Besondere Genussmomente: Essbare Blüten


Farbenprächtiges auf dem Tisch frei nach dem Motto „das Auge isst mit“ - bereits im Frühling locken die ersten Frühlingsboten mit zarter Blütenpracht als „i-Tüpferl“ auf dem Teller. Blüten verschönern jedoch auch ganzjährig Salate, Smoothies und geben Speisen ihre ganz persönliche Note.
Allgemein

Bereits unsere Vorfahren schmückten Naschwerk, kalte und warme Gerichte mit wohlschmeckenden, schmackhaften Blüten. Über die Jahrhunderte verschwanden die Kenntnisse über essbare Pflanzen und Blüten mit wachsender Industrialisierung immer mehr. Exotische Pflanzen und Massenproduktionen verdrängten zunehmend den Bereich der Zier- und Wildpflanzen im Nutzgarten.

Seit geraumer Zeit ist das wachsende Interesse an einer gesunden Ernährung und der Wunsch mit Freude das Essen zu genießen wieder erwacht. Warum in die Ferne schweifen, wenn das Gute sprießt so nah.

Das Auge isst bekanntlich mit: Blüten bringen Farben ins Essen ...

Eine kunterbunte Vielfalt an zarten, heimischen Blüten steht Genießern und Blumenfreunden zur Verfügung und bereichert den Speisezettel mit Geschmack und Würze. Dekorativ lassen sie sich dank ihres Zierwertes mit Stauden, Sommerblumen aber auch Gehölzen im Beet, im Kübel, auf dem Balkon oder der Terrasse kombinieren. Farbenfroh, teils betörend duftend, verzaubern sie das Gemüt bei der Ernte, Zubereitung und letztlich als Delikatesse in der Küche.

Zarte Farbkleckse für den Gaumen


Shakes, Smoothies & Co. schmecken frisch mit Blütengarnierung.

Mit allen Sinnen leckere Blütenreigen genießen und sich dabei aus der schnelllebigen Zeit ausklinken. Das gelingt manchmal leichter als zunächst angenommen! Lassen Sie sich einfach blütenreich verzaubern.

Denn beinahe jede Jahreszeit hält ihre Blütengrüße für den Teller, die Salatschüssel & Co. bereit. Während im Frühling Gänseblümchen, Veilchen & Co. den Speisezettel bereichern, warten im Sommer Flammenblume, Zucchini, Taglilie und Kapuzinerkresse. Im Herbst können Sie dann von der Nachblüte einzelner Pflanzen wie Kapuzinerkresse, Hornveilchen oder Ringelblume profitieren und sich so nochmals vor dem Winter an den Blüten Ihrer eigenen Ernte erfreuen.



Dehner-Tipp:

Trocknen Sie ein paar Blüten, dann können Sie auch im Winter aus einem Blütenmeer schöpfen.

Blütenzeit ist Erntezeit

Auch wenn Sie zu den experimentierfreudigen Köchen zählen, achten Sie bitte bei der Blütenernte dennoch darauf, nur bekannte Blüten aus Ihrem Garten, von Ihrem Balkon oder der Terrasse bzw. von Wiesen und Feldern zu pflücken. Nicht jede Blüte ist genießbar. Die eine oder andere kann sogar giftig sein und deren Genuss einmalig.

Machen Sie deshalb bitte unbedingt einen Bogen um: Pfaffenhütchen, Kartoffel- und Tomatengrün, Oleander, Akelei, Fingerhut, Herbstzeitlose, Rittersporn, Maiglöckchen und u.a. Eisenhut.

Verwenden Sie bitte nur ungespritzte Pflanzen – am besten aus eigenem Bio-Anbau. Zugekaufte Zierpflanzen, die sie in der Küche nutzen möchten, sollten immer erst

Bitte Finger weg! Diese Blüten sind giftig...

im Folgejahr beerntet werden. Ausgenommen sind hier Küchenkräuter, die biologisch produziert wurden bzw. für den Verzehr ausgewiesen sind.

Die Ernte selbst, sollte an einem trockenen, milden Morgen erfolgen – sobald der Tau abgetrocknet ist.

Vermeiden Sie bitte eine Ernte bei voller Sonne, da sonst ein Teil der Aromastoffe verloren geht. Bevor es in die Küche geht, klopfen Sie die Blüten leicht aus, wischen Sie es mit Küchenkrepp ab oder reinigen Sie es mit einem Pinsel. Denn manchmal versteckt sich noch ein kleiner Käfer zwischen den Blütenblättern, der nicht als Salatbeilage dienen soll.

Probieren geht über Studieren – reine Geschmacksache!

Greifen Sie beispielsweise gerne auf die kräftig ausgefärbte Kapuzinerkresse (gelb, orange, rot) zurück, um Farbe ins Spiel zu bringen, ist das bei pikanten Speisen sicherlich kein Problem. Möchten Sie diese zu eher süßen Speisen kredenzen, sieht die Sache schon ganz anders aus. Der scharfe Geschmack der Kapuzinerkresse, würde ihren Gaumen eher verwirren und den sonst gut schmeckenden Blüten einen falschen Ruf verpassen. Selbiges gilt für Gänseblümchen, die zwar niedlich aussehen und einen beispielsweise schönen Kontrast zu Schokoladen-Pudding liefern, dennoch geschmacklich weniger passen. Für Süßes besser geeignet wären Flammenblume- oder Veilchenblüten.



Dehner-Tipp:

Probieren Sie deshalb vielleicht zuerst, bevor Sie das komplette Buffet, mit an dieser Stelle geschmacklich unpassenden Blumen, dekorieren.

Blütenauswahl groß geschrieben

Den Tisch mit Blüten decken und Ihre Lieben mit außergewöhnlichen Geschmacksnoten verzaubern, können Sie mit einer Vielzahl an Blüten.

Versuchen Sie doch zum Beispiel mal folgende Blüten:

Borretsch* (Borago officinalis)

Bildquelle: Herbert Walter Krick/pixelio.de

In leuchtendem Blau bereichern sie Salate, Limonaden und machen sich auch in Eiswürfeln sehr gut.
Flammenblume (Phlox paniculata)

Bildquelle: Johannes Heide/pixelio.de

Sie verfeinern Salate, aber auch süße Speisen mit ihrem süßen Aroma; gut zu kandieren.
Gänseblümchen (Bellis perennis)

Bildquelle: Angelika Koch-Schmidt /pixelio.de

Mit nussartigem Aroma schmecken die Knospen aber auch offenen Blüten im Salat, auf Butterbroten.
Holunder (Sambucus nigra)

Bildquelle: Marinne J./pixelio.de

Nicht nur die Beeren sind genießbar, auch die Blütendolden sind vielseitig verwendbar. Ob ausgebacken oder im Hollersirup – es schmeckt!
Kapuzinerkresse* (Tropaeolum majus) Tolle Farbkleckse peppen Blattsalate, Kräuterquark & Co. mit leicht scharfem Geschmack auf.
Ringelblume* (Calendula officinalis)

Bildquelle: uschi dreiucker/pixelio.de

Als Heilpflanze in aller Munde würzt diese Blüte in kräftigem Gelb oder Orange verschiedenste Gerichte. Auch in getrockneter Form sorgt sie für ausgefärbte Speisen.
Rose (Rosa)

Bildquelle: Dieter Hopf/pixelio.de

Rosengelee, gezuckerte Rosen für Kuchen oder andere Süßspeisen sind die Delikatesse überhaupt. Auch dem Tee verleiht die Rose ein wohlschmeckendes Aroma
Taglilie (Hemerocallis-Hybriden)

Bildquelle: Günter Rupprich/pixelio.de

Leicht scharf verfeinert die Taglilie pikante Gerichte. Ihre Größe, Farbe und Form sticht ins Auge.
Hornveilchen* (Viola cornuta)

Bildquelle: Wolfgang Dirscherl/pixelio.de

Getrocknete Blüten für den Tee, kandierte Veilchen können für Torten und Desserts verwendet werden
Zucchini* (Cucurbita pepo)

Bildquelle: Paul-Georg Meister/pixelio.de

Mit Frischkäse oder Hackfleisch gefüllt gelten sie als Delikatesse und sind in südlichen Ländern längst bekannt
Küchengewürze* Die Vielseitigkeit zur Verwendung der Küchengewürze kennt keine Grenzen. Auch hier finden Blüten von Lavendel (Lavandula angustifolia), Salbei (Salvia officinalis), Rosmarin (Rosmarinus officinalis), weißer Basilikum (Ocimum basilikum) oder Schnittlauch (Allium schoenoprasum) großen Anklang