Wildobst – eine Vitaminbar im Garten


Es sieht hübsch aus, macht wenig Arbeit und nützt Mensch und Tier gleichermaßen – das Wildobst mit seinen leckeren essbaren Früchten. Auch die Blüten dieser Wilden haben ihren Reiz. Als Nahrungsquelle für Bienen sind die meist kaum bis gar nicht züchterisch bearbeiteten Gehölze von großer Bedeutung.
Allgemein

Schon immer hoch geschätzt liefern Wildobst wie Apfelbeere, Holunder, Kornelkirsche, Schlehe und Co. zahlreiche gesundheitsfördernde Inhaltsstoffe. An erster Stelle steht, neben Biophenolen, Mineralstoffen, Farbstoffen (Antioxidantien) und Pektinen das Vitamin-C. Tatsächlich enthalten einige der „Beeren“ sogar mehr Vitamin-C als die allseits gut bekannte Zitrone. Die ersten drei Plätze der Vitamin-C-Lieferanten belegen: Hagebutte (900-2000 mg/100 g), Sanddorn (200-1300 mg/100 g) und Eberesche (80-120 mg/100 g).

Wer Wildobst erntet, kann z.B. Marmelade, Saft oder Tee zubereiten. Auch lassen sich damit äußerst schmackhafte Liköre oder Weine ansetzene. Bleiben die Früchte am Strauch hängen, freuen sich Singvögel und auch andere Wildtiere über den kraftspendenden Leckerbissen.

Reife Früchte an Schlehen - warten Sie mit der Ernte bis nach dem ersten Frost.

Der passende Standort


In Hülle und Fülle: Leckere Maibeeren.

Ob auf locker humosen, lehmigen oder eher sandigen Gartenböden, die Wilden kommen fast überall zurecht. Weniger gut vertragen wird hingegen Staunässe bedingt durch beispielsweise verdichtete Böden.

Ein Platz an der Sonne, mit ausreichendem Abstand (1,50–2,00 m) unterstützt die Bildung großer, wohlschmeckender Früchte wie auch die Pflanzengesundheit.

Apfelbeeren, Zierquitten, Maibeerenund auch Kultur-heidelbeeren bevorzugen wie ihre wilden Geschwister einen leicht sauren bis neutralen Boden. Ist der Boden zu basisch (z.B. durch einen hohen Kalkgehalt),

kommt es häufig zu Eisenmangel. Füllen Sie in so einem Fall am besten Rhododendronerde in das größer gestaltete Pflanzloch.

Vielfalt an Wildobst-Arten

Wer die Wahl hat, hat die Qual. In der Tat gibt es eine große Anzahl an Wildobstgehölzen, die sich auch zur Anpflanzung im Garten hervorragend eignen.

Folgende Übersicht hilft bei der Entscheidung für das passende Wildobst in Ihrem Garten:

Pflanze Wuchsform  
Blütezeit Boden Befruchtersorte

Apfelbeere

bis 1,50 m Mai normal nein

Berberitze

1,50–2,00 m Mai–Juni anspruchslos nein

Eberesche

Bildquelle:

Karl-Heinz Liebisch / pixelio.de

5,00–8,00 m Mai–Juni normal nein

Felsenbirne

Bildquelle:

Angelika Koch-Schmid / pixelio.de

3,00–4,00 m April–Mai humos nein
Goji-Beere 2,00–3,50 m Juni¬Juli durchlässig

ja/nein

= sortenabhängig

Hagebutte 1,20–1,50 m Juni–Oktober anspruchslos nein
Holunder 2,00–2,50 m Juni–Oktober anspruchslos nein
Kornelkirsche 2,00–4,00 m März–April normal ja
Maulbeere 3,00–4,00 m Mai–Juni normal nein

Sanddorn

Bildquelle:

Ute Mulder / pixelio.de

2,00–3,00 m März–April sandig nein

Schlehe

Bildquelle:

Susanne Schmich / pixelio.de
3,00–4,00 m April–Mai anspruchslos nein

Zierquitte

Bildquelle:

Erika Hartmann  / pixelio.de

0,80–1,00 m März–Mai nährstoffreich ja

Suchen Sie spezielle Sorten zur Bepflanzung kleiner Gärten oder zur Balkonbepflanzung, können Sie gerne unsere Mitarbeiter vor Ort ansprechen und sich beraten lassen.



Dehner-Tipp:

Haben Sie genügend Platz im Garten und möchten sich und Ihrer Garten-Tierwelt etwas Gutes tun, dann können Sie auch mehrere Wildobstgehölze in einer Reihe setzen. Die Gehölze sind sehr gut schnittverträglich und eignen sich bestens als Heckenpflanzen! So lassen sich über das Jahr verteilt, Blüte und verschiedene Wildfrüchte genießen.

Die Wilden richtig gepflanzt

In der Hauptpflanzzeit von März bis Mai finden Sie bei Dehner eine große Auswahl an Wildobstgehölzen. Sind die jungen Pflanzen in Ihrem Garten angekommen, bewässern Sie diese nochmals ordentlich, bevor Sie ans Werk gehen und ein Pflanzloch graben.

Dieses sollte 1,5-fach so breit wie der Wurzelballen sein und mindestens eine Handbreit unterhalb des Ballens Platz einplanen. Der Boden unterhalb wird ebenfalls mit einem Spaten aufgelockert. Bei verdichteten Böden sollten Sie tiefer graben und groben Kies als Drainageschicht einfüllen.

Stellen Sie Ihr Wildgehölz gerade in das Pflanzloch und füllen Sie dieses rundherum mit der Erde des Aushubs. Sollte der Boden sehr mager sein, können Sie die Erde vorab noch mit humusreichem Substrat mischen.

Pflegeaufwand klein geschrieben

Relativ bescheiden präsentiert sich das Wildobst von seiner gärtnerfreundlichen Seite. Weder in Punkto Standort noch Düngung oder Schnitt benötigt es besondere Pflege. Im Gegenteile es bevorzugt einen kargen, mageren Boden, volle Sonne oder Halbschatten und muss keineswegs durch Schnittmaßnahmen gezähmt werden.

Möchten Sie dennoch einen Auslichtungsschnitt vornehmen, genügt es einzelne Zweige ganz unten herauszunehmen. Auch ein radikaler Rückschnitt wird von den meisten Wildobstgehölzen in der Regel gut vertragen.

Nur auf sehr mageren Böden ist eine Düngergabe im Frühjahr mit Grobkompost sinnvoll.

Dehner Bio Beeren-Dünger: Gut geeignet für "hungrige Holunder". 

Die einzige Ausnahme bildet der Holunder. Als Stickstoff-Liebhaber freut er sich über zusätzlichen Beerendünger.

Ernte leicht gemacht

Sind die Wilden erntereif, gilt es, sich gegen Dickicht und scharfe Dornen durchzusetzen. Möchten Sie Ihrem Strauch ohne große Blessuren Früchte entlocken, sollten Sie unbedingt Handschuhe und ein scharfes Messer verwenden.

Folgende Übersicht verrät Ihnen den Erntezeitraum für die Wilden:

PflanzeErntezeitraumPflanzeErntezeitraum
Apfelbeerexyyxyxy August–September Holunderxyyxyxy Mitte August–Anfang September
Berberitze Mitte August–Mitte Oktober      Kornelkirsche Ende August–Oktober
Eberesche Mitte August–Mitte Oktober Maulbeere Mitte Juli–Mitte August
Felsenbirne Mitte Juni–Mitte August Sanddorn Mitte September–November (am besten nach Frost)
Goji-Beere August–September Schlehe nach Frost
Hagebutte Mitte August–Ende September Zierquitte Anfang September–Anfang November

Verarbeiten Sie das Obst so schnell wie möglich. Warten Sie zu lange, gehen wichtige Vitamine verloren, die Früchte verlieren Saft oder die Vögel kommen Ihnen zuvor.



Dehner-Tipp:

Lassen Sie immer einige der Früchte hängen – die Tierwelt in Ihrem Garten freut sich und wird Ihnen dankbar sein.