Pflanzenjauchen, Tees und Brühen herstellen


Zum Wachsen brauchen Pflanzen nicht nur Licht, Wasser und Wärme, sondern auch Nährstoffe. In der Natur ist die Nährstoffversorgung der Pflanzen durch einen natürlichen Kreislauf geregelt. Abgestorbene Pflanzen werden von Mikro- organismen zersetzt, festgelegte Nährstoffe werden freigegeben und sind somit wieder pflanzenverfügbar.

Allgemein

Schon früh nutzten biologisch interessierte Gärtner Alternativen zu konventionellen Düngern. Verschiedene Heil- und Wildkräuter wurden zu Tees, Auszügen, Brühen oder auch Jauchen angesetzt.

Während Tees ca. 5 Minuten, Auszüge 12–24 Stunden im kalten Wasser ziehen, köcheln Brühen nachdem ein Auszug gewonnen wurde, ca. 30 Minuten. Jauchen vergären für 10–20 Tage, bevor sie ausgebracht werden.

Generell unterstützen dieser Pflanzenstärkungsmittel die Regenerierung und Belebung des Bodens. Der in den biologischen Spritz- und Gießmitteln enthaltene Stickstoff und alle übrigen Mineralstoffe stehen den Pflanzen, in gelöster Form, sofort zur Verfügung. Das Wachstum der Pflanzen wird damit gefördert.

Für am meisten Furore hat in diesem Zusammenhang sicherlich die hochgepriesene Brennnessel-Jauche gesorgt. Ebenso bemerkenswert sind: Ackerschachtelhalm, Rainfarn oder Knoblauch.



Dehner Bio-Tipp:

Auch Schädlinge und Krankheiten lassen sich mit Spritzflüssigkeiten bekämpfen. So ist z.B. bei Tomaten eine „Knoblauch-Zwiebel-Jauche“ zur Prävention vor der Kraut- und Braunfäule recht hilfreich.
Brennnessel-Jauche zur Pflanzenstärkung und Düngung

Damit Ihre Brennnessel-Jauche gelingt, sollte sie in einem Verhältnis von 1 kg frischer Brennnessel (nicht blühend) und 10 Liter Wasser Jauche ansetzen. Gut geeignet sind Holzfässer, große Steinbottiche oder auch Kunststofftonnen aus umweltfreundlichem Material ohne Weichmacher. Unsere Mitarbeiter vor Ort beraten Sie gerne bei der Wahl des richtigen Gefäßes.

Befüllt wird das Jauchegefäß zunächst mit zwei Drittel der zerkleinerten Brennnesseln. Anschließend wird mit Regenwasser oder auch abgestandenem Wasser aus der Regentonne befüllt. Alle Pflanzenteile werden hierbei mit Wasser bedeckt.

Zartes Grün junger Brennnesselblätter - perfekt für eine Jauche.

Um ein Überlaufen oder Überschäumen zu vermeiden, ist es ratsam 10–20 cm bis zum Rand frei zu lassen. Damit nichts hineinfallen kann, sollte das Gefäß mit einem Gitter abgedeckt werden. Eine Geruchsbelästigung vermeiden können Sie, indem Sie eine Handvoll Gesteinsmehl oder auch Baldrian-Blütenextrakt dazugeben.

Sie kann dann, mit Wasser verdünnt, im Verhältnis 1:10 bzw. 1:20 möglichst an trüben Tagen ausgebracht werden. Empfindlicheren Pflanzen sollten Sie eine eher schwächere Lösung zu Teil werden lassen. Der Turnus zum Gießen: 1,5–2 Wochen kann jedoch beibehalten werden.

Wer nicht selbst Brennnesseln sammeln möchte, kann auf fertige, getrocknete Produkte in Pulverform zurückgreifen. Dieses erhalten Sie in jedem unserer Dehner Garten-Center.



Dehner-Tipp:

Übrigends hätten Sie`s gewusst? Beikräuter wie Giersch, Vogelmiere, Melde, Löwenzahn & Co. eignen sich ebenfalls perfekt zur Aufbereitung einer Jauche und später Düngung.

Knoblauch-Zwiebel-Jauche – gegen Pilzkrankheiten und Schädlinge


Knoblauch kann hervorragend zum Pflanzenschutz eingesetzt werden.

Das Zwiebeln gegen Erkältungskrankheiten wirken ist längst bekannt. Doch hat dieser heilkräftige Tausendsassa durchaus noch mehr zu bieten. Beispielsweise kann die Zwiebel auch als Pflanzenschutzmittel in Kombination mit Knoblauch problemlos überzeugen. Beide stärken die Widerstandskraft gegen Pilzerkrankungen und vertreiben darüber hinaus auch Schädlinge wie Blattläuse. Lesen Sie mehr >>>

Ansetzen der Pflanzenjauche

500 g klein gehakte Zwiebeln und einige Knoblauchzehen werden mit 10 Liter Wasser angesetzt, bis Sie nach 10–21 Tagen vergoren sind. Ob die Jauche fertig ist, zeigt die Färbung der Flüssigkeit. Ist sie dunkelbraun und schäumt nicht mehr, kann sie verwendet werden. Auch hier gelten die Hinweise zum Gefäß und der Abdeckung. (siehe bitte Brennnessel-Jauche)

Ausgebracht wird diese schwefelhaltige Jauche am besten mit einer Pflanzenschutzspritze, im Verhältnis 1:10, im ca. 14tägigen Rhythmus.

Weitere Beispiele für Pflanzen, die sich als Jauche zubereiten lassen sind:

PflanzeWirkungsweise
Ackerschachtelhalm gegen Pilzkrankheiten, Spinnmilben, Lauchmotten, zur Kräftigung der Pflanzen
Beinwell zur Stärkung und Düngung
Birkenblätter gegen Blattschorf
Farnkraut gegen saugende und Fraßinsekten, gegen Kalkmangel, Rost
Fenchel für das Pflanzenwachstum
Holunderblätter gegen Wühlmäuse, Raupen
Rainfarn gegen Mehltau, Rost
Rhabarberblätter gegen Blattläuse, Schnecken, Raupen
Ringelblumen zur Pflanzenstärkung und Düngung

Ackerschachtelhalm – gegen Pilzerkrankungen und zur Stärkung

Auch die Ackerschachtelhalmbrühe erfreut sich höchster Beliebtheit. Gerade der Ackerschachtelhalm hat hohe Mengen an Kieselsäure zu bieten, die für die Festigkeit der Pflanzenzellen von Bedeutung ist.

Pilzkrankheiten wie Mehltau, Schorf, Rost und saugenden Insekten wie Blattläusen wird so der Eintritt in die Pflanzenzellen erschwert. Um den „Halm“ für die eigenen Gartenpflanzen zu nutzen, wird ein 24ig stündiger Ansatz aus 1 kg frischem oder 150 g getrocknetem Schachtelhalm mit 10 Liter Wasser stehen gelassen.
Kein Unkraut! Ackerschachtelhalm enthält viel Silzium & Co.

Am nächsten Tag wird dieser langsam aufgekocht und dann bei schwacher Temperatur weiter geköchelt. Nach dem Abkühlen gießen Sie die Brühe durch ein Sieb wieder in ein Gefäß. Die Acker-Schachtelhalm-Brühe spritzen sollten Sie im Verhältnis 1:5 am Besten im 14tägigen Rhythmus, bei sonniger Witterung.



Dehner-Tipp:

Wer sich selbst nicht die Mühe machen möchte, Ackerschachtelhalm zu sammeln und diesen aufzubereiten, kann sich ein Fläschchen Schachtelhalmextrakt in unseren Dehner-Märkten besorgen.

Weitere Vorschläge für Brühen sind:

PflanzeWirkungsweise
Brennnessel zur Pflanzenstärkung und Düngung
Rainfarn gegen Mehltau, Rost
Rhabarberblätter gegen Blattläuse, Schnecken, Raupen

Wermut-Tee – gegen Schädlinge


Wermut ist perfekt geeignet für Tees.

Während Jauchen und Brühen deutlich länger ziehen müssen, genügen bei einem Tee bereits 10–15 Minuten. Für den Wermut-Tee, werden 300 g frisches oder 30 g getrocknetes Kraut auf 10 Liter Wasser berechnet. Nach dem Abkühlen kann der Tee sofort unverdünnt z.B. gegen Läuse >>> und Ameisen >>> gespritzt werden. Soll die Lösung konzentrierter sein, empfiehlt sich die Anwendung einer Brühe (siehe auch Ackerschachtelhalm-Brühe)

Weitere "Beikräuter" zur Zubereitung von Tees sind:

PflanzeWirkungsweise
Knoblauch gegen Möhrenfliege, Spinnmilbe
Majoran gegen Ameisen
Rainfarn gegen Rost, Zwiebelfliege, Lauchmotte, Blattläuse
Rhabarberblätter gegen Zwiebelfliege, Lauchmotte
Thymian gegen Erdraupen, Ameisen