Dachbegrünung: Grünes oben auf

Für das menschliche Auge und die Tierwelt sind bepflanzte Dächer eine wahre Oase. Sie bringen Grün und Entspannung ins Alltagsbild und schaffen neue Lebensräume für Insekten & Co. Welche Dächer zu bepflanzen sind und wie solch ein Aufbau funktioniert erfahren Sie hier…
Auf das Dach kommt es an

Nicht alle Dachkonstruktionen sind für alle Begrünungsarten (intensiv oder extensiv) gleichermaßen geeignet.

Während Kaltdächer (durchlüftete Dächer) ebenso wie Umkehrdächer meist nur für eine Extensivbegrünung geeignet sind, gibt es für Warmdächer (nicht durchlüftete Dächer) in der Regel keine Beschränkung. Hier können sämtliche Begrünungsarten gewählt werden.

Flachdächer sind bestens geeignet zur Begrüngung...

Was ist unter den jeweiligen Begrünungsformen zu verstehen?

Intensiv oder einfach intensive Dachbegrünung

Diese Art der Dachbegrünung benötigt zusätzliche Pflegemaßnahmen. Sie finden Einsatz auf Dachterrassen, Dachspielflächen & Co. Gehölze, Stauden usw. müssen gehegt und gepflegt werden. Je nach Pflanzenauswahl fallen die Pflegemaßnahmen stärker oder weniger stark aus. Je nach Witterung muss z.B. mit einem Regner oder einer Tropfbewässerung bewässert werden. Meist liegt die Aufbauhöhe zwischen 15 und 25 cm, das Flächengewicht liegt bei 1,5 und 3,0 kN/m².

Extensivbegrünung

Fällt die Wahl auf eine extensive Dachbegrünung, wird von einer naturnahen Bepflanzung gesprochen, die sich selbst erhält und eine geringe Pflege benötigt. Zusätzliche Bewässerungsmaßnahmen sind nur zu Beginn notwendig. Die Aufbauhöhe einer Extensivbegrünung beträgt ca. 6–15 cm, das Flächengewicht misst ca. 0,5 und 1,5 kN/m². Kräuter, Moose, Sedum-Arten liefern je nach Aufbauhöhe ein ansprechendes Bild.

Geeignete Dächer

Generell gibt es kaum eine Fläche, die nicht begrünt werden kann.

Eine besondere Art stellt die Dachbegrünung dar – in Frage kommen:

  • Carports
  • Garagen
  • Abdeckungen für Mülltonnen
  • Hausdächer

So könnten Ihre Dächer aussehen:



Dehner-Tipp:

Am einfachsten starten können Sie mit der Begrünung Ihres Mülltonnenhäuschens. Hier können Sie in jedem Fall sich selbst behelfen, die Pflanzen auswählen und Ihr eigenes Gründach schaffen.

Aufbau einer Dachbegrünung

Dächer können verschieden konstruiert sein. Sowohl in Punkto Dachneigung, Dachform, Dachfläche, Statik als auch Dämmung gibt es Unterschiede. Diese sind bei der Planung einer Dachbegrünung zwingend zu berücksichtigen. Nicht jedes Dach ist auf zusätzliche Dachlasten ausgelegt. Auch muss die Konstruktion bei den Themen Dachabdichtung- und Wurzelschutzbahnarbeiten sowie Dachneigung und damit Abrutschsicherungen beachtet werden.

So könnte der Aufbau der Dachbegrünung beim Kalt- und Warmdach aussehen:



Dehner-Tipp:

Interessieren Sie sich für eine Dachbegrünung, wenden Sie sich am besten bereits bei der Planung eines neuen Objekts (Garage, Carport, Hausbau) an Fachpersonen. Bei der Auswahl der Pflanzen stehen Ihnen unsere Mitarbeiter vor Ort gerne zur Verfügung.

Wann dürfen die Pflanzen aufs Dach?

Gut geeignet sind für die Ausbringung bzw. Pflanzung der Vegetation die Monate April–Juni und September–Anfang November. Pflanzenschnittlinge wie z.B. der Sedum-Arten können in dieser Zeit noch optimal anwurzeln. Auch Stauden, Gehölze usw. haben in den genannten Zeiträumen ausreichend Zeit sich zu etablieren.

Geeignete Pflanzen fürs schicke Grün der Intensiv- und Extensivbegrünung:

Deutscher NameBotanischer Name
Wilder Thymian Thymus serphyllum
Kleines Seifenkraut Saponaria ocymoides
großblütige Prunelle Prunella grandiflora
Wildmajoran Origanum vulgare
Storchschnabel Geranium robertianum
Wald-Erdbeere Fragaria vesca
Heide-Nelke Dianthus deltoides
Wiesenmagerite Chrysanthemum leucanthemum
Scabiosen-Flockenblume Centaura scabiosa
Pfirsichblätt. Glockenblume Campanula persicifolia
Knäuel-Glockenblume Campanula glomerata
Schnittlauch Allium schoenoprasum
Schafgarbe Achillea-Hybriden
Gehegt und gepflegt

Folgende Pflege- und Instandhaltungs-Leistungen sind je nach Bewuchs und Dachform 1–2 im Jahr (März/April und September-November) erforderlich. Sie können teils selbst ausgeübt oder müssen abgegeben werden. Bitte erkundigen Sie sich im Vorfeld welche Tätigkeiten Sie bei Ihrer Dachbegrünung selbst übernehmen können und welche in die Hände von Fachpersonal gehören.

Möchten Sie die Pflegearbeiten selbst übernehmen und sind ausreichend Sicherheitsvorkehrungen getroffen, geht es ans Werk.

Rücken Sie Fremdbewuchs zu Leibe

Unerwünschte Sämlinge von Gehölzen wie Weiden, Ahorn, Birken usw. sowie Beikräuter müssen am besten mit samt der ganzen Wurzel und unbedingt vor dem Aussamen entfernt werden. Gründachpflanzen wie Kräuter oder Gräser, die höher wachsen sind in regelmäßigen Abständen zu mähen.

Dachabläufe und Dachrinnen

Verunreinigungen müssen jährlich gesäubert werden, da sie sonst u.a. Rohre verstopfen können und überschüssiges Wasser nicht ablaufen kann.

Bewässerung der Dachpflanzen

Während Dächer mit einer extensiven Dachbegrünung selbst in heißen und trockenen Sommern wenig bis gar nicht bewässert werden müssen (abgesehen von der Anfangsphase), sieht das u.U. bei Dächern mit Intensivbegrünung anders aus. Hier heißt es bedarfsgerecht agieren und zusätzlich bewässern.

Weitere Tätigkeiten bei einer Intensivbegrünung

  • Rückschnitt der Pflanzen
  • Mulchen mit Schnittgut oder Rindenmulch
  • Laub entfernen
  • Winterschutzmaßnahmen bei empfindlichen Pflanzen
  • Kontrolle der Verankerungen


Dehner-Tipp:

Gehen Sie bei Ihren Pflegemaßnahmen mit Bedacht vor, damit Sie die Dachabdichtung und Wurzelschutzfolie nicht beschädigen und unnötige Reparaturarbeiten anfallen.

Pluspunkte einer Dachbegrünung
  • Dachabdichtung wird geschützt und deren Lebensdauer verlängert
  • Besseres Raumklima durch UV-Schutz und Regenwasserverdunstung im Sommer. Letzteres sorgt für ausreichend Abkühlung, so dass auf eine Klimaanlage verzichtet werden kann. Im Winter dämmt eine Dachbegrünung die darunter liegenden Räumlichkeiten und hält die Wärme zurück.
  • Siedlungsentwässerungen und Kläranlagen werden entlastet. Begrünte Dachflächen verdunsten mehr als die Hälfte des jährlichen Niederschlags.
  • Verbesserung des städtischen Klimas. Staub und Schadstoffe können aus der Luft gefiltert werden. Die Anzahl der versiegelten Flächen nimmt dank der Dachbegrünung ab.
  • Schaffung ökologischer Nischen für seltene Tier- und Pflanzenarten
  • In vielen Bundesländern wird der Bau begrünter Dächer gefördert. Am besten wird vor Baubeginn beim Bau-, Garten- oder Grünflächenamt nachgefragt.
  • Tolle Optik mit Langzeitwirkung