinen, weißen Fäden überzogen.

Wassergaben: Gegossen werden muss sie kaum, denn sie speichert Regenwasser lange in ihren Blättern.

Temperatur: Tatsächlich vertragen diese Pflanzen Temperaturen bis – 20°C und erfreuen mit ihrer Winterhärte.

Hinweis: Wichtig ist ein wasserdurchlässiges Substrat, da Staunässe diesen Sukkulenten mehr schadet als nutzt.

Buntes Stilleben im Dehner-Sortiment:

Quelle: Dehner Magazin: 03/2013